Liebe Motorsport-Freunde, liebe DTM-Fans,

als Fahrer habe ich es jahrelang erlebt, und auch als #ranDTM-Experte ist es immer noch so: Das Auftakt-Wochenende der DTM ist immer sehr speziell, etwas ganz Besonderes. Du hast den ganzen Winter ewig warten müssen, du kamst durch die wenigen Testmöglichkeiten auch nicht so zum Zug. 

Wo stehen wir wirklich?

Du scharrst monatelang mit den Hufen, die Spannung baut sich auf, Du hast Magenkribbeln und zudem die Frage im Kopf: Wo stehen wir wirklich? Du und alle anderen brennen auf die Antwort, die es in Hockenheim endlich gibt. Wenn alle endlich die Hosen runterlassen, wenn die ganzen Neuerungen zum Tragen kommen. Es ist für alle ultraspannend.

Wir haben in Aston Martin einen neuen Hersteller, von dem keiner weiß, was er denn nun wirklich kann. Für die beiden etablierten Marken Audi und BMW gilt aber auch: Alles fängt bei Null an mit neuen Autos, neuen Motoren und einem neuen Konzept. Diese vielen Fragezeichen alleine sind schon geil, weil man nicht weiß, was wir genau zu erwarten haben. 

Hinzu kommt in WRT ein echtes Privatteam, ein David im Kampf gegen die Goliaths. Die kenne ich aus meiner Audi-Zeit: Das ist eine unglaublich professionelle und ehrgeizige Truppe, die es mehr als verdient hat, in der DTM zu sein. Das ist ein sehr mutiger Schritt und ich wünsche mir, dass sie als Audi-Kundenteam die Unterstützung bekommen, die sie verdienen. 

Ich hoffe, dass es keinen Dominator gibt. Der Beste möge gewinnen, und nicht derjenige, der zum Sieger gemacht wird. Ich weiß, dass bei den Testfahrten keiner wirklich gezeigt hat, was er kann. Eine Tendenz gibt es trotzdem: Ich habe den Eindruck, dass Audi vorne ist. Ich würde aber gerne eine Überraschung von Aston Martin sehen, denn es wäre für die Meisterschaft geil, wenn sie ein Wörtchen vorne mitreden könnten. Und: Ich weiß, dass BMW noch nicht alles aufgedeckt hat. 

Aufpassen auf den BMW-Rookie!

Was die Fahrer betrifft: Es werden vor allem diejenigen um den Titel fahren, die seit Jahren vorne dabei sind. Es wäre aber sehr cool, wenn ein Fahrer, den wir alle gar nicht auf der Rechnung haben, für eine Überraschung sorgen würde. Sheldon van der Linde zum Beispiel. BMW-Rookie, aber ein riesiges Talent. Mein Gefühl sagt mir: Auf den müssen wir aufpassen. 

Ich habe große Hoffnung, dass es ein spannender Auftakt und eine spannende Saison wird. Gleichzeitig wünsche ich der DTM, dass es mit dem Neustart nach dem Mercedes-Ausstieg eine gute und lange Reise gibt. Aber der ganze Motorsport ist im Moment nicht so richtig greifbar, es gibt viele schwierige Entwicklungen, mit denen sich auch die DTM beschäftigen muss. Ich wünsche uns, dass wir wieder geilen Sport sehen und dass wir von ran racing Euch geilen Sport übertragen können.

In diesem Sinne: Viel Spaß in Hockenheim oder bei ran racing in SAT.1.

Euer Timo Scheider

Timo Scheider fuhr von 2000 bis 2016 für Opel und Audi 181 Rennen in der DTM, von denen er sieben gewann, dazu holte er 24 Podestplätze. 2008 und 2009 gewann er den Titel. Seit 2018 ist er ranDTM-Experte.

Motorsport 2018 / 2019