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Hockenheim - 4. Mai 2018. Spa-Francorchamps. Qualifikation zum Sechs-Stunden-Rennen. Eau Rouge. 

In der legendären Kurve erleidet Pietro Fittipaldi einen Horror-Crash. Dabei bricht sich der Youngster beide Beine.

Auf den Tag genau ein Jahr danach feiert er seine gelungene DTM-Premiere am Hockenheimring. Platz zehn, ein Punkt. Einstand geglückt!

Premieren-Anspannung vor der Quali

"Ich bin happy und dankbar, dass ich so ein starkes Auto hatte", sagt der 22-Jährige bei ran nach seinem Debüt, in das er von Platz 15 aus in seinem Audi WRT gestartet war. Die Aufregung des ersten Rennens ist verflogen, Fittipaldi wirkt entspannt und gelassen.

Vor dem Start sieht das ganz anders aus. Unter schwersten Bedingungen bei Regen, nasser Fahrbahn und dem noch im Rennen nicht gefahrenen Boliden steigt der Enkel des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters Emerson Fittipaldi für die Qualifikation ins Auto. Bei Nässe fährt er drei Sekunden langsamer als der Mann auf Pole, Marco Wittmann, DTM-Champion der Jahre 2014 und 2016. Für einen Rookie im Regen keine Schande. Und doch: er hat sich mehr versprochen.

Selbst nach dem zehnten Rang vom Samstag ist der WRT-Pilot nicht komplett zufrieden. Der Ehrgeiz verlangt mehr. "Wir haben zu spät gestoppt. Unsere Pace am Ende war stark, wir waren schneller als die Autos vor uns. Vielleicht hätten wir Platz sieben oder acht erreichen können", meint Fittipaldi.

Hockenheimring macht Fittipaldi "unheimlich viel Spaß"

Die in der Schlussphase leicht abtrocknende Strecke machte es dem DTM-Neuling leichter, seine Leistung zu zeigen. "Für mein erstes Rennen hätte ich mir vielleicht andere Bedingungen gewünscht", gesteht Fittipaldi. "Die Nässe war die größte Überraschung bei meiner DTM-Premiere. Am Anfang ging es für mich nur ums Überleben. Das Spray war so hoch, man hat so wenig gesehen."

Trotz des schlechten Wetters genießt er es, in Deutschland zu sein. Auch der Traditions-Kurs gefällt dem Brasilianer. "Schon 2015 bin ich einmal hier in Hockenheim gefahren. Es ist eine Strecke, die unheimlich viel Spaß macht."

Im Nassen ist der Schwierigkeits-Faktor nur deutlich höher. "Besonders in der Sachskurve - und dort ist auch noch Öl." Daher sei er froh, dass ihm nicht Ähnliches passiert ist wie Formel-1-Star Sebastian Vettel im Ferrari 2018. Der Deutsche blieb damals in Führung liegend im Kies stecken.

Fittipaldi mit viel Erfahrung - nur nicht in der DTM

Ob NASCAR, IndyCar oder Formel 3 - Fittipaldi jr. kennt die diversen Rennserien. Nun kommt die Tourenwagen-Serie hinzu. Eine Umstellung? "Am Ende des Tages ist es ein Rennauto mit vier Rädern, das du fahren musst." Fittipaldi setzt sich einfach rein und legt los. Und das in der DTM direkt erfolgreich.

"Das Ziel an diesem Wochenende war es, in den Punkten zu landen. Schon direkt bei der Premiere hat es geklappt, Sonntag möchte ich das wiederholen", das hat sich der 22-Jährige für Rennen zwei (ab 13 Uhr live in SAT.1 und auf ran.de) fest vorgenommen. "Am besten in den Top 8."

Dass es aber nicht auf jeder Strecke auf Anhieb so gut laufen kann, ist Fittipaldi bewusst. "Ich weiß, dass mein erstes Jahr nicht einfach wird." Der Rookie will 2019 nutzen, um weiter zu lernen und sich im Laufe der Saison immer weiter nach oben zu arbeiten.

4. Mai bleibt ein besonderer Tag

Dabei darf aber nicht vergessen werden: Für den Audi-Piloten ist es allein schon ein Erfolg, dass er diese ehrgeizigen Ziele nennen kann. Ein Jahr nach dem schweren Unfall. "Ich bin wieder zu 100 Prozent fit", betont er.

Schon zwei Monate danach saß er trotz der Verletzung wieder im Rennauto - da war an Joggen noch lange nicht wieder zu denken. Nun klappt es mit dem Laufen langsam wieder, seit Mitte April hat er einen Stammplatz in der DTM und seit Samstag auch den ersten Zähler auf dem Punktekonto.

Auch der 4. Mai 2019 bekommt damit für Fittipaldi eine besondere Bedeutung. Glücklicherweise nur im positiven Sinne.

Aus Hockenheim berichtet Alessa-Luisa Naujoks

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