Nico Rosberg sieht keine Alternative: DTM muss elektrisch werden! - Bildquelle: SuttonNico Rosberg sieht keine Alternative: DTM muss elektrisch werden! © Sutton

München - Ex-Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg ist der Meinung, dass für die DTM langfristig kein Weg an Elektromotoren vorbeiführt. "Eines Tages, wenn alle Hersteller Elektroautos verkaufen, dann muss auch die DTM elektrisch sein, das ist ja klar", sagt der Wiesbadener im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Da muss man schauen, ob es in sieben Jahren oder schon in vier Jahren so weit sein wird, aber man muss das auf jeden Fall im Auge behalten."

Eine interessante Aussage, denn die DTM fährt als eine von wenigen Rennserien im Jahr 2019 noch ohne Hybridantrieb. Ende 2018 verabschiedete man sich nach 17 Jahren von den Vierliter-V8-Saugmotoren und führte Zweiliter-Vierzylinder-Turbos ein, die bei den Fans mit ihrem kernigen Sound durchaus angenommen werden.

Warum die DTM nicht als Anti-Formel-E funktionieren kann

Überhaupt scheint ITR-Boss Gerhard Berger die DTM mit dem Funkverbot, das den Fahrer ins Zentrum rückt, einer Aufwertung der Motorleistung und breiten, spektakulären Heckflügeln für puristische Rennsport-Fans attraktiv machen zu wollen. Könnte es also auch funktionieren, eine Rennserie als Antithese zur Formel E zu positionieren?

"Das könnte schon funktionieren, weil nach wie vor alle den Lärm mögen, vor allem, wenn durch die Elektromobilität nur noch leise gefahren wird", überlegt Rosberg. "Dann könnte man durchaus eine Rennserie machen, in der es den Lärm noch gibt. Warum nicht?"

Dennoch sieht Rosberg, der die Nachhaltigkeitsmesse Greentech-Festival veranstaltet und dessen Vater Keke Rosberg das in der DTM aktive Rosberg-Audi-Team gegründet hat, bei einer entsprechenden Positionierung eine Schwäche: "Das Problem ist, dass da die Hersteller nicht mitziehen werden. Wenn man es ohne Hersteller machen würde, dann wäre das eine Möglichkeit, aber da man sie braucht, kann das nicht klappen."

Warum sich Audi nicht am Verbrennungsmotor stößt

Apropos: Wie sieht eigentlich Audi die Tatsache, dass in der DTM immer noch mit Verbrennungsmotoren gefahren wird? "Stand jetzt wird Audi auf absehbare Zeit mehr Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren verkaufen als mit Elektroantrieb", sagt Audi-Sportchef Dieter Gass. "Deshalb macht eine Rennserie mit modernen Verbrennungsmotoren durchaus Sinn."

Zumal das aktuell in der DTM eingesetzte Motorenkonzept mit kompakte Triebwerken mit kleinerem Hubraum, denen ein Turbolader zu mehr Leistung verhilft, bei Audi weltweit in vielen Serienmodellen eingesetzt werde und man das Thema Elektromobilität mit der Formel E ohnehin abgedeckt habe.

Ähnlich ist die Lage bei BMW, wo man ebenfalls in der Formel E aktiv ist und sich eben erst wieder zur DTM bekannt hat. Man darf also gespannt sein, ob sich Rosbergs Prognose bewahrheiten wird.

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