Nyck de Vries will in der Formel E bleiben - Bildquelle: Motorsport ImagesNyck de Vries will in der Formel E bleiben © Motorsport Images

München - Wenn am kommenden Wochenende in Saudi-Arabien die Formel-E-Saison 2022 startet (live auf ProSieben, P7 MAXX und ran.de), dann ist Nyck de Vries als amtierender Weltmeister der Gejagte. Der Mercedes des Niederländers wird aber nicht die Startnummer 1 zieren.

Die beiden Silberpfeile tragen die Nummern 5 für Stoffel Vandoorne und 17 für de Vries. Das entspricht der Reihenfolge der Buchstaben E und Q im Alphabet, denn das Team heißt "Mercedes-EQ".

"Diese Nummern sind Teil der Geschichte unseres Teams", sagt de Vries gegenüber der niederländischen Edition von 'Motorsport.com'. "Ich hätte auch gar nicht mit der 1 fahren wollen. Mit der 17 bin ich sehr zufrieden. Deshalb behalte ich sie."

Zum ersten Mal wird de Vries in einer Formelserie versuchen, den Meistertitel zu verteidigen. Nachdem er 2019 die Formel 2 gewonnen hat, führte ihn sein Weg nicht in die Formel 1, sondern mit Mercedes in die Elektrorennserie Formel E.

"Natürlich ist es etwas Besonderes, wenn man eine Saison als amtierender Meister startet. Aber ich spüre deswegen keinen zusätzlichen Druck", hält der 26-Jährige fest. "Es ist für die kommende Saison kein spezielles Gefühl. Es gibt für alle die gleichen, neuen Chancen."

"Technisch ist das Auto identisch mit dem Vorjahr. Deshalb erwarte ich keine großen Änderungen zwischen den Teams. Wir haben etwas mehr Leistung im Rennen und im Attacke-Modus. Es ist aber kein großer Unterschied." Die Power wurde auf 220 kW beziehungsweise 250 kW erhöht.

De Vries denkt an die Zukunft nach dem Mercedes-Ausstieg

Für Mercedes wird es die letzte Saison in der Formel E werden. Anschließend zieht sich die deutsche Marke als Werksteam zurück. Das heißt, dass es auch für de Vries um seine persönliche Zukunft geht, sollte ihn Mercedes nicht in der Formel 1 platzieren.

Könnte sich der Niederländer vorstellen, seine Karriere in der Formel E bei einem anderen Team fortzusetzen? "Ich bin sicherlich offen dafür", antwortet er auf diese Frage. "Ich hoffe, dass ich in der Formel E weiterfahren und es mit WEC oder etwas in der Langstrecke kombinieren kann."

"Diese zwei Serien wären ein sehr schönes Programm mit einem vollen Kalender. Ich wäre aktiv und scharf, was sehr wichtig ist. Mein Ziel lautet, dass ich in der Formel E bleiben will und mit der Langstrecken-Szene ergänzen möchte."

Anfang Dezember testete de Vries außerdem in Sebring ein IndyCar. Teamchef Michael Shank lobte ihn nach der Bestzeit auf der Kurzanbindung. In jüngerer Vergangenheit haben wieder mehr europäische Fahrer die US-Rennserie für sich entdeckt.

Wäre IndyCar auch für de Vries eine Möglichkeit? "Ja, vielleicht! Es ist natürlich schwierig, so weit nach vorne zu blicken. Die Welt ändert sich so schnell. Da Mercedes die Formel E verlässt, wird es einige Veränderungen geben."

"Auch die Langstrecke hat viel Momentum bekommen. Ab 2023 wird das mit den vielen Herstellern sehr interessant werden. Ich muss die nächsten Monate abwarten, wie sich alles entwickelt. Aber IndyCar ist auch eine tolle Meisterschaft - sehr konkurrenzfähig."

"Mit einem guten Team und einer guten Crew kann man dort um Siege kämpfen. Die Autos sind sich sehr ähnlich. Jeder hat eine Chance. Die Kultur in Amerika ist anders, hat aber ihren Charme. Ich weiß es noch nicht, ich möchte mir alle Optionen offenhalten."

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