Die Formel 1 Saison startet am Wochenende in Melbourne - Bildquelle: NurPhotoNurPhotoSIDJoan VallsDie Formel 1 Saison startet am Wochenende in Melbourne © NurPhotoNurPhotoSIDJoan Valls

Melbourne (SID) - Was liegt an?

Die Formel 1 startet in Melbourne ihre 70. Saison, und Veränderung liegt in der Luft - zugegeben, nicht das erste Mal in den vergangenen Jahren. Mal wieder wirkt es, als sei Ferrari endlich in der Lage, die Titelserie von Mercedes um Weltmeister Lewis Hamilton zu beenden. Aber selten schienen die Vorzeichen für Sebastian Vettel und die Scuderia so gut, wie in diesem Frühjahr. Ab Sonntag (6.10 Uhr MEZ/RTL und Sky) wird es Antworten geben.

Wer gewinnt?

Die Favoriten für den Saisonauftakt tragen Rot, da ist sich die Fachwelt ziemlich einig. Ferrari hat starke Wintertests in Barcelona hingelegt, war extrem schnell auf eine Runde und überzeugte auch bei den Rennsimulationen. Alle Prognosen könnten sich aber schon am Wochenende als falsch erweisen, so ist das eben in der Formel 1: Niemand weiß wirklich, wieviel die einzelnen Teams schon gezeigt haben, vielleicht wurde noch einmal entscheidend am Setup gefeilt, und ohnehin ist Melbourne eine völlig andere Strecke als Barcelona. Aber selbst wenn Ferrari in Australien das beste Auto hat - wer sagt eigentlich, dass der Sieger dann Vettel heißt?

Vettel gegen Hamilton - ist es wieder so einfach?

Das muss sich zeigen. Zu den interessantesten Geschichten im Fahrerlager gehört zweifellos der Aufstieg von Charles Leclerc. Der Monegasse hat die Formel 1 ein Jahr lang im Sauber-Cockpit kennengelernt und war dabei sehr überzeugend. So überzeugend, dass die Scuderia Ferrari ihren Zögling schon in diesem Winter beförderte. Und man kann es nun so sehen: Vettel tritt nicht mehr MIT seinem treuen Kumpel Kimi Räikkönen an, der nicht mehr allzu ambitioniert wirkte. Sondern GEGEN Leclerc, den 21-Jährigen, der sich beweisen will und dem bei Ferrari ohnehin die Zukunft gehören soll. Der Monegasse will Vettel gleich fordern. Zudem wird es interessant zu beobachten, ob Valtteri Bottas es bei Mercedes endlich schafft, aus Hamiltons riesigem Schatten zu treten. Vorgenommen hat sich der Finne das.

Wer ist sonst zu beachten?

Nicht nur aus deutscher Sicht lohnt sich ein Blick auf Nico Hülkenberg und Renault. Das Werksteam will mit seinem Boliden endlich näher an Mercedes, Ferrari und Red Bull heranrücken und hat dazu auch auf Fahrerseite nachgelegt: Daniel Ricciardo kommt von Red Bull - und Hülkenberg ist plötzlich nicht mehr die Nummer eins bei den Franzosen. Der Deutsche muss sich in diesem hochinteressanten Duell nun beweisen, sein Vertrag läuft aus. Bei Ricciardos Ex-Rennstall würde indes Max Verstappen gerne endlich unter Beweis stellen, dass er wirklich um die WM kämpfen kann - er bräuchte dafür aber das entsprechende Auto. Ganz am Ende des Feldes dürfte Robert Kubica vorerst seine Runden drehen. Nicht, weil er sein Comeback acht Jahre nach einem Horror-Unfall mit deutlichen Einschränkungen am rechten Arm gibt. Sondern weil der Williams-Bolide nicht konkurrenzfähig scheint.

Wie einschneidend sind die Regel-Änderungen?

Das Ziel lautete: Engere Duelle im Rennen, weniger Dirty Air, also verwirbelte Luft, damit sich die Autos dicht an dicht folgen können. Die vermeintliche Lösung: Die Boliden des Jahres 2019 kommen mit deutlich simplerer Aerodynamik vor allem am Frontflügel daher. Nun bedeutet simpel nicht, dass es für die Entwickler einfach war. Im Gegenteil: Auf der Suche nach Grip unter dem neuen Reglement gingen die Teams ganz unterschiedliche Wege. Und damit hat die Veränderung das Potenzial, die Kräfteverhältnisse tatsächlich stark zu beeinflussen. Nach der ersten Testwoche wurde gar gemutmaßt, dass Mercedes sich empfindlich verrannt haben könnte. Allerdings trat Silber zur zweiten Woche mit einem Riesen-Update an, und die Lücke zu Ferrari wirkte letztlich keineswegs mehr so groß wie zunächst angenommen.

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