Ross Brawn kann Michael in Mick Schumacher erkennen - Bildquelle: LATRoss Brawn kann Michael in Mick Schumacher erkennen © LAT

München - Wenn sich jemand aufgrund persönlicher Erfahrungen ein Urteil über Michael und Mick Schumacher bilden kann, dann wohl ihr langjähriger Weggefährte Ross Brawn. Über seinen Vater kam der heutige Formel-1-Sportchef schon früh mit Mick Schumacher in Kontakt. Dieser wird 2019 in der Formel-2-Meisterschaft an den Start gehen. Seit Mitte 2018 feiert der Prema-Pilot große Erfolge im Formelsport. Brawn findet, dass der Apfel nicht weit vom Stamm gefallen ist.

"Es ist so aufregend. Häufig sehe ich sehr stark Michael in Mick", schwärmt Michael Schumachers früheres Strategie-Genie. "Jean (Todt; FIA-Präsident; Anm. d. Red.) und ich kennen ihn von Kindesbeinen an. Es ist einfach faszinierend. Er hat eine gute Familie. Sie alle haben die Erfahrung durch Michael und wissen, wie sie damit umgehen müssen, wenn Mick Erfolg hat."

Micks "faszinierende" Karrierefortschritte

Brawn glaubt, dass Mick Schumacher zwischenzeitlich nicht gänzlich von seiner Karriere überzeugt gewesen sei, sie aber mittlerweile verfolge. "Er ist zielstrebig und es ist einfach faszinierend, wie er im vergangenen Jahr in der Formel 3 konkurrenzfähig geworden ist. Man hat es jetzt wieder beim ersten Test in der Formel 2 gesehen." Schumacher erzielte auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya als Rookie die Testbestzeit gegen Fahrer, die schon auf mehrere Jahre Erfahrung in der höchsten Formelkategorie unterhalb der Formel 1 kommen.

Andere Personen bestätigen Brawns Eindrücke, wie der 64-Jährige selbst bestätigt: "Die Leute, die ihn kennen und mehr Zeit mit ihm verbringen als ich, sagen, dass er in den vergangenen zwölf Monaten eindrucksvolle Fortschritte gemacht hat. Er ist ein netter junger Mann." Und die Perspektive, wieder einen Schumacher in der Formel 1 zu sehen? "Das wäre wunderbar, aber auf diesem Kerl lastet so ein Druck. Ich hoffe, dass die Zuschauer das im Hinterkopf haben und keine unrealistischen Erwartungen in ihn setzen."

Mick stolz auf Vergleiche mit Michael

Natürlich hat Mick Schumacher nicht zuletzt mit der Test-Bestzeit die Erwartungen nicht gerade verringert. Wie er mit dem Druck umgeht? Er gibt sich betont locker: "Ich glaube, ich bin ganz gut darin, das wegzustecken, den Kopf zu 100 Prozent bei der Formel 2 zu haben und all meine ganze Energie da reinzustecken. Ich bin sogar sehr glücklich darüber, mit meinem Vater verglichen zu werden."

Als Ferrari-Junior ist er bereits in dessen Fußstapfen getreten. Beim Launch in Maranello war Schumacher erstmals als Teil der Ferrari-Familie dabei. Wie sich das angefühlt hat? "Es war das erste Mal, dass ich bei so einem Car-Launch dabei war. Es hat Spaß gemacht, das Auto als Erster zu sehen. Als Ferrari-Junior dort zu sitzen, war sehr speziell, da doch eine große Historie damit verbunden ist."

Kindheitserinnerungen in Maranello

"Es bedeutet mir eine Menge" so der 19-Jährige weiter. "Die Gelegenheit, mit einem solch großartigen Team zu arbeiten, ist einfach toll. Vor allem, weil es solch eine große Historie hat, gerade auch, was die Kombination Schumacher und Ferrari betrifft. Sie helfen mir in jeder Beziehung, auch wenn es um mentales oder körperliches Training geht - in jedem Aspekt, damit ich ein kompletter Rennfahrer werde."

Der erste Besuch in Maranello weckte Kindheitserinnerungen. "Ich habe mich gefreut, wieder dort zu sein", sagt Schumacher. "Das letzte Mal war ich als Kind dort. Ich bin herzlich aufgenommen worden, und es war toll, die Fabrik zu sehen und wie die Leute dort arbeiten." Er traf dabei auch auf Sebastian Vettel. Den Austausch mit seinem Landsmann hält er aufgrund dessen Erfahrung "auf jeden Fall für hilfreich". Dennoch will er sich mit dem Formel-1-Thema nicht zu sehr ablenken: " Ich muss einen Schritt nach dem anderen machen. Momentan gilt mein voller Fokus der Formel 2. Alles weitere werden wir sehen."

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