Am kommenden Wochenende trifft die DTM in Japan auf Rennfahrer aus der SUPER... - Bildquelle: imago images/HochZweiAm kommenden Wochenende trifft die DTM in Japan auf Rennfahrer aus der SUPER-GT-Serie. © imago images/HochZwei

München/Fuji - Am Wochenende werden Motorsport-Grenzen überwunden. Am 23. und 24. November ab 6:25 Uhr live ein SAT.1 steht die gemeinsame Rennveranstaltung zwischen der DTM und der japanischen SUPER-GT-Serie im sogenannten "Dream Race" auf dem Programm.

Nach jahrelanger strategischer und technischer Vorarbeit wird das Mega-Event auf dem legendären Fuji Speedway ausgetragen. Geplant sind zwei Rennen über 55 Minuten plus eine Runde - jeweils eines am Samstag und Sonntag.

Viele Jahre der Vorbereitung

"Die gemeinsame Veranstaltung von DTM und SUPER GT an diesem Wochenende ist ein bahnbrechendes Ereignis", sagt Gerhard Berger, erster Vorsitzender des Vereins Internationale Tourenwagen Rennen. Seit langer Zeit habe es den Wunsch gegeben, gemeinsam ein Rennen auszurichten. "Der Umsetzung sind viele Jahre harter Arbeit vorausgegangen", so der ehemalige österreichische Formel-1-Fahrer.

Nach der Generalprobe auf dem Hockenheimring im Oktober, als drei japanische GT500-Autos beim DTM-Saisonfinale bereits erste Daten für das "Dream Race" sammelten, wird nun ein komplettes Starterfeld zusammengestellt.

22 Autos von fünf Marken gehen an den Start. Dabei sind: sieben DTM-Boliden von Audi und BMW sowie 15 japanische Fahrzeuge von Lexus, Honda und Nissan.

DTM-Champions gehen an den Start

Während die Fahrer von Audi und BMW an beiden Renntagen an den Start gehen, wird die überwiegende Mehrheit der SUPER-GT-Teams am Sonntag einen anderen Fahrer stellen als am Samstag. Einzige Ausnahme: das Raybrig-Honda-Team, das ausschließlich mit dem Japaner Naoki Yamamoto antritt.

Audi schickt die beiden deutschen DTM-Champions Rene Rast und Mike Rockenfeller ins Rennen. "Ich bin noch nie in Japan gewesen, insofern bin ich auf alles schon sehr gespannt", freut sich Rast auf das Rennen. Er habe sich gut anderthalb Tage lang im Simulator auf Fuji vorbereitet sowie einige Videos auf YouTube gesehen. "Hauptsächlich, um die Rennstrecke kennenzulernen und um wieder in den Rennmodus zu schalten", so der Deutsche. 

"Der Druck ist geringer, wir wollen vor allem Spaß haben. Klar wäre es großartig, auf dem Podium zu stehen, aber wir wollen vor allem den Fans eine gute Show bieten. Es ist nicht das vorrangige Ziel, die Rennen zu gewinnen", sagt Rast, der zum vierköpfigen Audi-Aufgebot gehört. 

Zudem entsendet Audi mit dem französischen Duo Loic Duval und Benoit Treluyer zwei frühere SUPER-GT-Meister nach Japan. "Loic Duval und Benoit Treluyer haben im Laufe ihrer langen und preisgekrönten Karrieren in Japan große Erfolge gefeiert", sagt Berger.

BMW bietet neben dem zweimaligen deutschen DTM-Champion Marco Wittmann zwei ehemalige Formel-1-Piloten auf: Motorsport-Legende Alessandro Zanardi aus Italien und Lokalmatador Kamui Kobayashi.

Besondere Regeln für das "Dream Race"

Im japanischen Fuji werden alle Autos ohne die in der DTM üblichen Überholhilfen - das Drag-Reduction-System und Push-to-Pass - fahren. Kann das zum Vorteil für die SUPER-GT-Teams werden?

Alle Teilnehmer gehen indes mit den aus der DTM bekannten Hankook-Einheitsreifen an den Start. Dieses Mal ein Vorteil für die deutschen Fahrzeuge?

Zu guter Letzt: Beide Rennen werden im SUPER-GT-Stil fliegend gestartet, und es wird zudem Pflicht-Boxenstopps geben. Während in der DTM allerdings maximal neun Mechaniker für den Boxenstopp zugelassen sind, dürfen in Japan jeweils nur sieben Mechaniker ran.

Eine weitere Herausforderung ist die Strecke des ersten Rennens. Der Fuji Speedway enthält Kurven mit langen Radien und eine mächtige Gerade von 1,475 km Länge. Die Fahrer müssen eine Balance aus Topspeed und Anpressdruck finden. Besonders für die DTM-Teams wird das Unterfangen nicht einfach.

Wer wird das Rennen am Ende machen? "Die Japaner haben einen Vorteil, was die Strecke betrifft. Aber beim Finale in Hockenheim hat man gesehen, dass sie vor allem im Regen Probleme hatten, da haben wir einen Vorsprung", sagt Rast.

Sein Audi-Kollege Wittmann geht davon aus, dass es eine enge Kiste wird. "Sie haben jetzt Erfahrungen mit den Reifen gesammelt, im Trockenen hatten sie sowieso gutes Potenzial gezeigt. Sie werden gut dabei sein, mitten im Kampf und es wird ein guter Mix werden."

Berger fiebert dem Spektakel am kommenden Wochenende bereits entgegen: "Während wir ein neues Kapitel in der Geschichte beider Rennserien schreiben, hoffe ich zugleich, dass wir eine sichere und erfolgreiche Veranstaltung erleben werden."

Wichtig für ihn: Die Zuschauer sollen den Spaß und Nervenkitzel genießen.

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