Thomas Bach beunruhigt von "Doping-Anschlägen" - Bildquelle: AFPSIDFabrice COFFRINIThomas Bach beunruhigt von "Doping-Anschlägen" © AFPSIDFabrice COFFRINI

Tokio (SID) - Präsident Thomas Bach vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ist nach den jüngsten Enthüllungen über die hohe Wirksamkeit von "Doping-Anschlägen" alarmiert. "Das gibt Anlass zur Sorge", sagte der 67-Jährige am Mittwoch. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) müsse "dem nachgehen und tut das. Ich hoffe, die WADA wird für Klarheit sorgen."

Eine Recherche der ARD-Dopingredaktion hatte ergeben, wie Sportler ungewollt zu Dopern werden können: Im Rahmen des Experiments, das von der Ethikkommission der Universität Köln genehmigt worden war, wurden zwölf Probanden geringe Mengen verschiedener Anabolika mittels einer Trägersubstanz über die Haut durch minimale Berührungen an Hand, Nacken und Arm verabreicht. Bei allen Probanden ergaben die Erstauswertungen der Proben massiven Dopingverdacht. Die verbotenen Substanzen waren zum Teil schon eine Stunde nach der Applikation und bis zu 15 Tage lang nachweisbar.

Die WADA spielte diese Erkenntnisse zunächst herunter. Diese Möglichkeit sei "gut bekannt", hieß es in einem Statement der Doping-Jäger vom vergangenen Freitag. Diese Form des Dopings werde aber "als ein sehr seltenes Ereignis betrachtet, basierend auf der geringen Anzahl solcher Fälle, die in der Vergangenheit aufgetreten sind."

Die WADA betonte, das Potenzial sei "wissenschaftlich auf eine sehr kleine Anzahl von verbotenen Substanzen beschränkt", die durch die Haut aufgenommen werden könnten. Man sei aber im Austausch mit den Filmemachern um den Investigativ-Journalisten Hajo Seppelt und begrüße die Begutachtung der Forschung durch weitere Wissenschaftler, "um zu beurteilen, ob neue Daten ans Licht gebracht wurden".

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