Eine Luftaufnahme vom olympischen Dorf - Bildquelle: AFPSIDBEHROUZ MEHRIEine Luftaufnahme vom olympischen Dorf © AFPSIDBEHROUZ MEHRI

Köln (SID) - Der Verein Athleten Deutschland hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) aufgefordert, sich für substanzielle Verbesserungen der Quarantänebedingungen für Athletinnen und Athleten bei den Sommerspielen in Tokio einzusetzen. Maximilian Klein, Beauftragter für internationale Sportpolitik bei Athleten Deutschland, warf dem IOC vor, "von Beginn an auf einen Plan B verzichtet" zu haben. Der Ringeorden habe aber eine "besondere Verantwortung gegenüber allen Beteiligten".

Es mute "grotesk" an, dass die Aktiven "in gefängnisartigen Zuständen ihre Quarantäne absitzen müssen, während IOC-Mitglieder im teuren Luxushotel absteigen und mit hohen Tagespauschalen versorgt werden."

Bei allem Verständnis für die strengen Regeln nach bestätigtem positivem Coronatest dürften die Sportler "erwarten, die verordnete Quarantäne unter angemessenen Bedingungen zu verbringen", erklärte die Aktivenvertretung.

Dies sei allerdings eindeutig nicht der Fall. Viele Sportler fühlten sich "allein gelassen, müssen sich viele Informationen selbst beschaffen. Ihnen ist unklar, wie der genaue Ablauf der Quarantäne ist und welche Schritte nach Beendigung unternommen werden müssen. Uns wurde von sprachlichen Barrieren in der Kommunikation mit dem medizinischen Personal berichtet", so Athleten Deutschland.

Weiter sei die Lebensmittelversorgung "weder reichhaltig noch ausgewogen" und entspreche nicht den teils spezifischen Ernährungsanforderungen von Spitzenathletinnen und -athleten. Zusätzlich prangerte Athleten Deutschland unzureichende Luftzufuhr im Quarantänehotel an. Wer seine Trainingsaktivitäten im Zimmer wieder aufgenommen habe, müsse verschwitzte Kleidung im Waschbecken auswaschen, die danach kaum trockne.

Diese Aussagen decken sich mit Statements von in Quarantäne befindlichen Sportlern wie dem deutschen Radprofi Simon Geschke oder der niederländischen Skateboarderin Candy Jacobs, die ihrem Ärger zuletzt in den Sozialen Netzwerken Luft gemacht hatte.

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