Carl Dohmann sieht die geplante Verlegung kritisch - Bildquelle: PIXATHLONPIXATHLONSIDCarl Dohmann sieht die geplante Verlegung kritisch © PIXATHLONPIXATHLONSID

Köln (SID) - Der WM-Siebte Carl Dohmann sieht die geplante Verlegung der olympischen Geherwettbewerbe im kommenden Jahr von Tokio ins rund 800 km entfernte Sapporo kritisch. "Ich verstehe schon die Gründe, aber ich persönlich finde es nicht so gut. Ich hätte es besser gefunden, wenn man eine Lösung in Tokio gefunden hätte. Beispielsweise, dass man wie bei der WM in Doha in der Nacht startet", sagte der 29-Jährige dem SID.

Am Mittwoch hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) überraschend erklärt, die Marathon- und Geherwettbewerbe in die Ausrichterstadt der Olympischen Winterspiele 1972 verlegen zu wollen. In Sapporo sollen die Bedingungen im Vergleich zu Tokio erträglicher sein. Bei der Leichtathletik-WM in Doha hatten die Athletinnen und Athleten im Marathon sowie beim Gehen trotz nächtlicher Startzeiten mit den extremen Bedingungen zu kämpfen.

"Wir sind 800 km weg von den Olympischen Spielen, es fehlt einfach das Flair", sagte Dohmann weiter: "Es ist zwar immer mal wieder so, dass Sportarten entfernt von Olympia ausgetragen werden, aber Gehen und Marathon waren immer Teil der Leichtathletik, jetzt sind sie abgekoppelt. Der Kontakt zu den anderen Sportlern geht verloren." Er befürchte zudem, dass das Gehen weiter aus dem Fokus gerate.

Bundestrainer Ronald Weigel begrüßte hingegen den Plan. "Im Grunde genommen, ist es eine gute Entscheidung, die für die Gesundheit der Athleten positiv zu bewerten ist", sagte Weigel dem SID: "Logistisch müssten wir uns umstellen, aber das ist machbar."

Man müsse sich zudem trotzdem auf "extreme Bedingungen" einstellen. "Es ist sicher ein bisschen kühler, aber man darf nicht blauäugig sein und denken, dass man keine spezielle Vorbereitung machen muss. Wir werden sehen, wie die Entscheidung fällt, wie der Zeitplan aussieht, dann machen wir Nägel mit Köpfen."

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