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Tokio - Ein führender japanischer Infektions-Experte hat zum ersten Mal die Durchführung der Sommerspiele in Tokio infrage gestellt.

Norio Ohmagari, Direktor der Abteilung für Infektionskrankheiten im nationalen Gesundheitszentrum, sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur "AFP": "Wir stehen am Scheidepunkt für eine Eindämmung des Coronavirus. Sollte die Zahl der Infizierten im Land in den nächsten drei Wochen nicht abnehmen, sollte man wirklich darüber nachdenken, die Olympischen Spiele auszutragen oder nicht. Das ist eine große Entscheidung."

Man müsse die Situation nun genau analysieren, sagte Ohmagari, der gleichzeitig seine Hoffnung auf einen positiven Verlauf ausdrückte: "Wenn wir die zweite und dritte Ansteckungswelle in Japan eindämmen können, wäre das ein sehr gutes Zeichen und ein sehr gutes Signal für einen Beschluss, Olympia und die Paralympics wie geplant durchzuführen."

Die Olympischen Spiele sollen am 24. Juli beginnen, die Paralympics am 24. August.

186 Coronavirus-Fälle in Japan

In Japan gab es bis Donnerstag 186 bekannte Infektionsfälle, drei Personen waren seit dem Ausbruch der Epidemie gestorben. Dazu kommen mehr als 700 Passagiere auf einem britischen Kreuzfahrtschiff im Hafen von Yokohama. Dort gab es am Dienstag den vierten Todesfall.

Vor einer Entscheidung über die planmäßige Durchführung der Spiele steht wohl zunächst ein Beschluss an, wie mit dem Olympischen Fackellauf verfahren werden soll.

Am Mittwoch hatte OK-Chef Toshiro Muto erstmals eine Verkürzung in Betracht gezogen. "Wir denken keinesfalls daran, ihn abzusagen", erklärte der 76-Jährige: "Aber wir werden uns überlegen, wie wir es durchführen können, ohne das Virus weiter zu verbreiten. Dazu gehört auch eine Reduzierung des Umfangs."

Fackel-Lauf wohl nicht wie geplant durchführbar

Die Fackel soll ihren Weg durch Japan in rund vier Wochen am 26. März beginnen. Startort ist die Präfektur Fukushima, in der sich im März 2011 die Tsunami- und Atomkatastrophe mit mehr als 18.000 Todesopfern ereignet hatte.

Der Lauf unter dem Motto "Hoffnung beleuchtet unseren Weg" soll nach den ursprünglichen Plänen durch alle 47 Präfekturen des Landes führen. Insgesamt ist an 121 Tagen der Besuch von 857 Gemeinden geplant. An diesem Plan dürfte kaum noch festzuhalten sein.

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