IOC greift gegen zwei belarussische Funktionäre durch - Bildquelle: AFPSIDFABRICE COFFRINIIOC greift gegen zwei belarussische Funktionäre durch © AFPSIDFABRICE COFFRINI

Tokio (SID) - Das Internationale Olympische Komitee hat nach der aufsehenerregenden Flucht der Leichtathletin Kristina Timanowskaja vor der eigenen Teamleitung Sanktionen gegen zwei Funktionäre der belarussischen Delegation verhängt. Juri Moisewitsch und Artur Schumak, die von der Disziplinarkommission des IOC zu Timanowskaja Entführungsvorwürfen befragt worden waren, verlieren ihre Akkreditierungen und müssen das Olympische Dorf verlassen.

"Im Interesse des Wohlergehens der Athletinnen und Athleten des belarussischen NOK, die sich noch in Tokio befinden, hat das IOC gestern Abend als vorläufige Maßnahme den beiden Trainern die Akkreditierungen entzogen", teilte das IOC am Freitag mit. Moisewitsch und Schumak seien aufgefordert worden, das Olympische Dorf zu verlassen und hätten dies umgehend getan. Sie bekommen weiterhin die Möglichkeit, angehört zu werden.

Timanowskaja (24) war nach eigenen Angaben von Trainer Moisewitsch und Schumak, stellvertretender Leiter des nationalen Trainingszentrums, unter Druck gesetzt worden. Sie sollte gegen ihren Willen noch vor ihrem 200-m-Rennen in die Heimat fliegen, nachdem sie ihre Trainer für eine sportliche Entscheidung öffentlich kritisiert hatte. Aus Angst vor Konsequenzen im autoritären Belarus wandte sie sich an die Polizei und fand schließlich Hilfe bei der polnischen Botschaft.

Mittlerweile ist Timanowskaja in Polen angekommen, wo sie ein humanitäres Visum bekommt. Sie sei "froh, in Sicherheit zu sein", sagte Timanowskaja in Warschau. In ihren Fall hatten sich auch hochrangige Politiker eingeschaltet. So verurteilten Bundesaußenminister Heiko Maas und sein US-Amtskollege Antony Blinken das Vorgehen der belarussischen Delegation.

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