Nados nennen Anforderungen für russische Athleten - Bildquelle: PIXATHLONPIXATHLONSIDMatthew ChildsNados nennen Anforderungen für russische Athleten © PIXATHLONPIXATHLONSIDMatthew Childs

Bonn - Die führenden Nationalen Anti-Doping-Agenturen (NADOs) haben in der Doping-Debatte um die russischen Athleten mehr Transparenz vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gefordert. Die 19 Agenturen, darunter die deutsche NADA, erwarten klare Kriterien und einen transparenten Prozess bei der Auswahl der russischen Athleten für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang (9. bis 25. Februar).

"Leider sind die Kriterien, die angewandt werden, damit russische Sportler nach Pyeongchang fahren, auch drei Wochen vor Beginn der Winterspiele noch nicht veröffentlicht. Seit der Entscheidung des IOC am 5. Dezember 2017 hatte das IOC mehr als sechs Wochen Zeit, um klare Kriterien zu publizieren", hieß es in einer Mitteilung nach dem NADO-Treffen am Mittwoch in Bonn.

Messlatte für OAR muss höher liegen

Um die sauberen Athleten zu schützen, müsse die Messlatte für eine Teilnahme der "Olympischen Athleten aus Russland" (OAR) in Pyeongchang höher liegen. Für Pyeongchang zugelassene OAR-Sportler müssten beispielsweise die Auflistungen ihrer bisherigen Dopingtests so schnell wie möglich offengelegt werden.

Als weitere Anforderungen nannten die NADOs die Nachweise von Dopingtests mindestens der letzten zwölf Monate, eine Mindestzahl an sonstigen Out-of-Competition-Tests, einen biologischen Pass und ein Verbot für die Zusammenarbeit mit Trainern, die Dopingpraktiken angewendet haben. Zudem dürften die Athleten auch nicht im McLaren-Report namentlich aufgelistet worden sein.

McLaren-Report muss anerkannt werden

Die NADOs drängen ferner darauf, dass vor einer Wiederaufnahme des russischen Olympia-Komitees ROC in die olympische Familie alle Bedingungen erfüllt werden müssten. Dazu gehörten die Anerkennung des McLaren-Reports sowie der Zugang zu den Daten und Dopingproben des Moskauer Antidoping-Labors. Sollte sich Russland weigern, dürfe die Sperre für das ROC nicht aufgehoben werden. Geldzahlungen als Kompensation für eine Sperre dürften keinesfalls akzeptiert werden.

Große Sorge bereitet den NADOs der mangelnde Schutz der Whistleblower. Hier wurde das IOC zu mehr Hilfe aufgefordert. So steht der Russe Grigorij Rodtschenkow, der frühere Leiter des Moskau Labors, nach seinen folgenschweren Enthüllungen in den USA im Zeugenschutzprogramm des FBI. Er fürchtet nach Morddrohungen um sein Leben.

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