Michael Groß kann Bachs Argumente nicht nachvollziehen - Bildquelle: pixathlonpixathlonSIDHZMichael Groß kann Bachs Argumente nicht nachvollziehen © pixathlonpixathlonSIDHZ

Berlin (SID) - Die zögerliche Haltung des IOC-Präsidenten Thomas Bach bei der Entscheidung über eine Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio kann das deutsche Schwimm-Idol Michael Groß nicht nachvollziehen. "Der zeitliche Korridor, in dem er und das IOC noch als Gestalter für ihr eigenes Produkt auftreten können und nicht von der Politik gezwungen werden, wird immer kleiner", sagte der Olympiasieger in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt.

Der 55-Jährige, der bereits am Wochenende eine Verschiebung gefordert hatte, kann Bachs Argumente für die anhaltende Abwägung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) nicht verstehen. Für Groß sind wegen der weltweiten Probleme durch das Coronavirus komplexe Terminpläne, TV- und Sponsorenverträge sowie vermeintliche Interessen von Athleten keine Gründe für eine Durchführung des Mega-Events in Japans Hauptstadt zum geplanten Zeitpunkt ab dem 24. Juli.

"Es sind doch sowieso schon alle Pläne über den Haufen geworfen", sagte Groß: "Wer sich von den Sponsoren oder TV-Anstalten dagegenstemmen möchte, soll das erst mal lau aussprechen - das kann sich niemand erlauben. Und selbst wenn Verträge auslaufen oder neu beginnen, lässt sich das auch lösen. Viele Sportler sind ja auch sehr rational unterwegs. Schlimmer wäre es jetzt, das durchzuprügeln, es würde ein Fiasko werden. Gerade diejenigen, die Tokio als Abschluss haben möchten, können sich sehr wahrscheinlich ein weiteres Jahr diesem Ziel verschreiben." Selbst Sommerspiele nur ein halbes Jahr nach den Winterspielen 2022 in Peking sollten nach Ansicht des der "Albatros" in der momentanen Situation "umsetzbar sein".

Bach hatte zuletzt eine Verschiebung der Spiele als Unfairness gegenüber den Aktiven bezeichnet. Für seine zaudernde Haltung steht der deutsche IOC-Chef seit Tagen international immer stärker in der Kritik. Zu Wochenbeginn gingen beim IOC auch schon erste Absagen für den Fall planmäßiger Olympia-Wettbewerbe in Nippon ebenso ein wie weitere zahlreiche Forderungen nach einer Verschiebung.

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