Laschet (l.) und Mronz kritisieren Entscheidung - Bildquelle: AFPPOOLSIDFEDERICO GAMBARINILaschet (l.) und Mronz kritisieren Entscheidung © AFPPOOLSIDFEDERICO GAMBARINI

Düsseldorf - Die Initiative Rhein Ruhr City hält an ihren Plänen für eine Olympia-Bewerbung 2032 fest. "Wenn wir vor einer endgültigen Entscheidung des IOC für Brisbane den Stecker ziehen und bei dem Projekt Brisbane geht irgendwas schief, dann müssen wir uns zurecht fragen lassen: Warum habt ihr das gemacht", sagte Rhein-Ruhr-Chef Michael Mronz bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Freitag in Düsseldorf: "Wir sind ja bereit, 90 Prozent unserer Sportstätten sind vorhanden, die Finanzierung steht, wir können morgen loslegen."

Laschet äußerte deutliche Kritik am Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und am Internationalen Olympischen Komitee (IOC) mit seinem Präsidenten Thomas Bach. "Der DOSB hat sich nicht in der Lage gesehen, in einen ernsthaften Dialog mit dem IOC über eine deutsche Olympia-Bewerbung einzutreten, das bedaure ich sehr", sagte der CDU-Parteivorsitzende. Es zeige seiner Meinung nach, "dass der DOSB kein Gespür dafür hat, was sich im IOC tut".

Der Weltregierung des Sports warf Laschet vor, entgegen der eigenen Leitlinien nicht transparent genug agiert zu haben. "Wir waren von der Entwicklung in dieser Woche sehr überrascht, und ich habe Thomas Bach in einem persönlichen Telefonat mitgeteilt, dass das nicht die Transparenz ist, die das IOC nach eigener Selbstbekundung wünscht." Eine Evaluierungskommission hatte der IOC-Exekutive am Mittwoch den Kandidaten Brisbane empfohlen.

Die für den September geplante Bürgerbefragung in den 14 am Projekt Rhein-Ruhr-City beteiligten Städten und Kommunen "hätten wir problemlos vorziehen können", sagte Laschet: "Hätte man uns signalisiert, bis dann und dann brauchen wir das und das von euch, hätten wir geliefert. Aber es gab kein Signal."

An den Plänen für eine Bewerbung "in den Dreißiger Jahren" (Laschet) wolle man aber in jedem Fall festhalten, auch 2036 sei 100 Jahre nach den Nazi-Spielen von Berlin in der Region Rhein-Ruhr denkbar: "Allerdings muss sich der DOSB überlegen, ob das Sportland Deutschland in der Lage ist, Olympische Spiele auszurichten, oder ob man lieber auf die dritte, vierte und fünfte australische Stadt oder die dritte und vierte aus Frankreich wartet."

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