Im Zeitfahren von Nikias Arndt kam es zu rassistischen Rufen aus dem Trainer... - Bildquelle: 2021 Getty ImagesIm Zeitfahren von Nikias Arndt kam es zu rassistischen Rufen aus dem Trainerteam © 2021 Getty Images

München - Das hat nichts mit olympischem Sportsgeist zu tun.

Wie im TV eindeutig zu hören war, hat Radsport-Funktionär Patrick Moster beim olympischen Zeitfahren in Tokio mit rassistischen Rufen versucht, seinen Fahrer Nikias Arndt anzufeuern.

Mit den Worten "Hol die Kameltreiber! Hol die Kameltreiber, komm!", trieb der Leistungssportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) seinen Fahrer an, der zu dem Zeitpunkt hinter zwei Kontrahenten aus Algerien und Eritrea fuhr. 

Dabei ist positiv zu erwähnen, dass "ARD"-Kommentator Florian Naß die Worte unverzüglich verurteilte und betonte, dass so ein Verhalten "total daneben" sei. Immerhin. 

Moster entschuldigt sich

Zu dieser Überzeugung muss auch Moster selbst gekommen sein. Jedenfalls entschuldigte sich der 54-Jährige wenig später für seinen verbalen Ausfall.

"Ich stand in der Verpflegung und habe Nikias Arndt angefeuert. Im Eifer des Gefechts und mit der Gesamtbelastung, die wir momentan hier haben, habe ich mich in der Wortwahl vergriffen. Es tut mir unendlich leid, ich kann nur aufrichtig um Entschuldigung bitten. Ich wollte niemanden diskreditieren", sagte Moster der "dpa".

"Wir haben selbst viele Bekannte mit nordafrikanischen Wurzeln, wie gesagt, es tut mir leid. Ich bin in keinster Weise gegen ausländische Mitkonkurrenten in rassistischer Absicht oder ähnlichem unterwegs", betonte er im Gespräch mit dem "SID".

Er "schätze und achte die Leistungen, die von allen Sportlern hier gebracht werden". Moster erwähnte zudem, dass er auch in seinem Bekanntenkreis Freunde mit Wurzeln aus Nordafrika habe.

"Aussage nicht akzeptabel"

"Die Aussage ist nicht akzeptabel", sagte BDR-Präsident Rudolph Scharping und ergänzte: "Wir werden darüber nach den Olympischen Spielen sprechen und dabei die Entschuldigung von Moster auch in die Bewertung einbeziehen, sowie den besonderen Stress, dem das deutsche Männer-Team Straße ausgesetzt war."

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) kündigte seinerseits eine Reaktion an. "Das Team Deutschland steht für die Einhaltung der olympischen Werte Respekt, Fairplay und Toleranz und lebt diese in all ihren sportlichen Wettbewerben", sagte Präsident Alfons Hörmann.

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