Pechstein denkt aktuell nicht an ein Karriereende - Bildquelle: AFP/SID/CHRISTOF STACHEPechstein denkt aktuell nicht an ein Karriereende © AFP/SID/CHRISTOF STACHE

Darmstadt (SID) - Für die designierte Olympia-Rekordstarterin Claudia Pechstein (Berlin) ist vor ihren achten Winterspielen in Peking (4. bis 20. Februar) eine Fortsetzung ihrer Eisschnelllauf-Karriere bis zu den anschließenden Olympia-Wettbewerben 2026 in Mailand/Cortina d'Ampezzo nicht kategorisch ausgeschlossen. "Sport ist mein Leben. Ich kann mir jetzt gerade nicht vorstellen, dass meine Karriere nach Olympia vorbei sein sollte", sagte die 49-Jährige in einem Interview mit dem Internetportal t-online.de und deutete eine weitere Erörterung des Themas nach Peking an.

Pechstein war am vergangenen Dienstag vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zum achten mal für Olympische Winterspiele nominiert worden. Durch einen Start in Peking wird die fünfmalige Goldmedaillengewinnerin voraussichtlich mit dem japanischen Skispringer Noriaki Kasai, der momentan mit schon acht Olympia-Teilnahmen alleiniger Winter-Rekordhalter ist, gleichziehen. Zudem würde Pechstein zur ältesten Frau bei Winterspielen avancieren.

30 Jahre nach ihrem Winterspiele-Debüt in der ersten gesamtdeutschen Olympia-Mannschaft nach der Wiedervereinigung 1992 im französischen Albertville sieht sich die fünfmalige Goldmedaillengewinnerin als eine legitime Kandidatin als Fahnenträgerin für das Team Deutschland bei der Eröffnungsfeier in Chinas Hauptstadt: "Das wäre natürlich eine riesige Ehre, und ich würde das sehr gerne machen. Als Deutschlands erfolgreichste Winterolympionikin und als einzige Frau mit acht Teilnahmen an den Winterspielen würde das vielleicht ganz gut passen. Es gibt also Gründe, die dafür sprechen könnten, aber die Entscheidung liegt nicht bei mir."

Mit generationenübergreifender Erfahrung und nach der wiederholten Vergabe von Olympischen Spielen an Länder mit autokratischen Regierungssystemen plädierte Pechstein ausdrücklich als "das Erste" für eine künftige Beteiligung der Aktiven an der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) über Olympia-Schauplätze. "Die Athleten haben einfach die bessere Erfahrung und wissen, was den Wintersport letztendlich auszeichnet. Peking ist kein echter Wintersportort. Wir wissen um diese Themen, die immer wieder aufkommen, wie den Bau der Sportstätten und die fehlende Nachhaltigkeit. Ich würde mir wirklich wünschen, sie würden uns Sportler da mitreden lassen", sagte die Bundespolizistin.

Pechsteins Einschätzung passt auch zu ihrer Haltung bei der Positionierung des Sports und seiner Aktiven in politischen Fragen. "Sport und Politik", meinte die Rekordlerin im Kontrast zum deutschen IOC-Boss Thomas Bach, "kann man nicht trennen. Die Aussage von Herrn Bach, dass das IOC mit Politik nichts zu tun hat, war mir ein bisschen fremd. Jeder Sportler kann seinen Standpunkt vertreten, das muss jeder für sich entscheiden."

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