Gastgeber China führt eine strenge Corona-Politik - Bildquelle: AFP/SID/CHRISTOF STACHEGastgeber China führt eine strenge Corona-Politik © AFP/SID/CHRISTOF STACHE

Berlin - Der Pharmakologe Fritz Sörgel hält eine Austragung der Olympische Winterspiele in Peking ohne Omikron-Fälle für nicht vorstellbar. Das "ist unrealistisch", sagte der 72-Jährige im Interview mit dem Münchner Merkur und der tz: "Die Lage ist so verzwickt, dass selbst kurz vor Abflug getestete Personen bei ihrer Ankunft 24 Stunden später positiv sein können. Ansteckungen komplett zu verhindern ist nicht möglich."

Kritisch sieht Sörgel auch den CT-Richtwert für Coronatests bei den Spielen in Peking (4. bis 20 Februar). Generell gelte, je "kleiner der Wert, desto infektiöser der oder die Infizierte", erklärte Sörgel. Die Gefahr sei aber, "dass spätestens ab einem Wert von 35 nur noch Bruchstücke, die auch sehr lange nach einer Infektion vorhanden sein können, übrig sind."

Nach den Einwürfen der Verbände habe man jetzt "den Wert 35 akzeptiert, aber mit erheblichen Einschränkungen und zusätzlichen Tests", sagte Sörgel. Erst am Montag hatten das IOC und das chinesische Organisationskomitee bekannt gegeben, den umstrittenen Wert von 40 auf 35 zu senken. Athleten und Athletinnen könne man durch überzogene Regelungen "unter Umständen des größten Erlebnisses ihrer Karriere" berauben.

Die Gefahr von Manipulationen bei den Coronatests sieht auch Sörgel. Der Testablauf sei "hoffentlich ähnlich streng dokumentiert wie bei Dopingproben. Aber seit Sotschi wissen wir, dass Wände plötzlich Löcher haben können." Die Maschinen zur Testauswertung seien "natürlich nicht nur theoretisch manipulierbar".

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