Richard Pound (l.): Gewichtheber sollten nicht starten - Bildquelle: AFPSIDIREK DOROZANSKIRichard Pound (l.): Gewichtheber sollten nicht starten © AFPSIDIREK DOROZANSKI

Köln - Die Enthüllungen der ARD haben die Welt der Gewichtheber erschüttert - noch mit unabsehbaren Konsequenzen für den Weltverband IWF und die gesamte Sportart. Für Richard Pound, den früheren Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), steht jedoch fest, dass nach den Vorwürfen der Korruption, Doping-Vertuschung und Schwarzen Kassen ein Olympia-Ausschluss folgerichtig wäre.

 

"Bei all diesen Tatsachen kann eine der logischen Antworten nur lauten, Gewichtheben zumindest kurzfristig aus dem olympischen Programm zu nehmen und so lange zu suspendieren, bis es zur Zufriedenheit des IOC zeigt, dass es den olympischen Werten entspricht", sagte Pound, dienstältestes Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees, bei sportschau.de.

Schwere Vorwürfe gegen Weltverband

In der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping - Der Herr der Heber" waren schwere Vorwürfe gegen den Weltverband und dessen Präsidenten Tamas Ajan (Ungarn) erhoben worden. Nach der Dokumentation hatten mehrere frühere Spitzenfunktionäre den Vorwurf millionenschwerer Unterschlagung gegen die IWF und Ajan erhärtet. Der Verbleib von mindestens 5,5 Millionen Dollar aus Zahlungen des IOC an den Weltverband sei ungeklärt.

Ajan wies die Berichte als "verleumderisch" und "unwahr" zurück. Im ARD-Film hatte die Thailänderin Rattikan Gulnoi, Olympiadritte von London 2012, von ihren Dopingpraktiken berichtet, bei der thailändischen Polizei bestritt sie ihre Äußerungen. Zudem sollen Unregelmäßigkeiten in der Arbeit der ungarischen Anti-Doping-Agentur HUNADO aufgetreten sein, die von der IWF für viele Wettbewerbe beauftragt wurde.

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