Superstar Simone Biles stieg im Teamfinale aus - Bildquelle: AFPSIDLOIC VENANCESuperstar Simone Biles stieg im Teamfinale aus © AFPSIDLOIC VENANCE

Köln (SID) - Turn-Superstar Simone Biles (USA) hat für ihren Ausstieg im Mannschaftsfinale der Olympischen Spiele wegen mentaler Probleme Zuspruch aus der Sportwissenschaft erhalten. "Es ist aus meiner Sicht ein sehr gesunder und ein sehr selbstwertschätzender Schritt von ihr, diese Reißleine zu ziehen und zu sagen: 'Ich kann diesem Druck jetzt gerade nicht standhalten'", sagte Marion Sulprizio, Geschäftsführerin von "MentalGestärkt", einer Initiative der Deutschen Sporthochschule Köln für psychische Gesundheit im Leistungsport, dem SID.

"In diesem Moment war es aus irgendeinem Grund, den wir vielleicht auch gar nicht kennen, vielleicht zu viel für sie. Dann wird die Aktivierungslage zu hoch. Dann wird man zu nervös, zu ängstlich. Dann kann das tatsächlich zu Verletzungen führen", führte Sulprizio aus.

Im Mai hatte Japans Tennis-Topstar Naomi Osaka Depressionen offenbart, zuvor schon Rekord-Olympiasieger Michael Phelps, nun stand Biles offen zu ihren mentalen Problemen. Für die Sportpsychologin ist das kein Zufall: "Man kann schon erkennen, dass vermehrt Spitzenathleten sich trauen. Früher wurde das vielleicht eher überdeckt von einer Verletzung oder Erkrankung, damit man eben nicht sagen musste: Ja, ich habe ein psychisches, ein mentales Problem. Das finde ich ist schon bedeutsam, dass es besser geworden ist, man so etwas jetzt auch sagen kann."

Generell sieht Sulprizio Psychologen gerade im Spitzensport weiter unterrepräsentiert: "Grundsätzlich könnte im Leistungssport die Sportpsychologie noch einen höheren Stellenwert einnehmen. Die Physiotherapeut ist eine ganz normale Personalie beim Team, der Sportpsychologe ist es noch nicht."

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