In Tokio gibt es strenge Hygienemaßnahmen - Bildquelle: AFPSIDDANIEL LEAL-OLIVASIn Tokio gibt es strenge Hygienemaßnahmen © AFPSIDDANIEL LEAL-OLIVAS

Tokio (SID) - Olympia-Gastgeber Japan weitet angesichts der steigenden Coronazahlen seinen Notstand auf weitere Präfekturen außerhalb der Metropolregion Tokio aus. "Wir müssen eine starke Botschaft senden", sagte Gesundheitsminister Norihisa Tamura: "Wir sind sehr besorgt." Am Donnerstag waren die Infektionen erstmals in der Pandemie in Japan auf über 10.000 geklettert.

Im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen wurden am Freitag 27 positive Fälle bekannt gegeben, ebenfalls ein Höchststand. Die Organisatoren bestreiten aber jeglichen Zusammenhang und verweisen auf die Maßnahmen, die Masken- und Abstandspflicht sowie tägliche Tests der Athletinnen und Athleten beinhalten.

Allerdings warnte der Vorsitzende der Tokioter Ärztekammer bereits vor indirekten Effekten der Spiele auf die Covid-Situation in Japan. "Für die Leute ist es schwierig, die Selbstbeherrschung zu bewahren, wenn wir dieses Festival veranstalten", sagte Haruo Ozaki.

Außerhalb der Olympia-Blase setzt die japanische Regierung seit Beginn der Pandemie weniger auf Einschränkungen denn auf Eigenverantwortung. Im Notstand, der weit weniger streng als die meisten Lockdowns verläuft, müssen Restaurants und Bars früher schließen und dürfen keinen Alkohol verkaufen, die Sommerspiele finden zudem ohne Zuschauer statt.

Angesichts der neuen Entwicklung denkt Premierminister Yoshihide Suga aber anscheinend über strengere Maßnahmen nach. Noch am Freitag könnte eine Entscheidung fallen. Der Notstand könnte zudem über den 22. August hinaus bis Ende des Monats verlängert werden. Die Paralympics beginnen am 24. August, eine Entscheidung über die Zuschauer bei diesem Event ist noch nicht gefallen.

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