Felix Magath plaudert bei "Buschi geht ran" auch über seine Zeit beim FC Sch...Felix Magath plaudert bei "Buschi geht ran" auch über seine Zeit beim FC Schalke 04

Unterföhring - Selten zuvor hat ein Bundesliga-Insider so offen und ausführlich über Gehälter und Transfersummen gesprochen: Felix Magath gab in der jüngsten Ausgabe von "Buschi geht ran" bei Moderator Frank Buschmann absolut außergewöhnliche Einblicke über seine Zeit bei Schalke und Wolfsburg (hier geht's zur ganzen Folge von "Buschi geht ran" mit Felix Magath). ran.de fasst die wichtigsten Aussagen des Gesprächs zusammen.

Felix Magath über...

...das Abschneiden der deutschen Klubs im Europapokal

"Alle Teilnehmer sind durch. Das ist ein toller Erfolg für den deutschen Vereinsfußball."

... seine Transferpolitik auf Schalke

"Ich wurde von den Medien 'niedergeschrieben', obwohl ich dem Verein viel Geld eingebracht habe. Nach der Vize-Meisterschaft habe ich im Winter Jermaine Jones nach England ausgeliehen und Ivan Rakitic, der seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wollte, an den FC Sevilla verkauft. Damit waren zwei Großverdiener von der Gehaltsliste. Im Gegenzug habe ich neben Ali Karimi auch noch Angelos Charisteas verpflichtet, weil ich keinen körperlich großen Stürmer zur Verfügung hatte. Beide Spieler waren vereinslos und haben in dem halben Jahr inklusive Gehalt nur rund 600.000 Euro gekostet. Mit dieser Transferpolitik hat Schalke insgesamt rund vier Millionen Euro eingenommen, stand im Champions-League-Halbfinale und gewann den DFB-Pokal. So falsch kann es also nicht gewesen sein. Dennoch werde ich teilweise heute noch dafür kritisiert. Und das ist eine Unverschämtheit, denn das hätte doch keiner so gemacht wie ich."

... seine angeblich aufgeblähten Kader

"Das wird in der Öffentlichkeit leider oftmals falsch dargestellt. Bei vielen meiner Stationen, sei es bei Eintracht Frankfurt oder dem VfB Stuttgart, habe ich mit dem Spielermaterial gearbeitet, das mir zur Verfügung stand und damit Erfolg gehabt. Beim VfL Wolfsburg war es eine andere Situation: Als ich 2007 zum VfL kam, hatte ich nur zwölf Feldspieler zur Verfügung. Ich war also gezwungen, Spieler zu holen. In meiner zweiten Amtszeit in Wolfsburg hatte der Verein dann bereits viele Spieler unter Vertrag. Wenn man genau recherchiert, dann habe ich dort in der ersten Transferperiode zwar viele Akteure geholt, dafür aber genauso viele abgegeben."

... die Behauptung, dass er immer viel Geld ausgebe

"Dass ich immer viel Geld brauchen und viel transferieren würde, wird völlig falsch dargestellt. Zum FC Schalke bin ich 2009 nach der Deutschen Meisterschaft mit Wolfsburg gegangen, obwohl ich wusste, dass mir dort beileibe nicht soviel Geld zur Verfügung stehen würde wie in Wolfsburg. Doch die Aufgabe hat mich einfach gereizt. Schalke hatte eine schlechte Vorsaison gespielt, es musste etwas verändert werden. Das Gehaltsgefüge wurde nach unten gezogen und wir haben auf junge Spieler gesetzt: Joel Matip, Julian Draxler, Christoph Moritz oder Lukas Schmitz habe ich aus der eigenen Jugend hochgezogen - da war kein großes Geld im Spiel."

... sein Image als harter Hund

"Das nagt nicht an mir, das nehme ich mit Humor. Wenn ein Spieler sportlich erfolgreich sein will, dann muss er sich in puncto Ernährung, Regeneration und Einstellung auch dementsprechend professionell verhalten. Wenn der Spieler sich daran hält, dann hat er auch kein Problem damit, zwei Mal am Tag zu trainieren. Außerdem sage ich jedem Spieler vorher, was ihn bei mir erwarten wird. Ich verstehe manchmal die ganze Heulerei hinterher nicht. Schließlich bin ich mit meinen Trainingsmethoden sowohl mit Bayern als auch mit Wolfsburg Deutscher Meister geworden."

... seine Absage an Bosnien-Herzegowina

"Bosnien-Herzegowina steht in der EM-Qualifikation derzeit nicht gut da. Sie sind in Not, aber für mich war nicht zu erkennen, dass sie was ändern wollen. Ich sollte den Mist - wie damals auch beim FC Fulham - innerhalb kürzester Zeit wieder in Ordnung bringen, aber das mache ich nicht mehr."

...seine erfolglose Zeit in Fulham

"Bei Fulham hat mich die Premier League einfach gereizt, weil der Fußball dort noch einmal eine ganz andere Bedeutung genießt als in der Bundesliga. Aber wenn ein Verein über Monate und Jahre falsche Entscheidungen trifft, dann kann man das nicht in drei Monaten wieder umbiegen. So schnell geht das einfach nicht."

... über Benedikt Höwedes

"In einer Kolumne während der WM habe geschrieben, dass Benedikt Höwedes für mich kein Linksverteidiger ist. Er fühlte sich angegriffen, was ich nicht so recht verstehe, schließlich habe ich nicht ihn, sondern den Bundestrainer kritisiert. Ich habe das geschrieben auch vor dem Hintergrund, dass mir Benedikt in meiner Zeit als Trainer auf Schalke mitgeteilt hat, dass er links nicht spielen könne."

... über den Torwart-Tausch beim BVB

"Jürgen Klopp musste in dieser schwierigen Situation ein Zeichen setzen und der BVB ist in sich so stabil aufgestellt, dass solche Entscheidungen des Trainers auch zu hundert Prozent mitgetragen werden."

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