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Liebe Rugby-Freunde, 

bereits vor der WM habe ich mich auf Südafrika als Weltmeister festgelegt. Dieser Einschätzung möchte ich auch vor dem Finale am Samstag ab 9:10 Uhr live auf ProSieben MAXX und ran.de treu bleiben, denn die kam schließlich nicht von ungefähr:

Die Südafrikaner haben 2019 nur ein einziges Spiel verloren, haben das Rugby Championship gewonnen, haben eine tolle Entwicklung hinter sich und eine aufregende Mischung aus dynamischen und körperlich sehr starken Spielern.

 

Man muss ganz klar sagen: Bei der WM sind sie in den K.o.-Spielen sehr pragmatisch aufgetreten, mit einer sehr konservativen Spielführung. Wobei sie damit sehr viele Versuche gelegt haben, was zeigt, dass sie sehr gefährlich sein können. Außerdem treten sie sehr geschlossen auf.

Ich habe deshalb die Hoffnung, dass sie mehr draufhaben, als sie im Viertel- und Halbfinale gezeigt haben. Haben sie mehr drauf, wäre das Finale ein guter Zeitpunkt, um es zu zeigen. Ich glaube, dass sie noch etwas in der Hinterhand haben. Aber keine Frage: Um England schlagen, muss mehr kommen.

Sie müssen physisch dagegenhalten - was gegen England eine große Herausforderung sein wird. Sie müssen vor allem kreativer spielen, mit ihrer bisherigen Taktik werden sie keinen Erfolg haben, sie müssen selbst etwas zur Spielentwicklung beitragen.

Auch ihre Fitness, durch die Bank weg, ist eine große Stärke. Und: Dass Cheslin Kolbe rechtzeitig fit wird, ist ein großer Vorteil. Er hat den X-Faktor, kann aus dem Nichts eine Situation kreieren.

Sie haben es bisher nicht eingesetzt, aber wenn sie es geschickt machen, können auch die verschiedenen kulturellen Einflüsse eine Stärke sein. Denn durch die unterschiedlichen Spielertypen sind sie schwerer auszurechnen. Wichtig ist auch: Schwachstellen haben sie eigentlich kaum, aber Willie le Roux war bislang sehr formschwach. Er muss in die Spur finden, wenn sie eine Chance haben wollen.

Keine Frage: Die Engländer haben aktuell die stärkere Mannschaft. Wenn sie so spielen wie gegen Neuseeland, sind sie ganz schwer zu knacken. Das war eine der besten Leistungen einer Rugby-Mannschaft über 80 Minuten, die ich je gesehen habe. Ich sehe bei ihnen aber die Gefahr, dass dieser außergewöhnliche und nicht alltägliche Sieg ihr emotionales Hoch war.

Auch wenn ein WM-Finale natürlich etwas ganz Besonderes ist, stellt sich die Frage, ob sie es zweimal hintereinander abrufen können. England ist Favorit, was sie vorher nicht waren. Südafrika wiederum ist Underdog, was sie vorher nicht waren. Ein Rollentausch, in dem sich die Südafrikaner ganz wohlfühlen. 

 

Die moralische Komponente ist nicht zu unterschätzen: In Südafrika hat Rugby eine unheimlich große Bedeutung, sowohl sportlich als auch gesellschaftspolitisch. Die Spieler sind sich dieser Bedeutung bewusst.

Aber: Die Underdog-Rolle könnte zu einer "Nichts-zu-verlieren-Einstellung" führen, weil jeder einen England-Sieg erwartet. Sie könnten also recht entspannt in die Begegnung gehen. Ich würde mir wünschen, dass sie mit dieser Lockerheit etwas riskieren. Dann kann es etwas werden mit dem WM-Titel. 

In diesem Sinne: Ich wünsche Euch viel Spaß beim Finale am Samstag und ein tolles Spiel. Möge der Bessere gewinnen,

Euer Manu

Warum England Weltmeister wird? Die Gegenargumentation von #ranRugby-Kommentator Jan Lüdeke >>

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