Jens Müller nicht mehr länger Skeleton-Cheftrainer - Bildquelle: BSD©DIETMAR REKERBSD©DIETMAR REKERSIDJens Müller nicht mehr länger Skeleton-Cheftrainer © BSD©DIETMAR REKERBSD©DIETMAR REKERSID

Oberhof (SID) - Die deutschen Skeleton-Sportler gehen mit einem neuen Cheftrainer in den nacholympischen Winter. Jens Müller (52) tritt zum 30. Juni zurück, das teilte der Bob- und Schlittenverband für Deutschland am Montag mit. Über die Nachfolge machte der BSD noch keine Angaben, Dirk Matschenz (38) dürfte aber aus dem Trainerstab in die Chefposition aufrücken.

Müller, Rodel-Olympiasieger von 1988 in Calgary vor Georg Hackl, hatte die Skeletonis seit 2002 in verschiedenen Funktionen betreut, seit 2010 war er Cheftrainer. In dieser Zeit wirkte er entscheidend an der Professionalisierung des Sports in Deutschland mit.

Die größten Erfolge feierten unter seiner Führung zunächst Kerstin Szymkowiak und Anja Huber mit Silber und Bronze bei den Winterspielen 2010. Im vergangenen Februar holte Weltmeisterin Jacqueline Lölling (Winterberg) dann Olympiasilber in Pyeongchang. Gerade mit dem Ergebnis in Südkorea war Müller allerdings nicht zufrieden.

"Nach den Winterspielen war etwas Zeit, über die vergangenen Jahre nachzudenken", sagte Müller: "Am Ende stand für mich die Entscheidung, meine Laufbahn zu beenden, aus mehreren Gründen fest: Meine persönlichen Ziele bezüglich der Entwicklung des Skeletonsports waren andere, als es die heutigen Ergebnisse darstellen. Drei Medaillen in Südkorea, davon möglichst einmal Gold, waren mein Ziel."

Ex-Weltmeisterin Tina Hermann (Königssee) wurde nur Fünfte, bei den Männern enttäuschte Vizeweltmeister Axel Jungk (Oberbärenburg) mit dem siebten Platz. Die jungen deutschen Sportler hatten nach dem personellen Umbruch im Anschluss an die Spiele 2014 zwar für einen Aufwärtstrend gesorgt und bei Weltmeisterschaften überzeugt. Der durchaus mögliche erste Olympiasieg wurde jedoch verfehlt.

"Es ist Tatsache, dass wir hinter den Leistungen der Rennrodler und Bobsportler nachstehen und ich immer versucht habe, an diese Erfolge anzuknüpfen", sagte Müller: "Das ist bei vier Olympischen Spielen nicht ganz gelungen." 

Vor knapp vier Jahren hatte Müller einen schweren Herzinfarkt erlitten und musste sich zwei Herzoperationen unterziehen. Schon während der Rehabilitationsphase hatte Matschenz die Skeleton-Nationalmannschaft betreut, Müller gab jedoch recht unerwartet noch einmal sein Comeback als Cheftrainer.