Martin Nörl (Mitte) hofft zum Auftakt auf eine Medaille - Bildquelle: AFPSIDPHILIPPE DESMAZESMartin Nörl (Mitte) hofft zum Auftakt auf eine Medaille © AFPSIDPHILIPPE DESMAZES

Park City (SID) - Was steht an?

In Park City im US-Bundesstaat Utah werden vom 1. bis 10. Februar Medaillen bei der 18. Ski-Freestyle- und der 13. Snowboard-WM vergeben. Insgesamt stehen 28 Wettbewerbe auf dem Programm. Gefahren wird an drei Orten: Deer Valley (Buckelpiste, Aerials), Park City Mountain (Halfpipe, Big Air, Slopestyle, Parallel-Rennen), Solitude Mountain (Cross). Es ist die dritte "Doppel-WM" nach 2015 (Kreischberg/Österreich) und 2017 (Sierra Nevada/Spanien). In den Wasatch Mountains, die zu den Rocky Mountains gehören, wurden 2002 bereits olympische Medaillen vergeben.

Was ist neu?

Erstmals steht im Rahmen einer Freestyle-WM auch Big Air (Springen von einer Schanze) im Programm. Bei den Snowboardern wird dieser Wettbewerb bereits seit 2003 (Männer) bzw. 2015 (Frauen) ausgetragen. 2022 in Peking werden die Ski-Freestyler im Big Air erstmals auch um olympisches Edelmetall kämpfen.

Welche deutschen Starter haben Chancen?

Gleich zum Auftakt am Freitag (19.00 Uhr/MEZ) hofft Snowboardcrosser Martin Nörl auf eine Medaille. Beim bislang einzigen Weltcup im Dezember in Cervinia/Italien belegte der Niederbayer die Ränge eins und drei. Am Samstag (21.00 Uhr) gehört Heidi Zacher im Skicross zu den Favoritinnen. Sie gewann im Januar ein Jahr nach ihrem Kreuzbandriss beim Weltcup in Idre Fjäll/Schweden. Bei den Parallel-Rennen (4. und 5. Februar, 21.00 Uhr) rechnen sich die Olympia-Medaillengewinnerinnen Selina Jörg (Silber) und Ramona Hofmeister (Bronze) sowie Stefan Baumeister etwas aus.

Wann gab es die letzten deutschen WM-Medaillen?

2013 in Stoneham/Kanada gewann die mittlerweile zurückgetretene Isabella Laböck Gold im Parallel-Riesenslalom. Die seit langem verletzte Amelie Kober gewann Bronze in beiden Parallel-Wettbewerben. Letzter deutscher Weltmeister war 1999 bei den Titelkämpfen in Berchtesgaden Markus Ebner in der damals noch ausgetragenen Disziplin Riesenslalom. Die letzte deutsche Männer-Medaille gewann Patrick Bussler 2009 in Gangwon/Südkorea im Parallel-Slalom. Im Ski-Freestyle holte 2015 die ebenfalls seit langem verletzte Lisa Zimmermann Slopestyle-Gold. Männer-Medaillen gab es bislang nur im nicht mehr ausgetragenen Ski-Ballett, zuletzt 1989 Gold durch Hermann Reitberger.

Wer sind die Stars?

Der größte Star ist Chloe Kim (USA). Die Tochter südkoreanischer Einwanderer ist die beste Snowboarderin im prestigeträchtigen Halfpipe-Wettbewerb. Im vergangenen Jahr war sie in Pyeongchang als 17-Jährige die jüngste Athletin ihrer Sportart, die Olympia-Gold gewann. Bei den in der Szene enorm wichtigen X-Games in Aspen/USA gewann sie am vergangenen Wochenende ihre fünfte Goldmedaille in der Superpipe.

Warum fehlt Ester Ledecka?

Ester Ledecka aus Tschechien gewann bei den Olympischen Spielen 2018 erst Gold im Super-G der Skirennläuferinnen, anschließend den Parallel-Riesenslalom der Snowboarderinnen vor Selina Jörg und Ramona Hofmeister. Weil es dem Weltverband FIS nicht gelang, die Zeitpläne der Freestyle-/Snowboard-WM und der alpinen Ski-WM in Are/Schweden (5. bis 17. Februar) zu entzerren, startet Ledecka nur bei den Alpinen. Damit erhöhen sich die Medaillenchancen für Jörg und Co. beträchtlich.