Athletenvertreter Koch widerspricht DOSB-Erklärung - Bildquelle: AFPSIDPATRIK STOLLARZAthletenvertreter Koch widerspricht DOSB-Erklärung © AFPSIDPATRIK STOLLARZ

Köln (SID) - Athletenvertreter Jonathan Koch hat sich erneut und mit Nachdruck von einer Erklärung des Präsidiums des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) distanziert, in der Verbandschef Alfons Hörmann auch in seinem Namen das "uneingeschränkte Vertrauen" ausgesprochen wurde. Der dreimalige Olympia-Teilnehmer im Rudern erklärte am Freitag bei Twitter: "Trotz meiner Richtigstellung vom 9. Mai 2021 wird der Eindruck erweckt, ich hätte dieser Stellungnahme und der namentlichen Zeichnung in einem ordentlichen Verfahren zugestimmt."

Da der DOSB Kochs Bitte um Richtigstellung "bis heute nicht nachgekommen ist, bin ich nunmehr gezwungen, eine erneute Richtigstellung vorzunehmen", schrieb der 35-Jährige und erklärte, es habe vor der Veröffentlichung am 7. Mai einen Austausch bezüglich der Stellungnahme gegeben. Er habe "implizit" ein Veto eingelegt, inhaltliche Kritikpunkte vorgebracht, um mehr Zeit gebeten und einen alternativen Entwurf vorgelegt.

"Der Zeitpunkt der Veröffentlichung sowie konkrete Inhalte waren mir nicht bekannt", äußerte Koch am Freitag weiter: "Ich wusste nicht, dass auch ohne meine Zustimmung eine namentliche Zeichnung erfolgen würde. Da ich noch keine Zustimmung gegeben hatte, kam ich auch Aufforderungen zur Übermittlung meiner digitalen Unterschrift nicht nach." Unter der DOSB-Erklärung des Präsidiums wurden insgesamt sieben Namen ohne Unterschriften aufgeführt, darunter der von Koch.

Auslöser der Affäre war ein am 6. Mai anonym versendeter und angeblich aus der DOSB-Belegschaft stammender Offener Brief mit expliziten Vorwürfen gegen den DOSB-Präsidenten, laut dem sich unter Hörmann "eine Kultur der Angst" etabliert habe. Weiter hieß es: "Aufgrund solcher Verhaltensweisen haben Mitarbeiter*innen gekündigt; andere befinden sich in psychotherapeutischer Behandlung. So kann es nicht weitergehen. So darf es nicht weitergehen."

Aktuell beschäftigt sich die unabhängige Ethik-Kommission des DOSB unter Vorsitz des früheren Bundesinnenministers Thomas de Maiziere mit dem Fall.

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