Der DBS sieht Gefahren für den Sport durch den Lockdown - Bildquelle: AFPSIDLOUAI BESHARADer DBS sieht Gefahren für den Sport durch den Lockdown © AFPSIDLOUAI BESHARA

Frankfurt/Main (SID) - Der Deutsche Behindertensportverband (DSB) erkennt in der Verlängerung des Lockdowns eine große Gefahr für den Sport und fordert mehr Weitsicht vonseiten der Politik. Es sei "ein schmaler Grat zwischen notwendiger Verantwortung und größer werdenden Sorgenfalten für die Zukunft ? sowohl mit Blick auf den Rehabilitationssport als auch auf den Breitensport", erklärte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher.

Auch den Entscheidungsträgern müsse klar sein: "Je länger die Einschränkungen andauern, desto härter werden uns die Folgen treffen", so Beucher: "Einerseits finanziell für die Verbände und die Vereine, andererseits sehen wir die Gefahr, dass nachhaltige psycho-soziale Konsequenzen überhandnehmen, wenn Sportangebote längerfristig ausfallen ? oder womöglich sogar dauerhaft wegfallen", führte der 74-Jährige aus: "Ein längerer Lockdown birgt auch für den Sport große Gefahren."

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten hatten im Rahmen ihrer Sitzung am Mittwoch auch den Lockdown für den Sport bis Ende Dezember verlängert. Amateursport ist weiter gänzlich verboten, Profiwettkämpfe dürfen nur ohne Zuschauer stattfinden.

Der DBS fürchtet um eine Sportlergeneration. "Wir müssen aufpassen, dass wir durch den neuerlichen Lockdown nicht Mitglieder, Übungsleiterinnen und weitere Ehrenamtler sowie letztlich auch Sportangebote in großer Anzahl verlieren", sagte Beucher. DBS-Vizepräsidentin Katrin Kunert ergänzte: "Wir haben die Sorge, dass es durch finanzielle Nöte bedingt durch die Einschränkungen künftig noch weniger Angebote geben wird und folglich noch weniger Menschen mit Behinderung sportlich aktiv sind."

Sport sei ein "Inklusionsmotor und für Menschen mit Behinderung ein wichtiger Bestandteil für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben", so Kunert weiter. Deshalb sollten die Behörden "unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes und der erforderlichen Hygienemaßnahmen" eine verantwortungsvolle Wiederaufnahme von Sportangeboten möglich machen. "Unsere Vereine haben bereits umfassende und sorgfältige Konzepte entwickelt, die bei strenger Einhaltung das Sporttreiben wieder möglich machen sollten", findet Beucher.

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