Deutsche Athleten hoffen auf Veränderung beim DBS - Bildquelle: AFPSIDJEWEL SAMADDeutsche Athleten hoffen auf Veränderung beim DBS © AFPSIDJEWEL SAMAD

Köln (SID) - Nach dem Rücktritt des Schach-Bundestrainers Dorian Rogozenco wünschen sich die Athleten und Athletinnen Veränderungen im Deutschen Schachbund (DBS). "Ich hoffe, dass die Strukturen angepasst werden, es einen Männer- und einen Frauentrainer gibt und jeder die gleichen Rechte hat", sagte Athletensprecherin Sarah Papp dem SID. Dem Rücktritt am Montag war ein Offener Brief von zwölf deutschen Spitzenspielern vorausgegangen, die darin angekündigt hatten, unter Rogozenco nicht mehr für das deutsche Nationalteam spielen zu wollen.

"Der Anlass war, dass das Vertrauen weg war. Es gab mehrere Vorfälle, auch der Ton gegenüber den Spielerinnen hat sich verschlechtert und war teilweise unangemessen", sagte Papp. Auch die Rücktritte des Leistungssportreferenten Andreas Jagodzinsky und des Frauenkapitäns Alexander Naumann hatten zum Unmut der Spielerinnen beigetragen. 

Naumann seien "die gleichen Rechte wie dem Männertrainer zugesagt" und wieder "aberkannt worden". Von Seiten des Verbands hieß es, die Abmachung sei ein Missverständnis gewesen. Außerdem habe eine Trainingsmaßnahme mit einem Spieler vor den Deutschen Meisterschaften stattgefunden. "Das ist so nicht gang und gäbe, weil der Bundestrainer eigentlich objektiv sein muss und bei der Trainingsmaßnahme direkt vor der Deutschen Meisterschaft nichts zu suchen hat", erklärte Papp.

Das Verhältnis zu einigen Spielern sei ohnehin nicht immer das beste gewesen, "aber diese Vorfälle haben das Fass zum Überlaufen gebracht." Der DBS habe für Samstag eine Videokonferenz veranlasst, berichtete Papp: "Wir starten dort einen Austausch." Die Kommunikation zwischen Verband und Spielern müsse wieder besser werden. "Das hat auch im Vorfeld dazu geführt, dass diese Probleme aufgekommen sind."

Rogozenco war seit 2014 Bundestrainer. Der DBS hatte am Montag die Zusammenarbeit "in beiderseitigem Einvernehmen" beendet, hieß es in einer Mitteilung. Zu den Gründen äußerten sich der Verband und Rogozenco nicht. "Auch wenn es am Ende zu manchen Konflikten kam, wünsche ich allen nur das Beste für ihre weitere schachliche Entwicklung", wurde er in der Verbandsmitteilung zitiert.

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