Doping-Behälter reichen noch bis Jahresende - Bildquelle: AFPSIDRamil SitdikovDoping-Behälter reichen noch bis Jahresende © AFPSIDRamil Sitdikov

Köln - Nach dem Ausstieg der Schweizer Firma Berlinger aus der Produktion von Probenbehälter ist die Fortsetzung des Anti-Doping-Kampfes in Deutschland vorerst gesichert. "Ich gehe davon aus, dass wir ein Dreivierteljahr gut versorgt sein werden", sagte Andrea Gotzmann, Vorstandsvorsitzende der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) dem Deutschlandfunk. 

Der Vorrat an Probeflaschen "sollte ausreichen", ergänzte Gotzmann, um mit der WADA und anderen Anti-Doping-Agenturen nach einem neuen Anbieter zu suchen.

"Kollateralschaden des Dopingskandals"

 

Sie bezeichnete den Rückzug des Schweizer Unternehmens als "Kollateralschaden des russischen Dopingskandals". Sie bedauere die Entscheidung des Unternehmens. Man habe hervorragend zusammengearbeitet, und Berlinger sei "der Anbieter am Markt, der uns das beste Produkt zur Verfügung gestellt hat".

Auf Berichte, denen zufolge die Flaschen beim Einfrieren brechen könnten, reagierte die NADA. Es gebe Anweisungen, "die Flaschen ganz besonders zu behandeln, um den gesamten Prozess nicht zu gefährden", sagte Gotzmann.

Behälterprobleme vor Olympia

Kurz vor den Olympischen Winterspielen im Februar in Pyeongchang hatte die ARD-Dopingredaktion Sicherheitslücken bei den von Berlinger hergestellten Flaschen aufgedeckt. Die von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA zugelassenen Gefäße konnten von unberechtigten Personen in gefrorenem Zustand geöffnet und wieder verschlossen werden, ohne dass dabei Spuren hinterlassen wurden. Zudem war es problemlos möglich, die Flaschen zu kopieren.

Die Behälter von Berlinger galten als hochmodern und wurden im September 2017 im Lichte des russischen Dopingskandals eingeführt. Es handelte sich dabei um die zweite weiterentwickelte Variante nach dem russischen Dopingskandal um die Winterspiele in Sotschi 2014, als die Gastgeber mit Hilfe des Geheimdienstes die Flaschen öffnete, den Inhalt manipulierten und sie wieder verschlossen.

Nach Bekanntwerden des Problems kehrte die WADA in Pyeongchang zu einem älteren Flaschenmodell zurück.

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