Seppelt sieht in der WADA-Entscheidung eine Chance - Bildquelle: AFPSIDFABRICE COFFRINISeppelt sieht in der WADA-Entscheidung eine Chance © AFPSIDFABRICE COFFRINI

Köln (SID) - Enthüllungsjournalist Hajo Seppelt misst der Entscheidung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) über Sanktionen gegen Russland am kommenden Montag enorme Bedeutung zu. "Das ist der Tag X für die Glaubwürdigkeit des Weltsports", sagte Seppelt, der mit der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping, wie Russland seine Sieger macht" vor fast auf den Tag genau fünf Jahren den russischen Dopingskandal aufdeckte, dem SID.

Sollte Russland nicht bestraft werden, wäre dies für Seppelt eine "Bankrotterklärung" für die Dopingbekämpfung. "Dann ist es wirklich so, dass die Anti-Doping-Jäger zahnlose Tiger sind", sagte Seppelt. Es habe einen unmittelbaren Eingriff in die Integrität des sportlichen Wettbewerbs gegeben.

Am Montag entscheidet die WADA über Strafen gegen Russland. Grund sind manipulierte und gelöschte Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor, mit denen das Ausmaß des Skandals belegt und individuelle Sportler überführt werden sollten. Russland droht eine Vierjahressperre für bestimmte Großereignisse wie Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften. Russische Sportler dürften unter bestimmten Voraussetzungen als "neutrale Athleten" weiter antreten.

"Wenn Tausende Datensätze zerstört worden sind, die unzählige Athleten betreffen, wie soll man denn sagen, dass man die sauberen Athleten schützen will - wenn man nicht weiß, wer sauber ist?", fragte Seppelt: "Der Generalverdacht gegen Russland ist mehr denn je gerechtfertigt. Die Ultima Ratio wäre, dass eigentlich kein Sportler antreten darf. Der Kardinalfehler war, dass man mit Russland zu soft umgegangen ist. Das hat sich gerächt."

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