Die WADA kündigt weitreichende Konsequenzen an - Bildquelle: AFPSIDIREK DOROZANSKIDie WADA kündigt weitreichende Konsequenzen an © AFPSIDIREK DOROZANSKI

Köln - In der Affäre um mutmaßlich manipulierte Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor hat der Vorsitzende des zuständigen Gremiums der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) weitreichende Konsequenzen angekündigt, sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten. "Wenn die Fakten für sich sprechen, dann erwarte ich, dass die Empfehlung schwerwiegend sein wird. Ich erwarte, dass das Exekutivkomitee der WADA sie befürworten wird", sagte Jonathan Taylor, der dem sogenannten Compliance Review Committee (CRC) vorsteht, der ARD-Dopingredaktion. Sollten die Experten feststellen, "dass die Daten manipuliert wurden, dann können sie mit einer harten Empfehlung seitens des CRC rechnen".  

Wie Taylor zudem erklärte, werde sein Gremium bereits am Sonntag dem WADA-Exekutivkomitee die Empfehlungen in dem Fall aussprechen. Dieses wird dann voraussichtlich am 9. Dezember darüber entscheiden. Die Sanktionsmöglichkeiten reichen bis zu einem Ausschluss russischer Athleten von Großereignissen wie den Olympischen Sommerspielen in Tokio. 

WADA zweifelt Echtheit von Daten aus Moskau an

Ein mögliches Olympia-Aus bezeichnete Taylor als "eine der Konsequenzen, die [...] vorgeschlagen werden könnten". Zudem kündigte er an: "Wenn die Fakten ausreichen, wenn diese es rechtfertigen, dann wird das CRC eine entsprechende Empfehlung aussprechen."

Die WADA zweifelt an der Echtheit der Daten aus dem Moskauer Labor, die das Ausmaß des institutionalisierten Dopingprogramms im Zeitraum von 2012 bis 2015 belegen sollen. Sie hatte deswegen Mitte September ein Verfahren gegen die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA eingeleitet.

Als Empfänger möglicher Sanktionen sieht Taylor nach ARD-Angaben aber keineswegs nur die RUSADA, der die erneute Suspendierung droht. Die Konsequenzen, so Taylor, müssten ausreichend sein, um die RUSADA, "aber auch diejenigen zu überzeugen, die die RUSADA unterstützen, ihren Verpflichtungen nachzukommen". Es gehe auch darum, "Menschen abzuschrecken". 

Russland streitet die Manipulation der Daten vehement ab. Russlands Sportminister Pawel Kolobkow sprach zuletzt von "technischen Problemen". Derzeit treffen sich IT-Experten beider Seiten, um darüber zu sprechen.

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