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Motorsport Formel 1

Hamilton nach erneutem Q1-Aus den Tränen nahe: Habe keine Botschaft

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© LAT Images

Die Leiden von Lewis Hamilton gingen im Qualifying zum Grand Prix von Katar 2025 weiter und sie setzen ihm zu. Im Interview mit F1 TV zeigte er deutliche Emotionen, als er darauf angesprochen wurde, welche Message er seinen Millionen von Fans nach dem erneuten 18. Startplatz samt Q1-Aus auf den Weg geben wolle.

Auf die Frage folgt ein langes Schweigen mit Kopfschütteln, dabei steigen dem 40-Jährigen die Tränen in die Augen. "Im Moment habe ich keine richtige Botschaft. Es tut mir leid. Aber ich bin unendlich dankbar für die Unterstützung, die ich das ganze Jahr über erfahren habe. Ohne sie hätte ich es nicht durch diese Saison geschafft."

Hamilton ist sich bewusst, dass seine Ergebnisse sich schlecht auf die Moral im Team auswirken können: "Ich bin mir sicher, dass die Ergebnisse eine Rolle spielen - für die Mechaniker, die Ingenieure, alle, die jedes Wochenende hier sind, und natürlich auch für die Menschen in der Fabrik. Alle geben ihr Bestes."

"Und die negative Berichterstattung in den Medien, das trifft die Leute. Sie kommen nach Hause zu ihren Frauen, und die sagen dann: 'Man liest gerade viel Negatives über eure Arbeit.' Ich bin mir sicher, das ist hart - für die Kinder, die Familien, für viele Menschen. Das hat spürbare Auswirkungen."

Nach einer glanzlosen Fahrt aus der Boxengasse ohne Aussicht auf Überholmanöver auf dem überholfeindlichen Lusail International Circuit auf Platz 17 im Sprint ging Hamilton mit der leisen Hoffnung ins Qualifying, es diesmal weiter zu schaffen als im Sprint-Qualifying. Denn Ferrari hatte das Auto über Nacht verbessert.

Und zunächst sah es gar nicht so schlecht aus, tatsächlich war Hamilton sogar zwischenzeitlich leicht schneller als Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc. "Das sah eigentlich ziemlich ordentlich aus, aber dann habe ich alles im letzten Versuch verloren", bestätigt Hamilton.

Während Leclerc sich um eine halbe Sekunde steigerte, fand Hamilton nur elf Tausendstelsekunden. Der direkte Vergleich mit Leclerc zeigt, dass er in Kurve 4 ein erstes Mal Zeit verlor. Hamilton hatte in der Rechtskurve Untersteuern und verlor deshalb eineinhalb Zehntelsekunden auf Leclerc.

Allerdings gelang es ihm, den Rückstand mit einer sauberen Fahrt durch Kurve 7 wieder aufzuholen und lag damit bis Kurve 10 nahezu gleichauf mit Leclerc. Doch aus jener Kurve, die für zahlreiche Tracklimit-Verstöße am Eingang einen gewissen Bekanntheitsgrad an diesem Wochenende erfährt, kommt Leclerc besser raus als Hamilton.

Ein wirklicher Fehler des siebenmaligen Weltmeisters ist nicht zu sehen, wohl aber ist er offenbar aus Sorge um die Tracklimits zu wenig Risiko gegangen. Leclerc holte weit mehr aus und kam daher in einem günstigeren Winkel um Kurve 10 herum.

Im weiteren Verlauf der Runde verliert Hamilton eine weitere Zehntel auf Leclerc in den ultraschnellen Kurven 14 und 15, in denen nur kurz gelupft wird. In Kurve 14 geht Hamilton später, aber deutlicher vom Gas. Das Gaspedal-Minimum von Leclerc liegt laut F1 Tempo bei 78 Prozent, das von Hamilton bei 74. Dadurch ist Leclerc sechs km/h schneller.

In der anschließenden Linkskurve Kurve 15 lupft er zeitgleich mit Leclerc, aber viel deutlich: Hamilton nimmt das Gaspedal bis auf 46 Prozent zurück, Leclercs Minimum liegt bei 50 Prozent. Hamilton verliert zehn km/h auf Leclerc. Insgesamt gewinnt der Monegasse in diesen beiden Kurven allein 0,15 Sekunden. Es waren also vier Kurven, die bei Hamilton nicht optimal gepasst haben.

Was fehlt Hamilton also, um aus dem Ferrari SF-25 das Beste rauszuholen? "Stabilität. Vielleicht ist es auch die schwierige Balance am absoluten Limit. Uns fehlt im Vergleich zu den anderen ganz klar Abtrieb."

Seit April keine Aero-Updates mehr

Bei Sky bestätigt er, dass das Auto besser war als am Freitag: "Das Auto hat sich deutlich besser angefühlt. Ganz ehrlich, es war besser als im gesamten restlichen Wochenende. In den Zeiten hat sich das nur leider nicht widergespiegelt."

Leclerc, der sich nach einem spektakulären Dreher in Q2 ins Q3 kämpfte, dort aber nicht über den zehnten Platz hinauskam, bestätigt: "Ich teile Lewis' Eindruck. Das Auto fühlt sich eigentlich ganz okay an, nicht dramatisch weit weg vom Tempo. Aber wenn man sich die Zeiten anschaut, wird klar: Das liegt am aktuellen Fahrzeug. Im Moment sind wir schlicht nicht da, wo wir hinwollen."

Leclerc sagt, er habe im Sprint "alles auf Reset gesetzt und versucht, etwas Besonderes zu machen. Das hat nicht funktioniert. Ich hoffe, dass es morgen besser läuft - aber nichts an dem, was ich im Auto bislang gespürt habe, lässt mich glauben, dass ich mich morgen wohler fühlen werde."

Das könnte an den fehlenden Aero-Updates liegen. Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur gab am Freitag zu, dass Ferrari bereits im April nach dem China-Grand-Prix alle Ressourcen auf das Auto für 2026 verschoben habe.

Hamilton glaubt aber nicht, dass die aktuelle Misere daran liegt: "Die fehlenden Updates waren nicht das Problem. Ich wollte ja selbst, dass sie den Fokus frühzeitig auf das Auto für das nächste Jahr richten - und sicherstellen, dass wir früh anfangen."

Auch schließt er aus, noch einmal wie im Sprint aus der Boxengasse zu starten: "Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich eher nicht. Man hat im Sprint gesehen, dass es kaum Überholmöglichkeiten gibt. Vielleicht probiere ich etwas anderes aus - aber mal sehen."

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