ran-Experte Nicolas Kiefer - Bildquelle: imago sportfotodienstran-Experte Nicolas Kiefer © imago sportfotodienst

München - Nicolas Kiefer geht ran an den Fed Cup: Bei der Live-Übertragung des Endspiels zwischen Tschechien und Deutschland in Prag (8. und 9. November live und exklusiv in SAT.1 und auf ran.de und tennis.de) analysiert er wieder sämtliche Spiele für die Zuschauer.

Hier schreibt er exklusiv für ran.de und tennis.de, welches Team er gegen Tschechien erwartet und warum Sabine Lisicki von der deutschen Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner nicht für Prag nominiert werden sollte:

"Das Fed-Cup-Finale zwischen Tschechien und Deutschland rückt immer näher. Nur noch gut drei Wochen, dann ist es endlich soweit. Dann fliegen in Prag die Tennisbälle durch die O2-Arena. Ich bin schon ganz heiß!

Die Tschechen haben ihr Team bereits bekanntgegeben, während sich die deutsche Teamchefin Barbara Rittner dafür regelkonform noch etwas Zeit lässt. Klar ist, dass Angelique Kerber und Andrea Petkovic für das Endspiel gesetzt sind. Für die weiteren Team-Plätze würde ich getreu dem Motto "Never Change A Winning Team" agieren und auf Anna-Lena Grönefeld und Julia Görges setzen.

Lisicki passt nicht in dieses eingeschworene Team

Diese beiden sind in meinen Augen fester Bestandteil des Teams, das es in diesem Jahr bis ins Finale geschafft hat. Die Vier sind zudem ein eingeschworener Haufen, haben ihre eigenen Rituale entwickelt und kennen sich untereinander bestens. Sabine Lisicki, das sicherlich aufgrund vieler, nicht nur sportlicher Aktivitäten, bekannteste Gesicht im deutschen Tennis, passt da einfach nicht rein. 

Es darf nie vergessen werden, dass die Spieler beim Davis Cup oder die Spielerinnen beim Fed Cup die ganze Woche miteinander verbringen. Sie trainieren täglich zusammen, essen zusammen und verbringen auch ihre Freizeit zusammen. Da muss die Harmonie im Vordergrund stehen – und deswegen halte ich es auch für sehr schwierig, jetzt ein fünftes Gesicht zu installieren. 

Lisicki polarisiert und steht gerne im Mittelpunkt

Zumal Lisicki in diesem Jahr nur sehr durchschnittlich gespielt und nichts Außergewöhnliches erreicht hat. Hinzu kommt, dass sie polarisiert, immer ihr Ding durchziehen will und gerne im Mittelpunkt steht. Das könnte durchaus zu Unruhen im Team führen. 

Denn im Fed Cup geht es um das Team und nicht nur um eine Einzige. Und wenn eine Spielerin in dieser Mannschaft ausgetauscht wird, macht das direkt mal 25 Prozent aus. Beim Fußball wäre das anders: Wenn in einem 23-Mann-Kader ein Spieler ausgetauscht wird, wird das Team nicht dermaßen beeinflusst, wie beim Fed Cup oder Davis Cup. 

Rittner wird das gewohnte Team nominieren

Sollte es am Ende aber dann doch so sein, dass Rittner sich dafür entscheiden sollte, Lisicki zu nominieren und Deutschland gewinnt den Fed Cup, wäre es aus meiner Sicht total unfair, wenn viele sagen würden: Deutschland hat nur wegen Sabine Lisicki gewonnen. Denn sie könnte dann mit am wenigsten für diesen Triumph. 

Ich gehe aber ganz fest davon aus, dass Rittner das erfolgreiche Team der vergangenen Fed-Cup-Partien auch in Prag spielen lassen wird. Und als fünfte Spielerin, mit der Kerber, Petkovic und Co. dann in Tschechien trainieren könnten, könnte Rittner doch Nachwuchsspielerin Anna-Lena Friedsam mitnehmen. Die hat mit ihrem Halbfinal-Einzug in Linz gerade erst ein dickes Ausrufezeichen gesetzt."

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