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München - Tennis-Star Novak Djokovic liefert sich einen Rechtsstreit um die Einreise nach Australien. Der australische Grenzschutz hatte dem Weltranglistenersten diese Einreise verweigert. Nach einem beispiellosen Hin und Her musste der Serbe am Sonntag ausreisen.

Die neusten Entwicklungen im Newsticker:

+++ Update, 20. Januar, 12:15 Uhr: Will Novak Djokovic Australien verklagen? +++

Nach seiner Abschiebung könnte Novak Djokovic rechtliche Schritte gegen das Land Australien einleiten. Nachdem der 34-Jährige wieder in seiner Heimat gelandet war, soll sich Djokovic mit seinem Anwalt in Verbindung gesetzt haben, um die australische Regierung auf 3,8 Millionen Euro zu verklagen. Das berichtet die englische "Sun".

Grund dafür sollen vor allem die schlechten Zustände im Quarantäne-Hotel sein, in dem der Serbe die meiste Zeit seines Aufenthaltes verbringen musste. Die Mutter des zwanzigmaligen Grand-Slam-Siegers erklärte, dass das Hotel übersät gewesen sei mit Flöhen und Wanzen. Eine Quelle aus dem Umfeld von Djokovic wurde zudem wie folgt zitiert: "Es ist kein Geheimnis, dass Novak und seine Familie im Quarantäne-Hotel schlecht behandelt wurden."

Der serbische Staranwalt Toma Fila unterstützt seinen Landsmann: "Er war erniedrigender Behandlung ausgesetzt. Er sollte klagen." Besonders kurios: Bestandteil der Summe, die Djokovic vom australischen Staat fordert, ist das Preisgeld, dass er für einen Sieg bei den Australian Open erhalten hätte. 

+++ Update, 19. Januar, 22.52 Uhr: Djokovic wird Anteilseigner bei Biotech-Unternehmen +++

Der zuletzt wegen fehlender Coronaimpfung aus Australien ausgewiesene serbische Tennisstar Novak Djokovic investiert offenbar in ein dänisches Biotech-Unternehmen, das Forschungen für die Bekämpfung der Viruserkrankung betreibt. Das sagte Ivan Loncarevic, Geschäftsführer von "QuantBioRes", der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Djokovic sei Mitbegründer und Mehrheitseigner der Firma, die es seit Juni 2020 gebe. Djokovic (34) und seine Frau Jelena halten angeblich 80 Prozent der Anteile. Das Unternehmen hat Sitze in Dänemark, Slowenien, Australien und Großbritannien. 

"Wir wollen eine neue Technologie zur Bekämpfung von Viren und resistenten Bakterien entwickeln und haben uns entschieden, COVID als Beispiel zu nutzen", sagte Loncarevic: "Wenn wir bei Corona erfolgreich sind, werden wir bei anderen Viren erfolgreich sein."

+++ Update, 17. Januar, 12.10 Uhr: Auch French Open ohne Djokovic? +++

Nächste schlechte Nachricht für Novak Djokovic: Auch seine Teilnahme an den French Open ist in Gefahr!

Eine neues Gesetz zur Einführung eines speziellen Impfnachweises, der zur Teilhabe an weiten Teilen des öffentlichen Leben notwendig ist, wurde jetzt von der französischen Nationalversammlung verabschiedet.

"Sobald das Gesetz verkündet wurde, wird der Impfnachweis obligatorisch für den Zugang zu öffentlichen Einrichtungen mit Publikumsverkehr (Stadien, Theater, Messen) für alle Zuschauer, Mitarbeitenden und sowohl französische als auch ausländische Profis", schrieb Sportministerin Maracineanu bei Twitter.

Das würde natürlich auch den ungeimpften Djokovic betreffen.

Derzeit ist es nicht erforderlich, geimpft zu sein, um in Frankreich einzureisen, aber der Impfnachweis wird künftig für jeden verpflichtend sein, der eine "Einrichtung mit Publikumsverkehr" betritt.

Noch vor einigen Tagen hatten die Ministerin und der Präsident des französischen Tennisverbands angedeutet, nach Optionen zu suchen, die auch ungeimpften Spielern die Teilnahme an den French Open ermöglichen.

Maracineanu hatte Anfang Januar bei "France Info" bezüglich eines Djokovic-Starts erklärt, ein Sportler, "der nicht geimpft ist, kann am Wettbewerb teilnehmen, weil das Protokoll, die Gesundheitsblase dieser großen Sportveranstaltung, dies erlaubt".

Diese Pläne sind nun offenbar vom Tisch und eine Teilnahme von Djokovic an "Roland Garros" wird damit immer unwahrscheinlicher.

+++ Update, 17. Januar, 09.29 Uhr: Premierminister macht Djokovic Hoffnung +++

Wer wie Novak Djokovic aus Australien ausgewiesen wird, darf eigentlich die darauffolgenden drei Jahre nicht einreisen. Für den "Djoker" bedeutet das, dass er nicht nur die aktuellen Australian Open, sondern auch die in den Jahren 2023, 2024 und 2025 verpassen wird.

Doch Scott Morrison macht dem Tennis-Star jetzt überraschend Hoffnung. "Es dauert eigentlich drei Jahre, aber unter den richtigen Umständen kann man zurückkehren. Das ziehen wir in Betracht", sagte der australische Premierminister am Montagvormittag.

Die endgültige Entscheidung liegt hierbei allerdings beim Einwanderungsminister Alex Hawke. Dem will Morrison allerdings keine Steine in den Weg legen: "Ich werde nichts tun, was dem Minister nicht ermöglichen würde, die dafür notwendigen Anrufe zu tätigen", so der Premier weiter.

Sollte es zu keiner Ausnahmeregelung kommen, könnte Djokovic erst 2026 wieder an den Australian Open teilnehmen - der Serbe wäre dann 38 Jahre alt.

+++ Update, 16. Januar, 09.05 Uhr: So reagiert Djokovic auf das Urteil +++

Die Entscheidung ist gefallen, Novak Djokovic muss Australien verlassen. Kurz nach dem Richterspruch hat sich der Serbe mit einem Statement zu Wort gemeldet. So erklärte er, er wolle sich zunächst "etwas Zeit nehmen, um mich auszuruhen und zu erholen, bevor ich weitere Kommentare abgebe."

Und weiter: "Ich bin sehr enttäuscht über das Urteil, meinen Antrag auf gerichtliche Überprüfung der Entscheidung zur Annullierung meines Visums abzulehnen, was bedeutet, dass ich nicht in Australien bleiben und nicht an den Australian Open teilnehmen kann. Ich respektiere die Entscheidung des Gerichts und werde mit den zuständigen Behörden in Bezug auf meine Ausreise aus Australien zusammenarbeiten."

Zudem sagte der 34-Jährige, es sei ihm "unangenehm" gewesen, dass der Fokus in den vergangenen Wochen auf ihm und nicht auf dem Turnier gelegen habe. Zudem bedankte er sich bei Familie, Freunden, Fans und seinen serbischen Landsleuten.

+++ Update, 16. Januar, 08.10 Uhr: Urteil gefallen! Djokovic muss ausreisen +++

Der tagelange Krimi um die Australien-Einreise von Novak Djokovic hat ein Ende! Der Serbe hat vor Gericht verloren und muss die Heimreise antreten. Sein Antrag auf Aufhebung der Annullierung seines Visums wurde abgewiesen.

Der Superstar hat damit kein Visum für das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres und muss aus Australien ausreisen.

Die Richter trafen in der Causa Djokovic dabei eine einstimmige Entscheidung, eine Begründung soll allerdings frühestens am Montag erfolgen. Das teilte der vorsitzende Richter James Allsop in einem Livestream mit. Auch die Kosten für das Verfahren wurden dem Serben auferlegt. Rechtsmittel gegen das Urteil können nicht eingelegt werden.

Zwar ist laut der Nachrichtenagentur "AAP" eine Berufung vor dem High Court, dem höchsten australischen Gericht, möglich - aber auch dort sind die Erfolgschancen äußerst gering. Zumal ein Einspruch zeitlich zu spät kommen würde, da die Erstrundenbegegnung des Superstar bereits für die Nacht auf Montag angesetzt ist.

+++ Update, 15. Januar, 15:35 Uhr: Zverev verteidigt Djokovic - Nadal genervt +++

Rafael Nadal hat sich kritisch über die Posse um die Australien-Einreise von Novak Djokovic geäußert. "Wenn er am Ende spielt, okay. Wenn er nicht spielt, werden die Australian Open großartige Australian Open sein - mit oder ohne ihn. Die Australian Open sind viel wichtiger als jeder einzelne Spieler", sagte der Spanier, der wie viele andere Profis beklagt, dass der Fall das Interesse am ersten Grand-Slam-Turnier der Saison überschattet.

Nadal respektiert nach eigenen Angaben seinen Dauerrivalen "als Person, natürlich, und ohne Zweifel als Sportler", ist jedoch "mit vielen Dingen, die Novak in den letzten Wochen getan hat, nicht einverstanden". Sowohl Nadal als auch Djokovic - im Falle einer Aufenthaltserlaubnis - könnten in Melbourne ihren 21. Grand-Slam-Titel gewinnen und damit einen Rekord aufstellen.

Alexander Zverev verteidigt Djokovic indes. "Ich verstehe die Perspektive der Australier und der Regierung. Die australische Regierung und die Regierung Victorias hätten sich im Voraus im Klaren darüber sein müssen, was passieren wird. Ich denke, es ist nicht sehr fair für eine Person, hier herzukommen und nicht spielen zu können", erklärte der Olympiasieger.

+++ Update, 15. Januar, 08:20 Uhr: Djokovic vor Anhörung erneut festgenommen +++

Novak Djokovic ist in Australien vor der entscheidenden Anhörung über die Gültigkeit seines Visums und damit seiner Teilnahme an den Australian Open in Melbourne am Sonntag wieder in einer Unterkunft für Abschiebekandidaten festgesetzt worden.

Das berichteten mehrere australische Medien am Samstag und veröffentlichten entsprechende Fotos und Videos von der Ankunft des Weltranglistenersten an dem umfunktionierten Hotel.

Zuvor war nach der erneuten Annullierung von Djokovics Visum durch das Einwanderungsministerium vom Vortag die Gerichtsverhandlung über den anschließenden Einspruch der Anwälte des 34-Jährigen vor dem Bundesgericht für Sonntag angesetzt worden. Zugleich wurde allerdings auch seine vorläufige Festsetzung beschlossen. 

Die Rechtsbeistände des neunmaligen Australian-Open-Gewinners zweifelten in der Anhörung am Samstag erwartungsgemäß die Rechtmäßigkeit der Regierungsentscheidung durch den zuständigen Minister Alex Hawke an.

In einem grundsätzlich durch die australische Verfassung erlaubten persönlichen Beschluss hatte Hawke die Aufenthaltserlaubnis für den nach eigenen Angaben Mitte Dezember positiv auf das Coronavirus getesteten Djokovic wieder eingezogen und den ungeimpften Weltstar als Gefahr für die öffentliche Gesundheit und sogar für die öffentliche Ordnung dargestellt. 

+++ Update, 14. Januar, 23:25 Uhr: Djokovic wohl erneut festgenommen+++

Die Causa Novak Djokovic geht in die nächste Runde. Laut einem Bericht von "CNN" wurde der serbische Weltranglisten-Erste noch vor der entscheidenden Anhörung vor dem Einwanderungsgericht von den australischen Behörden festgenommen. 

Dem 34-Jährigen wurde von den australischen Behörden bereits zwei Mal das Visum annulliert. Zudem droht dem Tennisstar ein dreijähriges Einreiseverbot nach Australien, wodurch auch künftige Teilnahmen an Turnieren in Down Under gefährdet wären. 

+++ Update, 14. Januar, 17:10 Uhr: Becker appelliert an Djokovic +++

Noch vor ein paar Tagen verteidigte Boris Becker seinen ehemaligen Schützling. Vor allem die mediale Berichterstattung missfiel der deutschen Tennislegende. In einem Interview mit "Eurosport" versucht Becker nun an die Vernunft von Novak Djokovic zu appellieren. 

"Es wird nicht leichter für ihn. Die French Open und Wimbledon schauen sich die Situation in Australien ganz genau an. Wenn er sich weiter auf Tennis konzentrieren will, muss er einige Veränderungen unternehmen", so der 54-Jährige.

Zudem wandte er sich direkt an den Serben: "Novak, versuche einzusehen, dass es geimpft leichter für dich sein wird." Im gleichen Atemzug erklärte Becker jedoch, dass er nicht glaube, dass solche Appelle Djokovic zum Umdenken bewegen würden.

+++ Update, 14. Januar, 13:17 Uhr: Djokovic geht gegen Visumentzug vor +++

Tennisstar Novak Djokovic wird wie erwartet Einspruch gegen das von den australischen Behörden erneut entzogene Visum einlegen, um eine Ausweisung zu verhinden. Das bestätigte Djokovics Anwalt, Nick Wood, in einer kurzfristig angesetzten Online-Anhörung am Freitagabend in Melbourne. Eine Entscheidung in der Causa soll am Samstag in höchster Instanz vor dem Federal Court of Australia, einem Bundesgericht, fallen.

Am Samstagmorgen (8.00 Uhr Ortszeit/Freitag, 22.00 Uhr MEZ) soll Djokovic zu einer Befragung vor den Einwanderungsbehörden erscheinen. Bis dahin will die Regierung von einer erneuten Festsetzung des Serben absehen. Anschließend stehe er wieder unter Kontrolle der Behörden. 

"Wir sind sehr besorgt über die Zeit", sagte Wood während einer Anhörung angesichts des baldigen Turnierbeginns. Djokovic müsste seine Erstrundenbegegnung gegen seinen Landsmann Miomir Kecmanovic am Montag oder Dienstag bestreiten. Im Zuge dessen bemängelte der Anwalt auch das lange Zögern des Einwanderungsministers Alex Hawke, welcher am Freitag Djokovic erneut das Visum entzogen hatte. 

Sollte die Entscheidung Bestand haben, müsste Djokovic das Land verlassen und könnte seinen Titel bei der Australian Open nicht verteidigen. Zudem droht dem Weltranglistenersten auch ein dreijähriges Einreiseverbot nach Australien. 

+++ Update, 14. Januar, 08:20 Uhr: Australien annulliert Visum von Djokovic +++

Novak Djokovic ist von den australischen Behörden erneut das Visum entzogen worden. Das gab Einwanderungsminister Alex Hawke am Freitag bekannt. Sollte der serbische Tennisstar keinen erfolgreichen Einspruch einlegen, muss er das Land verlassen und kann seinen Titel bei den am Montag beginnenden Australian Open nicht verteidigen. Zudem droht Djokovic auch ein dreijähriges Einreiseverbot nach Australien.

Hawke machte bei der Entscheidung von seinem persönlichen Recht als Einwanderungsminister Gebrauch. Er habe aus Gründen der Gesundheit und des öffentlichen Interesses gehandelt, wie es in einem Statement hieß. Laut australischen Medienberichten hatten sich Djokovics Anwälte bereits darauf vorbereitet, einen erneuten Entzug des Visums des Grand-Slam-Rekordchampions anzufechten. Ob sie dies tatsächlich tun werden, blieb zunächst offen.

Am Montag hatte der ungeimpfte Weltranglistenerste nach einem Teilerfolg vor Gericht sein Visum zurückbekommen und konnte die Unterbringung für Ausreisepflichtige verlassen, in der er sich nach Ankunft am vergangenen Mittwoch wegen Nichterfüllung der Pandemie-Einreisebestimmungen zunächst aufhalten musste. Seitdem prüfte die Regierung Australiens weitere Schritte.

Am Mittwoch hatte Djokovic eingeräumt, dass er im Dezember in Serbien an einem Interview trotz des Wissens um einen positiven Coronatest teilgenommen habe. Auch eine "unabsichtliche" Falschangabe auf dem Einreisebogen musste er eingestehen.

+++ Update, 13. Januar, 23:15 Uhr: Tennis-Star Tsitsipas schießt scharf gegen Djokovic +++

Der Fall um Tennis-Superstar Novak Djokovic hängt weiter in der Schwebe. Die restlichen Profis haben bislang in großer Mehrheit zu der Posse geschwiegen, einer lässt jedoch Dampf ab. 

Stefanos Tsitsipas ist mit dem Verhalten des Serben ganz und gar nicht einverstanden. Gegenüber einem indischen TV-Sender holt er aus: "Eine Minderheit hat sich entschieden, einen eigenen Weg zu gehen. Das lässt die Mehrheit wie Idioten aussehen." 

Djokovic spiele zum Ärger des Griechen nach seinen eigenen Regeln. Niemand sonst hätte gedacht, dass man ungeimpft nach Australien reisen könne und die Protokolle zu missachten. "Man muss schon sehr mutig sein, um das zu tun", meint der Weltranglistenvierte. 

Mit der Meinung dürfte Tsitsipas im Tennis-Zirkus nicht alleine sein. 

+++ Update, 13. Januar, 15:10 Uhr: Bei Abschiebung - Djokovic-Anwälte bereiten wohl neuen Einspruch vor+++

Noch hat Australiens Integrationsminister Alex Hawke nicht entschieden, ob er Novak Djokovic erneut das Visum entziehen und den Tennis-Star abschieben will. Die Entscheidung soll am Freitag fallen. Laut der australischen Zeitung "The Age" rechnen Djokovics Anwälte aber bereits damit, dass der Serbe abgeschoben werden soll und bereiten einen erneuten Einspruch vor. Das Blatt beruft sich auf eine Quelle aus dem direkten Djokovic-Umfeld.

Dem Bericht zufolge spricht viel für eine erneute Stornierung des Visums. Die Veranstalter der Australien Open hoffen unterdessen, dass der Fall noch vor Beginn der 1. Runde am 17. und 18. Januar abgeschlossen werden. Djokovics Ziel ist es weiterhin, am Grand-Slam-Turnier in Melbourne teilzunehmen - zur Not offenbar durch ein weiteres Gerichtsverfahren. 

+++ Update, 13. Januar, 8:03 Uhr: Djokovic für erste Runde ausgelost - aber Trainingsabbruch +++

Die Posse um Novak Djokovics Teilnahme bei den Australian Open nimmt einfach kein Ende. Weiterhin ist unklar, ob der serbische Superstar am kommenden Montag (17. Januar) ins Turnier starten darf. Ein erster Schritt in dieser Richtung erfolgte allerdings am heutigen Donnerstag. 

Bei der Auslosung der ersten Runde wurde dem Weltranglistenersten dessen Landsmann Miomir Kecmanovic zugelost. Ob die Partie wie geplant stattfinden kann, weiß wohl allerdings keiner so richtig. Die australischen Behörden prüfen derzeit weiterhin eine Ausweisung des Tennis-Stars, weil er bei der ohnehin umstrittenen Einreise falsche Angaben zu seinem Aufenthalt in den 14 Tagen zuvor gemacht hatte. 

Während der Einwanderungsminister Australiens auch am Donnerstag noch keine Ausweisung auf eigene Faust anordnete, ging es für Djokovic auf den Trainingsplatz. Dort verweilte er allerdings nicht lange. Nach nur knapp 30 Minuten brach er das Training ab, weil ihm nach Informationen der "BILD" sein Fitnesstrainer Marco Panichi eine Nachricht auf dem Handy zeigte und der "Djoker" daraufhin Kopf schüttelnd den Platz verließ - den er eigentlich für eine zweistündige Trainingseinheit gebucht hatte ... 

+++ Update, 12. Januar, 18:30 Uhr: Tennis-Profi Marton Fucsovics greift Djokovic an +++

Für den Tennis-Profi Marton Fucsovics ist die Lage klar. Novak Djokovic hat sich nicht an die Regeln gehalten. Deshalb ist sich der Ungar sicher: "Unter diesem Gesichtspunkt glaube ich, dass er kein Recht hätte, hier zu sein." Das sagte er dem ungarischen Sender "M4Sport".

Zudem erklärte der 29-Jährige: "Die Gesundheit der Menschen steht an erster Stelle, und es gibt Regeln, die schon vor Monaten festgelegt wurden."

Der Weltranglisten 38. ist damit der erste Spieler, der sich öffentlich gegen eine Teilnahme von Novak Djokovic an den Australian Open ausspricht. In den vergangenen Tagen hatten sich viele Spieler noch zurückgehalten oder den Serben unterstützt. 

Fucsovics selbst wollte sich laut eigener Aussage auch nicht impfen lassen, tat dies dann aber, um an Turnieren teilnehmen zu dürfen.

+++ Update, 12. Januar, 17:30 Uhr: Boris Becker verteidigt Novak Djokovic +++

Boris Becker hat sich im Podcast "Das Gelbe vom Ball" zum "Fall Djokovic" geäußert. Er erklärte, dass man Djokovic nicht die alleinige Schuld an der Situation geben könne. Man müsse das gesamte Bild betrachten, so der 54-Jährige.

Damit meint Becker die zahlreichen Ausnahmegenehmigungen, die verteilt wurden :"26 Spielerinnen und Spieler aus dem Hauptfeld haben den Turnierdirektor und den Bundesstaat Victoria nach einer Sondererlaubnis gefragt. Von diesen 26 Profis haben fünf eine solche bekommen - unter anderem auch Novak."

Zudem betonte er, dass die Umstände im Hotel in dem zwischenzeitlich Djokovic untergebracht wurde schwierig gewesen seien: "Novak hat fünf Tage in einem Quarantäne-Hotel verbracht. Das sind bescheidene Hotels, aber wenn du Veganer bist, kein normales Wasser trinkst und auch kein normales Bett zu Hause hast, dann ist das besonders schlimm."

+++ Update, 12. Januar, 16:50 Uhr: Australische Moderatoren lästern über Djokovic +++

Einen Fauxpas leisteten sich zwei australische TV-Moderatoren des Senders "Channel 7". Mike Amor und Rebecca Maddern dachten beide, dass sich noch nicht "on-air" befänden und ließen ihrem Frust über Djokovic freien Lauf. 

Maddern beleidigte Djokovic als "lügendes, heimtückisches A***loch." Ihr kollege stimmte ihr zu und antwortete: "Ich denke nicht, dass er eine verdammte Erkrankung hatte. Er hatte einen Scheißdreck. Es war eine beschissene Ausrede und jetzt fällt er über seine eigenen verdammten Lügen. Das ist, was passiert, oder?"

"Channel 7" gab später bekannt, dass es sich um eine private Konversation gehandelt habe, die nicht hätte aufgenommen werden dürfen.

+++ Update, 12. Januar, 16:30 Uhr: Testergebnis möglicherweise manipuliert?

Die Gerüchte, dass das vorgelegte Testergebnis von Novak Djokovic manipuliert sein könnte, reißen nicht ab. Nachforschungen vom "Spiegel" und "Zerforschung" befeuern diese Gerüchte nun. 

Da die Testergbnisse mit einem sogenannten "Unix-Zeitstempel" versehen sind, könne man feststellen wie viel Zeit seit dem Testergebnis vergangen ist. Der von Djokovic angegebene negative Test vom 22. Dezember könnte so bestätigt werden. 

Allerdings soll sich mit dieser Möglichkeit auch beweisen lassen, dass Djokovic bereits am 26. Dezember positiv getestet wurde. Dies widerspricht Unterlagen des Serbischen Institut für Öffentliche Gesundheit. Dort wird der 16. Dezember angegeben. Wie es für den Serben weitergeht ist noch unklar.

+++ Update, 11. Januar, 19:10 Uhr: Nick Kyrgios kritisiert die Medien +++

Nick Kyrgios hat die Medien und den Umgang mit Novak Djokovic kritisiert. Auf Instagram erklärte er: "Ich schäme mich australischer Sportler zu sein. Ich habe gesehen, was dieser Mann für uns und den Sport getan hat. Ich finde es nicht richtig." 

In einer weiteren Story fügte er an: "Die Medien lieben das, sie lieben es, zu spalten." Diese Aussagen kommen durchaus überraschend, da Kyrgios sich in der Vergangenheit, vor allem über die "Adria-Tour" von Novak Djokovic, kritisch geäußert hatte. Damals erklärte er: "Sagt nichts zu mir wegen der dummen und unverantwortlichen Dinge, die ich getan habe, denn das ist das Allerletzte."

Der 26-Jährige befindet sich zurzeit in Quarantäne, da er am vergangenen Montag positiv getestet wurde. Sein Plan sei es jedoch weiterhin an den Australian Open teilzunehmen, so der 114. der Weltrangliste.

+++ Update, 10. Januar, 21:10 Uhr: Srdjan Djokovic appelliert an die Queen +++

In einer Rede in den serbischen Mediene hat Srdjan Djokovic unter anderem an die Queen appelliert und den australischen Premierminister als "Diktator" beschimpft. "Ich appelliere an die Queen, die Anführerin des Commonwealth, einzuschreiten und die Menschenrechte meines Sohnes Novak Djokovic zu beschützen. Ich rufe alle Australier und die ganze Welt dazu auf ihre Stimmen gegen den Terror und die Menschenrechtsverletzungen am besten Tennisspieler der Welt zu erheben."

Des Weiteren bezeichnete er den Scott Morrison, Premierminister Australiens, als "Diktator", da er persönlich dafür sorgen würde, dass sein Sohn nicht ins Land einreisen darf. Zudem würde sein Sohn behandelt werden, wie ein Terrorist in Guantanamo Bay.

Sein Sohn werde in die Geschichte eingehen. Als "Spartacus", der die Freiheit verteidigt hat.

+++ Update, 10. Januar, 20:55 Uhr: Rätsel um QR-Code +++

Der "Fall Djokovic" wird immer skurriler. Wie der "Spiegel" nun berichtet änderte sich innerhalb von einer Stunde das Ergebnis, dass man über einen QR-Code abrufen konnte. Der QR-Code wurde vom "Spiegel" gescannt und zeigt das Resultat eines Coronatests vom 16. Dezember an. An diesem Tag soll Djokovic positiv getestet worden sein.

Während um 13:19 noch eine negatives Testergebnis angezeigt wurde, erschien um 14:33 ein positiver Bescheid. Sollte ersteres der Wahrheit entsprechen, wäre die Grundlage für Djokovic' Einreise nicht gegeben.

+++ Update, 10. Januar, 14:40 Uhr: Die Familie verteidigt Novak Djokovic +++

Bei einer eigens angesetzten Pressekonferenz hat die Familie Djokovic ihren Sohn Novak in Schutz genommen. 

So sagte Djokovics Vater: "Novak ist mental hart wie ein Felsen. Sie haben ihm seine Rechte genommen, aber er hat sich geweigert, sein Visum aufzugeben. Dies ist ein großer Sieg für Novak, seine Familie und die freie Welt. Er hat all das respektiert, was sie von ihm wollten. Er wollte einfach nur Tennis spielen, dieses Recht wollten sie ihm nehmen. Er hat nie jemanden beleidigt, denn er versucht immer nur zu helfen." 

Auch seine Mutter Dijana sprang dem Tennisstar zur Seite: "Novak hat nichts gegen das australische Gesetz getan, aber er wurde auf die Art und Weise misshandelt, die wir gesehen haben. Eventuell finden wir bald mehr heraus. Es gab Momente, da hatte er sein Handy nicht bei sich und wir wussten nicht, was passiert. Ich bedanke mich bei allen, die aufgestanden sind und ihn vor diesem "Hotel" in Melbourne unterstützt haben. Das ist der größte Erfolg seiner Karriere." 

Djokovics Bruder Djordje äußerte sich wie folgt: "Novak ist frei und er hat bereits auf den Plätzen vor Ort trainiert. Er ist dorthin gegangen, um einen weiteren Titel zu hole, mit der bestmöglichen Absicht und allen Unterlagen."

Und weiter: "Ich bewundere Richter Kelly dafür, wie er den Prozess geleitet hat. Er war sehr gründlich und neutral. Novak ist auf viele Arten beschimpft worden. Aber er kämpft lediglich für die Freiheit, eine Wahl zu haben." 

Dabei bestätigte Djokovics Bruder auch den positiven Coronatest am 16. Dezember mit Verweis auf die offen gelegten Dokumente. Auf die Frage nach den Bildern, welche Novak Djokovic am 17/18. Dezember in der Öffentlichkeit zeigten, beendete die Familie allerdings die Pressekonferenz.

Novak Djokovic selbst nahm nicht an der Pressekonferenz teil, äußerte sich aber zeitgleich über Twitter und zeigte sich erfreut, dass die Richter die Annullierung seines Visums aufgehoben habe. Er wolle, trotz allem, bleiben und bei der Australien Open antreten. 

+++ Update, 10. Januar, 12:50 Uhr: Djokovic will PK geben +++

Die Familie Djokovic hat für 14:00 Uhr deutscher Zeit eine Pressekonferenz angekündigt, an der auch Novak teilnehmen soll.

Derweil berichtet der "Guardian", dass die Causa längst nicht zu Gunsten des Serben entschieden ist: "Nach der heutigen Entscheidung des Bundesgerichtshofs [...] liegt es im Ermessen von Einwanderungsminister Hawke, die Annullierung des Visums von Herrn Djokovic im Rahmen seiner persönlichen Annullierungsbefugnis gemäß Abschnitt 133C(3) des Migrationsgesetzes zu erwägen. Der Minister prüft die Angelegenheit derzeit und das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen."

Demnach habe die angesprochene Vier-Stunden-Frist in diesem Fall nicht gegriffen, weil die Regierung Djokovic allem Anschein nach nicht erneut verhören will.

+++ Update, 10. Januar, 12:15 Uhr: Australiens Regierung lässt Frist verstreichen +++

Novak Djokovics Sieg im juristischen Tauziehen um seine Einreise in Australien hat vorerst Bestand. Der Minister für Einwanderung, Alex Hawke, verzichtete zunächst darauf, dem serbischen Tennisstar mit seiner persönlichen Entscheidungsgewalt erneut die Aufenthaltsberechtigung zu entziehen. Eine entsprechende Frist von vier Stunden verstrich am Abend (Ortszeit). Dies berichteten die Zeitungen The Age und Sydney Herald am Montag.

Somit dürfte auch feststehen, dass der Serbe nicht erneut in Gewahrsam genommen wurde.

+++ Update, 10. Januar, 11:00 Uhr: Gerüchte machen die Runde: Djokovic erneut festgenommen? +++

Novak Djokovic soll laut der Journalisten Ksenija Pavlovic McAteer verhaftet worden sein. Sie beruft sich auf Informationen von Novaks Vater Srdjan Djokovic.

Auch Bruder Djordje hat sich an die Presse gewandt: "Sie wollen Novak wieder festnehmen und einsperren. Wir beraten gerade mit den PR-Leuten über die nächsten Schritte. Er ist im Moment mit seinen Anwälten in dem Raum, in dem sie während der Anhörung waren, und denkt über Optionen nach", sagt er dem Journalisten Sasa Ozmo.

Es wird von einer großen Polizeipräsenz und Tumulten vor dem Bürogebäude berichtet. Die Polizei soll Pfefferspray gegen die Demonstranten eingesetzt haben, berichtet Michael Miller von der Washington Post.

+++ Update, 10. Januar, 07:00 Uhr: Djokovic siegt vor Gericht +++

Überraschender Teilsieg für Novak Djokovic, der Tennis-Weltranglistenerste ist in Australien auf freiem Fuß - zumindest vorerst. Der serbische Topstar hat im juristischen Tauziehen um seine Einreise am Montag von einem Gericht in Melbourne Recht bekommen. Dass er sich nun sorgenfrei auf die Australian Open vorbereiten kann, bedeutet die Entscheidung aber nicht.

Die Anwälte von Djokovic waren gegen die Annullierung seines Visums durch die Grenzschutzbehörden nach der Ankunft des Weltranglistenersten vorgegangen.

Die australische Regierung kündigte vertreten durch ihren Anwalt unmittelbar nach dem Richterspruch an, eine erneute Aufhebung von Djokovics Visum prüfen zu wollen. Der Minister für Einwanderung, Alex Hawke, behalte sich entsprechende Schritte vor.

+++ Update, 9. Januar, 20:15 Uhr: Australiens Regierung droht mit Abschiebung - auch, wenn Djokovic Recht bekommt +++

Aktuell sitzt Tennis-Star Novak Djokovic weiter in einem Hotel in Melbourne fest, er hat keine offizielle Einreiseerlaubnis in Australien. Der Serbe beruft sich auf eine Ausnahmegenehmigung, die darauf basiert, dass er sich - nach eigener Aussage - im Dezember mit Corona infiziert hat und entsprechend von der Impfpflicht befreit wäre. Ein Gericht soll über den Fall entscheidet.

Die australische Regierung droht ihm nun mit einer Abschiebung - selbst wenn Djokovic vor Gericht Recht bekommt. In einer 13-seitigen Erklärung der Regierung heiß es: "So etwas wie eine Zusicherung der Einreise für einen Nicht-Australier nach Australiern gibt es nicht. Der Antragsteller interpretiert Worte in das Gesetz, die dort nicht sind."

Unabhängig vom Gerichtsurteil könnten die australischen Behörden also darauf bestehen, den 34-Jährigen auszuweisen. Viel Zeit bleibt Djokovic nicht mehr, um die verfahrene Situation zu lösen - am 10. Dezember beginnen die Australian Open bereits.

+++ Update, 9. Januar, 16:50 Uhr: Brisantes neues Foto bringt Djokovic in Bedrängnis +++

Für Novak Djokovic wird es immer ungemütlicher. Bereits am Samstag wurde bekannt, dass sich der Serbe am Tag seines positiven Coronatests und auch am Tag danach auf mehreren Veranstaltungen aufgehalten haben soll - stets ohne Maske. Nun wird es noch brisanter.

So hat "L'Equipe" erklärt, dass der Superstar am 18. Dezember - und damit zwei Tage nach seinem positiven Befund - zu einem großen Interview-Termin bei der renommierten französischen Sportzeitung erschienen ist. Das Magazin hatte Djokovic als Champion der Champions im Jahr 2021 geehrt und ihm einen Preis verliehen.

Laut Zeitungsangaben soll Djokovic beim Interview zwar eine Maske getragen haben, beim anschließenden Fotoshooting mit der Trophäe aber nicht.

+++ Update, 9. Januar, 9:33: Boris Becker rät Freund Djokovic: Impfen oder aufhören +++

Novak Djokovics früherer Trainer, Boris Becker, hat den Weltranglistenersten im Einreise-Krimi in Schutz genommen. Nur weil man sich nicht impfen lasse, sei man nicht automatisch ein schlechter Mensch, brach Becker in "Bild" eine Lanze für seinen Ex-Schützling und Freund. Zwar teile Becker Djokovics Einstellung zur Corona-Impfung nicht, aber man müsse seine Entscheidung respektieren.

Becker kritisierte zudem, wie Australien in der aktuellen Situation mit dem Weltranglistenersten umgeht. "Das hat er nicht verdient."

Warum Djokovic überhaupt in diese Lage gekommen ist, kann sich die Tennislegende nur mit einem Fehler der Behörden erklären. "Er ist im guten Glauben nach Australien geflogen, eine gültige Einreisegenehmigung zu besitzen. Wären die Papiere, die er erhalten hat, nicht in Ordnung gewesen, wäre Novak niemals in den Flieger gestiegen. Er ist ja schließlich kein Idiot."

"Irgendwo zwischen dem australischen Tennisverband, dem Bundesland Victoria und der Einwanderungsbehörde gab es wohl mehr Fans von Federer und Nadal als von Djokovic", mutmaßte Becker.

Becker: Impfen oder Karriereende

Wie es für Djokovic weitergeht, soll ein Gericht am Montag entscheiden. Es könnte ein folgenschweres Urteil sein. "Wenn er zurückgeschickt wird, muss Novak einiges überdenken. Wenn er seine Karriere fortsetzen will, rate ich ihm dringend zu einer Impfung", so Becker weiter. "Will er diese Diskussion vor jedem Turnier? So kann er jedenfalls nicht weitermachen."

Doch selbst wenn Djokovic doch noch an den Australian Open teilnehmen dürfte, ist er schon der Verlierer. "Er kann sich aktuell nicht vorbereiten, sitzt nur im Hotelzimmer. Auch das australische Publikum wird ihn sicherlich nicht gerade freundlich empfangen. Das ist ein Mount Everest, den er da besteigen müsste." Wenn dies jemand schaffe, dann allerdings der Weltranglistenerste.

+++ Update, 8. Januar, 15:00 Uhr: Fotos werfen Fragen auf - War infizierter Djokovic auf mehreren Veranstaltungen? +++

Die Causa Novak Djokovic wird immer undurchsichtiger. Nun ist ein neues Detail bekannt geworden, das noch mehr Fragen aufwirft.

So erklärten die Anwälte des Superstars, ihr Mandant habe sich Mitte Dezember zum zweiten Mal mit dem Coronavirus infiziert. Dies soll als Grundlage für die medizinische Ausnahmegenehmigung dienen, mit der der offenbar ungeimpfte Serbe bei den Australian Open in Melbourne antreten will.

Aus Gerichtsdokumenten geht laut australischen Medien nun hervor, dass der Weltranglistenerste am 16. Dezember positiv getestet worden sein soll.

Dies ist vor allem spannend, wohnte der 34-Jährige doch am selben Tag gleich mehreren Veranstaltungen bei. So erhielt er eine eigene Briefmarke, Bilder der Zeremonie postete er nur einen Tag später auf Twitter. Auch an einer Podiumsdiskussion soll er an besagtem Datum teilgenommen haben.

Nur einen Tag später wiederum besuchte Djokovic eine Preisverleihung an Nachwuchsspieler in seiner Tennisakademie in Belgrad.

 

Djokovic trug keine Maske

Bei allen Veranstaltungen, die stets in Innenräumen stattfanden, trugen Djokovic und die anderen anwesenden Personen dabei keine Maske, dies belegen unzählige Fotos.

Unklar ist, wann er das positive Ergebnis bekommen hat. Womöglich erst Tage nach den Events.

Aktuell sitzt der 34-Jährige weiterhin in einem Quarantäne-Hotel fest, die Behörden verweigern ihm wegen fehlerhafter Dokumente derzeit die Einreise. Am Montag soll ein Gericht den Fall entscheiden.

+++ 8. Januar, 9:00 Uhr: Djokovic offenbar im Dezember mit Corona infiziert +++

In der Einreise-Affäre um Grand-Slam-Rekordgewinner Novak Djokovic bahnt sich möglicherweise eine Wende an. Die Anwälte des Weltranglistenersten erklärten am Samstag in einer gerichtlichen Anhörung, ihr Mandant sei im Dezember mit dem Coronavirus infiziert gewesen.

Der positive PCR-Test datiere vom 16. Dezember, das sei die Grundlage für die medizinische Ausnahmegenehmigung.

Zuvor hatte sich der australische Tennisverband als unschuldig an der Affäre bezeichnet. In einem internen Video, das der Zeitung "Sunday Herald Sun" zugespielt wurde, rühmte der Chef von Tennis Australia, Craig Tiley, die "unglaubliche Arbeit" seines Teams bei der Behandlung der Angelegenheit.

"Es wird viel mit dem Finger auf andere gezeigt und es werden viele Schuldzuweisungen gemacht, aber ich kann Ihnen versichern, dass unser Team unglaubliche Arbeit geleistet hat", sagte Tiley vor laufender Kamera.

Weiter erklärte er, die Organisation habe sich entschieden, das Thema wegen Djokovics Klage nicht öffentlich anzusprechen. Tiley sagte, sein Team habe "alles getan, was es tun konnte, gemäß den Anweisungen, die es erhalten hat."

Vorwurf gegen Tennis Australia

Tennis Australia wurde zuvor beschuldigt, die Spieler durch ein in den australischen Medien veröffentlichtes Memo in die Irre geführt zu haben, in dem ihnen mitgeteilt wurde, dass eine kürzlich erfolgte Infektion ein Grund für eine vorübergehende medizinische Befreiung von der Impfung sei.

Der 34-jährige Serbe Djokovic, ein Impfskeptiker, prahlte vor seinem Abflug nach Melbourne in den Sozialen Medien damit, dass ihm eine Ausnahmegenehmigung erteilt worden sei, was nach allgemeiner Auffassung darauf zurückzuführen ist, dass er kürzlich mit dem Virus infiziert wurde.

Weitere Tennisspielerin im Quarantäne-Hotel

Djokovic steckt seit seiner Landung am Mittwoch aber in einem Quarantäne-Hotel fest, die australischen Behörden verweigern ihm wegen offenbar fehlerhafter Dokumente die Einreise. Am Samstag forderte er über seine Anwälte die Entlassung aus dem Komplex. Djokovic will bei den Australian Open (ab 17. Januar) zu seiner Titelverteidigung antreten, am Montag soll ein Gericht den Fall entscheiden.

Doppelspezialistin Renata Voracova, die das gleiche Schicksal wie der Superstar teilt, richtete über die Bedingungen im Park Hotel in Melbourne gegenüber tschechischen Medien aus: "Sie bringen mir Essen und es gibt eine Wache auf dem Flur. Man muss sich melden, alles ist rationiert. Ich fühle mich ein bisschen wie im Gefängnis."

Überraschender Support von Kyrgios 

Respektsbekundungen erhielt Djokovic vom australischen Tennis-Rüpel Nick Kyrgios. "Wenn er bei den Australian Open spielen darf, wird er kaum zu stoppen sein. Ich schätze, er wird stinksauer sein", sagte Kyrgios am Rande eines Vorbereitungsturniers in Sydney: "Man wird kein so großer Champion, wenn man nicht in der Lage ist, solche Widrigkeiten zu überwinden. Ich bin mir sicher, dass er schon viel schwierigere Zeiten überstanden hat, als noch ein paar Tage länger in Hotelzimmern zu verbringen."