Conor McGregor und Dustin Poirier. - Bildquelle: imago images/Inpho PhotographyConor McGregor und Dustin Poirier. © imago images/Inpho Photography

München – Ein paar Ausraster. Dazu Beschimpfungen, Beleidigungen. Fäkalsprache. Und natürlich Handgreiflichkeiten. 

Keine Frage: Die psychologische Kriegsführung beherrscht Conor McGregor noch immer perfekt. Auf der letzten Pressekonferenz vor dem dritten Kampf im Leichtgewicht in der Nacht zu Sonntag gegen Dustin Poirier bei UFC 264 in Las Vegas warf der Ire, im feinen lila Zwirn und mit Sonnenbrille, noch einmal alles in die Waagschale, lieferte eine unterhaltsame Show ab. Trah Talk vom Feinsten inklusive.

Abwechselnd musste er vom Sicherheitspersonal oder von UFC-Boss Dana White persönlich zurückgehalten werden.

"Du bist die Frau deiner Frau"

"Du bist die Frau deiner Frau" und "ich werde dir den Kopf einschlagen und vom Hals reißen", wetterte McGregor und bezeichnete Poirier, gegen den er 2014 gewonnen und im Januar 2021 K.o. gegangen war, als "Hund, der am Samstag durch das Octagon geführt und dann eingeschläfert wird".

McGregor kündigte (wenig überraschend) einen klaren Sieg an: "Er ist toter, lebloser Körper. Ein ausdrucksloses Gesicht, dem der Arsch versohlt wird und das auf einer Trage aus dem Käfig gebracht wird."

Der Ire nutzte die ganze Bandbreite, er beherrscht ja auch die ganze Palette an Proll-Posen und bitterbösem "Ballyhoo". Er zeigte, warum ihn die Fans lieben und warum er einer der größten Stars in der Geschichte der UFC geworden ist. 

McGregor fasziniert, er polarisiert, und jahrelang dominierte er auch. 

Und genau das ist das Problem vor dem dritten Duell mit Poirier: Ist das Ganze nur noch das Gehabe eines langsam alternden Top-Kämpfers? Ein bisschen schöne Show, aber nichts dahinter? Nicht wenige meinen, das Verbale sei sowieso das einzige, das er noch beherrsche.

Viel Druck für McGregor

Oder hält der 32-Jährige auch im Octagon, was er verspricht, ist noch lange nicht fertig und gehört immer noch zur Spitze im MMA? 

Vor dem Kampf gegen Poirier steht McGregor deshalb gehörig unter Druck. Von den letzten drei Kämpfen gegen Khabib Nurmagomedov (Oktober 2018), Donald Cerrone (Januar 2020) und Poirier gewann er nur gegen Cerrone, davor zuletzt 2016.

Keine Frage: Seine sportliche Karriere steht am Scheideweg. Als Grund für die Niederlage gegen Poirier im Januar führt er an, dass er sich damals auch auf einen Boxkampf gegen Manny Pacquiao vorbereitet hatte. "Ich habe Dustin nicht ernst genommen, ich hatte Mitleid mit ihm", sagte McGregor bei ESPN: "In der ersten und zweiten Runde, er war stehend K.o. Er weiß es, ich weiß es. Und jetzt wird es ein Gemetzel." Er soll sich deutlich besser auf den Kampf vorbereitet haben, heißt es.

Fakt ist: Der Sieger des Duells bekommt eine Titelchance, darf gegen Champion Charles Oliveira ran, hat die Spitze des Leichtgewichts im Blick. 

Der Verlierer? Wird sich hinten anstellen müssen. 

Bei dann drei Niederlagen aus den letzten vier Kämpfen wäre das bei McGregor wohl sehr weit hinten. Vorwürfe, er sei ein Auslaufmodell, könnte der Ire dann nur schwer entkräften. Vielleicht tritt er dann ja mal wieder zurück, es wäre dann sein vierter UFC-Rückzug.

Poirier komplett entspannt

Poirier schaute sich Rumpelstilzchen McGregor übrigens relativ unbeeindruckt und leger im Hawaii-Hemd an, lächelte etwas genervt. 

"Seine Aura ist weg", ätzte er. "Da sitzt ein sehr gefährlicher Fighter, keine Frage. Aber ich sehe nur einen Mann, den ich schon besiegt habe und erneut besiegen kann." 

Und am Ende sind es bei aller Show nun mal Siege, die zählen.

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