Conor McGregor hat sich genug mit der UFC herumgeärgert - Bildquelle: Getty ImagesConor McGregor hat sich genug mit der UFC herumgeärgert © Getty Images

München - Am Sonntag sorgte Conor McGregor ein weiteres Mal für großes Aufsehen in der MMA-Welt. Völlig aus dem Nichts verkündete der Ire seinen Rücktritt vom Kampfsport. Zum bereits dritten Mal. Nun hat der einstige Doppel-Champion seine Gründe erläutert. MMA reizt ihn nicht mehr. Das gab McGregor gegenüber ESPN zu Protokoll.

"Das Game reizt mich nicht mehr, das ist alles", sagte McGregor gegenüber ESPN. "Diese Warterei. Nichts passiert. Ich gehe meine Gegner-Optionen durch und da ist einfach nichts da. Nichts, was mich interessiert."

 

McGregor stand im Januar im Käfig und feierte gegen Donald Cerrone sein Comeback im UFC-Käfig. Zuvor hatte der Ire angekündigt, 2020 drei Mal antreten zu wollen. Doch auch ohne die Corona-Pandemie, die der UFC Probleme bereitete, wurde es ruhig um ihren größten Star.

UFC-Präsident Dana White riet seinem Star in der vergangenen Woche sogar öffentlich, auf den Gewinner des Titelkampfes zwischen Erzrivalen Khabib Nurmagomedov und Interims-Champion Justin Gaethje zu warten. Nicht akzeptabel für McGregor, der sich gegängelt fühlt.

McGregor: Die UFC lässt immer die Muskeln spielen

"Die UFC hätte den Ball einfach weiterrollen lassen sollen", so McGregor weiter. "Warum wird Khabib gegen Gaethje auf September gelegt? Jeder weiß, dass irgendwas passiert und der Kampf im September nicht stattfindet. Ich habe einen Plan vorgelegt und den richtigen Zug vorgeschlagen. Aber sie sträuben sich immer oder ziehen es in die Länge. Egal, was ich sage, sie sind dagegen und lassen die Muskeln spielen."

McGregors Ungeduld stieß bei der UFC scheinbar nicht auf offene Ohren. Die Liga will an ihrem Plan, die beiden Titel im Leichtgewicht im September zu vereinen, festhalten. McGregor hätte hingegen gerne eine Abkürzung in einen Rückkampf gegen Nurmagomedov genommen.

"Sie hätten einfach den Kampf machen und den Ball weiterrollen lassen sollen. Ich gegen Justin Gaethje um den Interims-Titel", so McGregor weiter.

Gaethje hatte erst vor wenigen Wochen den Interims-Titel im Leichtgewicht gewonnen, als er mit wenig Vorbereitungszeit für Khabib Nurmagomedov einsprang und Tony Ferguson in der fünften Runde stoppte. Bereits kurz darauf wollte sich McGregor wieder ins Titelrennen hineinreden und forderte Gaethje zum Kampf, nachdem der Amerikaner im vergangenen Jahr eine Spitze gegen McGregors Eignung als Familienvater abgefeuert hatte.

Für McGregor wäre es auch die Chance gewesen, sich mit einem Sieg die Revanche gegen seinen großen Rivalen Nurmagomedov zu sichern, dem er im Oktober 2018 im Titelkampf unterlag. Der Ire hat seitdem nicht mehr im Leichtgewicht gekämpft.

Sein letzter Sieg in dieser Gewichtsklasse stammt aus dem Jahr 2016, damals schlug er Eddie Alvarez K.o. und krönte sich zum Doppel-Champion. Titelträger Nurmagomedov verweigert McGregor seit dem ersten Kampf eine Revanche und begründet das damit, dass der Ire sich den Titelkampf erst durch Siege verdienen müsse.

McGregor: Das Game langweilt mich

Doch nicht nur das Titelrennen, in dem McGregor derzeit zum Zuschauer degradiert ist, frustriert den Iren. Auch allgemein scheint seine Begeisterung für den Kampfsport abhanden gekommen zu sein. So gab er an, bereits vor Wochen an seiner Rücktrittsankündigung geschrieben zu haben.

"Das Game langweilt mich etwas", erklärte McGregor. "Ich sitze hier und schaue mir die Kämpfe an. Ich habe mir die Shows letzte Woche und diese Woche angesehen. Es reizt mich einfach nicht. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass keine Fans da sind. Aber es begeistert mich nicht."

Mangelnde Begeisterung und Ärger mit der UFC sind für McGregor scheinbar Grund genug, eine Pause einzulegen und sich auf die Familie zu konzentrieren. Es wäre nicht das erste Mal. Bereits zwei Mal kündigte der 31-Jährige nach Ärger mit der UFC seinen Rücktritt an, beide Male kehrte er in den Käfig zurück.

"Ich hatte meine Ziele, meine Pläne, die Saison. Ich habe alles vorbereitet und vorgelegt", so McGregor weiter. "Natürlich ist die Welt verrückt geworden, es passiert jede Minute so viel Mist. Die UFC will mich in alle möglichen Gewichtsklassen zwingen und bietet mir nur sinnlose Kämpfe an. Es ist mir nur noch egal. Ich hab es satt."

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