Donald Cerrone. - Bildquelle: 2016 Getty ImagesDonald Cerrone. © 2016 Getty Images

München – Donald Cerrone hatte keine Wahl. Keine Chance, ein Zurück gab es nicht, ein "Nein" war keine Option. Denn in dem Moment fügte es sich.

Sein Großvater Dr. Donald Cerrone kämpfte schon länger gegen den Krebs, und die Aussichten wurden immer schlechter. Er drängte seinen Enkel dazu, es in der UFC zu versuchen. 

"Ich werde nicht sterben, bevor du es nicht in die UFC geschafft hast", betonte er laut Sports Illustrated immer wieder. Beide diskutierten Anfang 2011 im Krankenhaus, als das Telefon klingelte und das Angebot tatsächlich kam.

Für Opa Donald

"Tu, was du tun musst. Ich bin bereit zu sterben, aber ich kann es nicht, bevor du nicht in der UFC bist", sagte sein Opa, der ihn auf dem Weg dorthin stets unterstützt hatte. 

Cerrone nahm an.

Am 5. Februar 2011 feierte er sein Debüt in der UFC, als sein Opa ins Koma fiel. Ein Freund sorgte dafür, dass der Großvater den Kampf aus der Halle über das Telefon mithören konnte, ehe er starb.

Sein Sieg war so etwas wie das letzte Geschenk an seinen Großvater, ein letzter Dank. Denn seine Großeltern haben ihn aufgezogen, nachdem seine Eltern sich scheiden ließen. Sie sorgten dafür, dass er seinen Weg fand und ging. Er wuchs in Colorado auf, als Teenager entdeckte er das Bullenreiten für sich, nahm an Rodeos teil und gehörte der "Professional Rodeo Cowboys Association" an. 

Mit 20 fing er mit dem Kickboxen und Muay Thai an und startete schließlich im Mixed Martial Arts durch, zunächst im World Extreme Cagefighting (WEC), das schließlich in der UFC aufging. Weshalb dann auch der Anruf kam.  

Kelly war nur der Anfang, Cerrone eroberte die UFC im Sturm.

Diverse Rekorde

Cerrone (36-13, 1 NC) hält diverse UFC-Rekorde, für Siege (23), vorzeitige Siege (16) und K.O.s (20). Mit Jim Miller und Sam Alvey teilt er sich die Bestmarken für die meisten Kämpfe (33) und die meisten Kämpfe innerhalb eines Jahres (6).

Cerrone ist ein Paradebeispiel dafür, dass es Kämpfer auch ohne Titel, ohne den Gürtel an die Spitze schaffen können. Er gehört zu den populärsten Kämpfern der Organisation, was auch an seinen Darbietungen liegt.  

Niemand hat mehr Schecks erhalten als er, 18 Mal. Sieben für Performance of the Night, sechs für Fight of the Night, drei für Knockout of the Night und zwei für Submission of the Night.

Wo Cerrone draufsteht, ist Spektakel drin.

"Ich habe eine Tonne an Rekorden aufgestellt", sagt er. "Niemand kann darauf schauen, was ich für den Sport getan habe und sagen: 'Cowboy ist nur ein Typ, der gekommen und gegangen ist.'"

Trotzdem: Der Titel war nie das ganz große Ziel, ist für den 36-Jährigen aber noch ein letztes. Ein guter Grund, dann abzutreten, auf dem absoluten Höhepunkt. Denn trotz der ganzen Rekorde hatte er in der UFC nur eine einzige echte Titelchance: Am 19. Dezember 2015 im Leichtgewicht gegen Rafael dos Anjos. Mit der Empfehlung von acht Siegen in Serie.

Doch nach 1:06 Minuten war der Traum ausgeträumt. Technischer K.o. Es hatte sich angedeutet, Cerrone hatte sich nicht gut gefühlt, er wollte in dem Moment gar nicht dort sein. Es sind Niederlagen, die ihm nur noch mehr Sympathien zukommen ließen.

 

Sein Vorteil: Er kann so etwas abhaken. 

Ein Nachteil: Er kann nicht strategisch planen, sondern kämpfte gegen jeden, der ihm vor die Flinte kam. Seit seinem UFC-Debüt 2011 hat er in sechs von neun Jahren vier oder mehr Kämpfe bestritten. Der Höhepunkt: 2015 trat er 15 Tage (!) nach einem Kampf erneut an.

Fleißiger Fighter

Mit der Zahl der Kämpfe steigt dann aber auch die die Gefahr von Niederlagen, zwei kassierte er zuletzt gegen Tony Ferguson und Justin Gaethje. Und das, obwohl er es nochmal wissen, den Titel anvisieren wollte.

Nun also Conor McGregor, am 18. Januar 2020. Las Vegas. Die große Bühne, die volle Aufmerksamkeit. Und die vielleicht letzte Chance, nochmal um einen Gürtel zu kämpfen.  

Es ist keine Frage, was sein Großvater sagen würde: "Tu, was du tun musst."

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