Dana White gratuliert Henry Cejudo. - Bildquelle: 2020 Getty ImagesDana White gratuliert Henry Cejudo. © 2020 Getty Images

München - Bei Dana White machte sich Erleichterung breit. Freude. Aber auch Stolz. 

Denn es war ein echter Ritt auf der Rasierklinge für den UFC-Boss, das Risiko war immens, das Blamage-Potenzial riesig: Beim Comeback der weltgrößten Kampfsport-Organisation auf der großen Bühne hätte eine Menge schiefgehen können. 

"Froh, es hinter mir zu haben"

Doch am Ende ging alles gut. White strahlte über das ganze Gesicht.

"Ich bin froh, es hinter mir zu haben", sagte White nach einem wahren UFC-Marathon in Jacksonville.

Drei Kampfabende hatte er in Florida innerhalb von acht Tagen durchgejagt. "Ich wollte, dass diese Woche vorbei ist. Es war in jeder Hinsicht erfolgreich, in der es erfolgreich sein kann. Ich fühle mich großartig dabei."

Noch wichtiger sei es aber, dass niemand krank sei, so White: "Niemand ist krank geworden. Es gibt keine Garantien im Leben, aber hoffentlich ist das der Fall und wir gehen alle nach Hause. Es war eine großartige Veranstaltung. Es war eine großartige Woche."

Unterstützung erhielt er durch Superstar Conor McGregor, der zwar nicht kämpfte, aber seine Reichweite nutzte, um die UFC zu feiern.

"Drei Shows in einer Woche ohne Probleme. Nur ein Team wurde positiv getestet, es wurde jedoch entdeckt, bevor das Risiko einer weiteren Ansteckung bestand. Am Ende dieses Tunnels ist Licht, Leute! Für Sport! Für Schulen! Für Unternehmen! Let’s go!!", schrieb der Ire auf Twitter.

Keine Frage: Die Veranstaltungen waren ein Erfolg, sportlich sowieso, mit sehenswerten Fight Cards und tollen Kämpfen. Und kuriosen Vorkommnissen wie dem Sieg von Ex-NFL-Star Greg Hardy, der auf den Kommentar von TV-Experte Daniel Cormier hörte, seine Kampftaktik anpasste und gewann - die leere Halle machte es möglich.

Die Events sollten aber auch als Beweis dienen, dass große Sport-Events wie ein Kampfabend der weltgrößten MMA-Organisation inmitten der Coronavirus-Pandemie unter strengen Auflagen möglich sind.

Auch Trump gratuliert

Es war keine große Überraschung, dass US-Präsident Donald Trump bereits den Restart vor einer Woche nutzte und persönlich in einer Videobotschaft gratulierte.

"Holt die Sportligen zurück, lasst uns spielen. Haltet den sozialen Abstand ein, und was immer sonst zu tun ist. Aber wir brauchen den Sport. Wir wollen unseren Sport zurück", sagte Trump. White, der mit Trump befreundet ist, sagte, dass der Präsident wolle, dass die Veranstaltung in Jacksonville als Blaupause für die Rückkehr des Live-Sports in den USA diene.

Trotz ein paar Patzern hat das Ganze in Gänze dann doch funktioniert.

Die UFC hatte ein 25-seitiges Konzept für die Rückkehr ausgearbeitet, möglich war der "Dreier", weil die UFC in Florida als systemrelevant eingestuft wurde. Ein Hintertürchen, das White nur zu gerne nutzte.

Halbschwergewicht Ronaldo "Jacare" Souza und zwei seiner Betreuer waren bei UFC 249 vor einer Woche einen Tag vor dem Kampf gegen Uriah Hall positiv getestet worden, das Duell wurde umgehend abgesagt, die drei Betroffenen in Quarantäne geschickt. 

Für White kein Rückschlag, sondern vor allem ein Nachweis, dass sein Konzept aufgegangen ist, das auch Tests für Offizielle, Trainer, Teams und Medien vorsieht.

1100 Corona-Tests waren laut White insgesamt vorgesehen, Souza und sein Team blieben die einzigen positiven Fälle.

"Ich denke, wir haben den perfekten Ort dafür ausgewählt", sagte White. "Diese Stadt war perfekt dafür. Alle waren großartig. Diese Arena war unglaublich. Ich konnte nicht genug gute Dinge über Jacksonville und die Erfahrung hier sagen. Ich bin froh, dass wir es hier zuerst gemacht haben", so White.

Nicht alles lief glatt

Alles super also?

Nein, natürlich nicht, denn es lief längst nicht alles glatt. So gab es Verstöße gegen Abstandsregeln, Interviews wurden ohne Mundschutz geführt. UFC-Kommentator Joe Rogan schüttelte zum Beispiel fleißig die Hände der Interview-Partner. Sein Argument: Es wurden doch eh alle negativ getestet. Lerneffekte, die im Laufe der Woche jedoch umgesetzt wurden.

Die Ergebnisse und Erfahrungen der Kampfwoche inklusive der Vorbereitungen und Maßnahmen werden nun mit anderen US-Sportligen geteilt.

Und wie geht es für die UFC weiter? 

Die anvisierte Rückkehr in die eigene Halle in Las Vegas, um dort das kommende Event am 30. Mai austragen zu können, wird aufgrund der weiterhin strikten Maßnahmen in Nevada wohl nicht funktionieren. Dafür wurde in Arizona angekündigt, dass der Sport wieder zurückkehren kann.

White ist keiner, der lange fackelt. Dann eben Arizona.

Wann kommt "Fight Island"?

Für seine internationalen Kämpfer, die nicht in die USA einreisen können, hat White seit Wochen eine besondere Idee im Hinterkopf: Fight Island, eine Kampfinsel, auf der Events ab Juni über die Bühne gehen sollen.

"Ich glaube, nichts ist unmöglich. Alles kann getan werden, besonders im Jahr 2020. Man muss nur bereit sein, hart genug zu arbeiten, etwas Geld auszugeben und Lösungen zu finden", sagte White.

Und strahlte weiter über das ganze Gesicht.

Kampfsport rund um die Uhr findest du auf ranFIGHTING.de.

Du willst die wichtigsten Kampfsport-News, Videos und Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die neue ran-App mit Push-Notifications für Live-Events. Erhältlich im App-Store für Apple und Android.

News-Ticker

Video-Tipps

NFL-Ergebnisse

Aktuelle Galerien