Jon Jones will notfalls drei Jahre aussetzen - Bildquelle: Getty ImagesJon Jones will notfalls drei Jahre aussetzen © Getty Images

München - Der seit Wochen schwelende Streit zwischen Jon Jones und der UFC geht stetig weiter. Die Debatte um die Bezahlung von Jones und anderen Stars ist immer noch in vollem Gange, wird allerdings einseitig geführt.

Während sich die UFC bedeckt hält und UFC-Präsident Dana White auf einen langen Atem der UFC setzt, lässt Jon Jones etwa keine Gelegenheit aus, sich über seinen Arbeitgeber zu beschweren. Ein Interesse, bald wieder zu kämpfen, hat der amtierende Titelträger im Halbschwergewicht nicht.

"Ich habe nicht vor, bald wieder zu kämpfen", sagte Jones in einem Gespräch mit dem durch Jackass bekannt gewordenen Steve-O in dessen Podcast. "Ich habe kein Interesse daran, in der UFC zu kämpfen, solange ich nicht das bekomme, was ich glaube, wert zu sein."

Jones will für junge Kämpfer in die Bresche springen

Der 33-Jährige denkt allerdings nicht nur an sich, sondern fühlt sich plötzlich auch jungen Kämpfern gegenüber solidarisch, die deutlich weniger verdienen. Der langjährige UFC-Champion, der von White immer wieder als Bester der MMA-Geschichte bezeichnet wird, will seine Bekanntheit nutzen und eine Veränderung bewirken.

"Ich fordere nichts Absurdes, ich weiß, dass wir mitten in einer Pandemie sind und dass es gierig aussieht, wenn ein Multimillionär noch mehr Geld fordert", so Jones. "Das ist mir alles bewusst, aber ich weiß auch, dass ich die Stimme und die Plattform habe, etwas zu verändern."

"Die meisten Kämpfer, denen es schlecht geht, sind nicht in der Position, öffentlich darüber zu sprechen, dass sie noch einen zweiten Job haben oder sich Geld leihen müssen", sagte Jones. "Ich kenne so viele Kämpfer, die im Gym leben, weil sie sich keine eigene Wohnung leisten können. UFC-Kämpfer. Das ist doch traurig."

Anders als Jones, der den Großteil seiner Einnahmen durch Anteile an den PPV-Verkäufen verdient, müssen sich die meisten UFC-Kämpfer mit vertraglich vereinbarten Antrittsgagen und Siegprämien sowie dem gelegentlichen Bonus begnügen. Zuletzt wurde immer wieder Kritik am System laut, insbesondere deswegen, weil nur ein kleiner Teil der Einnahmen in der UFC an die Athleten geht.

Jones setzt notfalls Jahre aus

"Wenn ich mich mit Dana streiten oder zwei, drei Jahre aussetzen muss, um darauf aufmerksam zu machen, was hier passiert, dann werden sich die Leute mehr daran erinnern als an irgendwelche Gürtel. Ich habe mich vor die jungen Kämpfer gestellt", so Jones.

Die Debatte zwischen Jones und der UFC entzündete sich an gescheiterten Verhandlungen für den Wechsel ins Schwergewicht. Der 33-Jährige pochte auf eine jahrealte Vereinbarung, nach der die UFC beim Wechsel der Gewichtsklasse den Vertrag neu verhandeln würde. Die UFC wiegelte ab, da man erst im vergangenen Jahr mit Jones verlängert hatte.

Im Anschluss wurde Jones von Dana White vorgeworfen, zu hohe Summen zu verlangen. Jones bezichtigte White daraufhin der Lüge, da man gar nicht erst dazu gekommen sei, über konkrete Summen zu verhandeln. Jones drohte seitdem nicht nur mit einer langen Pause, sondern auch damit, seinen Titel im Halbschwergewicht abzulegen.

"Ich würde lieber für eine Firma arbeiten, bei der ich mich wie zuhause fühle", so Jones weiter. "Ich fühle mich wie zuhause, wenn ich arbeiten gehe. Ich habe gute Beziehungen zu den UFC-Mitarbeitern, aber es ist irgendwie ein komisches Gefühl, wenn es sich so anfühlt, als sei man unerwünscht."

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