Gefeierter Held: Khabib Nurmagomedov. - Bildquelle: imago/ITAR-TASSGefeierter Held: Khabib Nurmagomedov. © imago/ITAR-TASS

München – Vielleicht kam die Erkenntnis spät. Auch wenn Khabib Nurmagomedov sich der Bedeutung bewusst gewesen sein dürfte. 

Doch der Empfang nach seinem Sieg gegen UFC-Superstar Conor McGregor war überwältigend: Zehntausende bejubelten ihn in seiner Heimat Machatschkala, Hauptstadt der russischen Teilrepublik Dagestan. Nurmagomedov ist nicht nur der alte und neue Champion im Leichtgewicht, sondern auch ein Volksheld.

Und er ist weiterhin im Angriffsmodus. "Ich habe jeden Tag zu Gott gebetet, mit diesem Clown alleine im Käfig zu stehen", sagte Nurmagomedov Russia Today: "Und ich habe gesagt, dass sobald die Tür vom Octagon geschlossen ist, ich nicht mehr für meine Taten verantwortlich bin."

Er fügte an: "Was nach dem Kampf passiert ist - manche Leute sagen, dass es falsch war, manche Leute sagen, dass es richtig war. Du kannst einen Adler nicht in einen Käfig sperren und das habe ich ihnen gezeigt."

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Was passiert jetzt mit Nurmagomedov?

Für ihn kommt es trotz seines Mega-Sieges knüppeldick. Und das wusste er bereits nach seinem Ausraster. "Ich weiß, dass mir mein Vater eine Abreibung verpassen wird, wenn ich nach Hause komme." In der Tat: Papa Nurmagomedov bestätigte: "Ich glaube, die härteste Strafe für Khabib wird von mir kommen. Ich werde ihn sehr hart bestrafen. Ich habe ihn gewarnt: Für mich ist Disziplin das Allerwichtigste." Er war aufgrund von Visaproblemen nicht in den USA.

Die könnten auch seinem Sohn in Zukunft drohen, sollte er für seine Prügelei außerhalb des Octagon strafrechtlich belangt werden. McGregor hatte allerdings angekündigt, keine Anzeige zu erstatten.

Ziemlich sicher dürfte Nurmagomedov aber gesperrt werden, kündigte UFC-Präsident Dana White an. Die Nevada State Athletic Commission (NSAC) ermittelt. White rechnet damit, dass der Champion vier bis sechs Monate aus dem Verkehr gezogen wird. Seinen Gürtel darf er allerdings behalten, bestätigte White. Allerdings auch nur dann, wenn sich die Länge der Strafe in überschaubarem Rahmen hält. Dann wäre der Rückkampf gegen McGregor ein Thema.

Aus rein sportlicher Sicht wäre ein Kampf gegen Tony Ferguson die logische Variante. Beide sollten schon öfter gegeneinander antreten, dabei kam jedoch stets etwas dazwischen. Ferguson gewann bei UFC 229 seinen Kampf gegen Anthony Pettis. "Khabib und ich verdienen es, gegeneinander zu kämpfen. Wir müssen es einfach versuchen, zum fünften Mal gegeneinander zu kämpfen. Er ist der Champ, ich war der Interims-Champ. Ich bin immer noch der gottverdammte Champion. Da gibt es keine zwei Meinungen", sagte Ferguson.

Wie geht es für McGregor weiter?

Ein Ende seiner Karriere ist für ihn nicht in Sicht. Wo andere nach so einer krachenden Niederlage in der Rangliste erst einmal wieder Klinken putzen und sich nach oben kämpfen müssen, kann sich der Ire im Grunde aussuchen, was er macht. Klar ist: McGregor will ein Rematch. Das machte er sofort in den sozialen Medien klar, hinterlegte den Wunsch aber auch bei White. 

Doch Möglichkeiten gibt es neben einem Rückkampf gegen Nurmagomedov viele. Die Vollendung der Trilogie gegen Erzrivale Nate Diaz zum Beispiel, was ebenfalls die Kasse klingeln lassen würde. Oder Kämpfe gegen frühere Größen wie Anderson Silva oder aber Georges St. Pierre stehen ebenfalls im Raum. Alles kann, nichts muss.

Oder aber McGregor steigt wieder in den Boxring, zu einem Rematch gegen Floyd Mayweather. Oder beide treffen sich im Octagon, denn auch das war bereits vor dem Fight gegen Nurmagomedov eine realistische Option. Zunächst einmal wurde McGregor aufgrund seiner Verletzungen aus dem Kampf bis zum 28. Oktober aus dem Verkehr gezogen. Ein üblicher Vorgang nach Kämpfen, bei denen die Protagonisten sehr lädiert wurden. Fun Fact: Nurmagomedov wurde aus medizinischen Gründen nicht gesperrt.

Was hat der Skandalabend für Folgen für die UFC?

Gute und schlechte. Das Negative vorab: Die größte MMA-Organisation der Welt musste ebenfalls Schläge einstecken. 

"Es ist schlecht für die Marke, für den Sport, für beide Kämpfer. Ich weiß nicht, wie irgendjemand gut aus der Sache herauskommen kann", sagte UFC-Boss Dana White, der jahrelang mit darum gekämpft hat, dass Mixed Martial Arts, der brutale Kampf im Käfig, salonfähig wird. Für die UFC ein Rückschlag, für White ein Tiefschlag.

Aber, und damit sind wir beim Positiven: Drei Millionen Pay-Per-View-Käufe könnte es für UFC 229 und den Skandalkampf gegeben haben, was ein neuer Rekord für die UFC wäre.

Es winkt ein Rückkampf. Und damit der nächste Zahltag. Da nimmt man auch mal negative Schlagzeilen in Kauf.

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