Peter Sobotta (li.) will im Frühjahr 2019 zurückkehren - Bildquelle: Getty ImagesPeter Sobotta (li.) will im Frühjahr 2019 zurückkehren © Getty Images

München – Peter Sobotta, ein MMA-Kämpfer aus dem schwäbischen Balingen, war bei den ersten fünf UFC-Events auf deutschem Boden dabei. Doch im Juli verpasste er die UFC Fight Night in Hamburg – die Geburt seines ersten Kindes, die Eröffnung seiner neuen Kampfsportschule und zwei Operationen verhinderten einen weiteren Kampf in diesem Jahr. 2019 will er fit und ausgeruht zurückkehren und erneut versuchen, die "Top 10" der UFC-Rangliste zu knacken.

"Ich hoffe, dass ich pünktlich zur UFC Fight Night in London zurück bin, die ist Mitte März", sagte Sobotta im Interview mit ranFIGHTING.de. "Gerade bin ich nicht gut in Form, das liegt an unterschiedlichen Dingen. Ich hatte einfach viel um die Ohren. Und ich hatte zwei OPs, die eine ist immer noch am Verheilen. Vor fünf Wochen wurde ich am Steißbein operiert, da beträgt die Heilungszeit zwei Monate. In den letzten Wochen war es mir überhaupt nicht möglich, zu trainieren. Um wieder auf UFC-Niveau zu kommen, müsste ich mich vier bis fünf Monate vorbereiten."

Ein ereignisreiches Jahr

2018 kam bei Sobotta nicht eines nach dem anderen, sondern alles auf einmal. Die größte Veränderung in seinem Leben war sicherlich die Geburt seines Sohnes. "Viele Leute sagen ja, wenn das Kind zur Welt kommt, dann ist das ganze Leben auf den Kopf gestellt – ich kann das bestätigen", sagte Sobotta. "So ein kleiner Knirps zuhause gibt dem eigenen Leben einen tieferen Sinn, man ist plötzlich nicht mehr an erster Stelle."

Eigentlich hat Sobotta nun zwei Babys, denn vergangenen Monat feierte er die Neueröffnung seiner Kampfsportschule. In Balingen trainieren seine "Planet Eater" künftig auf über 1.000 Quadratmetern. Die Anlage mit drei Trainingsflächen, einer Sauna und einem Bereich für funktionelle Fitness ist eine Investition in die Zukunft. Denn neben seiner Profikarriere betreut Sobotta auch einige Nachwuchskämpfer, die es in die deutsche "Top 10" geschafft haben.

"Wir sind mittlerweile eine richtige Familien-Kampfsportschule", sagte Sobotta. "Es ist nicht mehr so wie früher einfach nur ein Fight Club mit 15 Jungs, die Bock hatten, zu kämpfen. Da gab es nur Wettkämpfertraining. Jetzt haben wir Kindertraining, Frauentraining, Jiu-Jitsu für Weißgurte, für Blaugurte – da ist eine richtige Struktur drin. Das alles zu leiten, ist, wie ein Unternehmen zu führen."

Neustart aus gesundheitlichen Gründen

Seit 2008 ist Sobotta im Weltergewicht bis 77 Kilo angetreten, künftig will er aber im Mittelgewicht bis 84 Kilo starten. Dort warten mitunter Gegner auf ihn, die bis zu 15 Zentimeter größer sind als er. Im Gegenzug fällt die harte Diätphase während der Vorbereitung weg und in den Tagen vor einem Kampf müsste er seinen Körper nicht mehr durch den Gewichtsabnahmeprozess schwächen.

"In erster Linie sind das gesundheitliche Gründe", sagte Sobotta. "Ich kämpfe seit zehn Jahren in derselben Gewichtsklasse, aber mein Körper ist gewachsen, ich habe durch das Krafttraining mehr Masse als früher. Den Weight-Cut habe ich immer geschafft, aber er ist von Jahr zu Jahr schwieriger geworden. Ich bin nicht mehr bereit, den Preis dafür zu zahlen. Das ist immer mit monatelanger Diät verbunden, darunter leidet die Trainingsqualität und damit auch die Performance. Der Gewichtsklassenwechsel ist für mich wie ein Neustart."

Einen Wunschgegner für sein Comeback hat Sobotta nicht, doch er könnte sich einen Kampf gegen den Engländer Darren Till vorstellen, der seinen Freund und Trainingspartner Jessin Ayari im Octagon nach Punkten bezwang. "Ich habe gehört, dass Darren Till auch ins Mittelgewicht wechseln will – vielleicht wäre das ja was", meinte Sobotta.

Ein Platz in der "Top 10" bleibt Sobottas erklärtes Ziel

Mit 31 Jahren befindet sich Sobotta im besten Kampfsportalter. Doch manche Fans fragten sich während seiner Auszeit, ob er angesichts der vielen Veränderungen in seinem Leben überhaupt zurückkehren würde. Im Interview gab Sobotta Entwarnung: Seiner Ansicht nach habe er „noch gut drei bis vier Jahre“ vor sich, in denen er in der UFC oben mithalten kann.

"Ich will natürlich mit 40 Jahren nicht mehr im Octagon stehen", sagte Sobotta. "Mitte 30 ist ein gutes Alter, um aufzuhören. Für mich zählt momentan der Gedanke, wie weit ich es bringen kann. Wenn ich merke, dass ich über meinen Zenit hinaus bin und es nicht mehr besser, sondern schlechter wird – im Training und in den Kämpfen – dann steige ich aus. Aber ich bleibe dem Sport als Trainer und Gym-Besitzer erhalten."

Vorher möchte Sobotta noch ein Ziel erreichen, das er sich schon vor Jahren gesetzt hat. "Ich will im Internet dieses Ranking anklicken und meinen Namen und mein Gesicht in der 'Top 10' der Mittelgewichtsklasse sehen", erklärte er. "Wenn es soweit ist, kann ich es ausdrucken, über mein Bett hängen und dann kann ich auch sagen: Ich habe für mich das Beste herausgeholt."

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