Peter Sobotta (li.) verkündete nach der Niederlage gegen Alex Oliveira das E... - Bildquelle: Getty ImagesPeter Sobotta (li.) verkündete nach der Niederlage gegen Alex Oliveira das Ende seiner Karriere © Getty Images

München - Es hätte das große Comeback des Balingers in der UFC werden soll. Zweieinhalb Jahre nach seinem letzten Kampf wollte sich Sobotta im Käfig der UFC zurückmelden, nachdem er in der Pause zweifacher Vater wurde, sein Gym vergrößerte und selbst unter die Veranstalter ging.

Sobotta hatte sich auf den Kampf gegen den Brasilianer gefreut. Eine Standortbestimmung im Weltergewicht sollte es werden. Am Ende stand nicht nur eine klare Punktniederlage auf dem Papier, der 33-Jährige musste sich auch eingestehen, dass seine Zeit im Octagon vorbei war.

"Ich war heute Nacht der schlechtere Kämpfer", schrieb Sobotta auf Instagram. "Nicht bereit die Zähne zusammenzubeißen und nach vorne zu gehen. Zu wenig Druck, zu wenig Mut, zu wenig Treffer. Ich konnte meine größte Stärke nicht ausspielen, da mehrere Takedown-Versuche missglückt sind. Oliveira hat verdient gewonnen."

Der Brasilianer hatte vor allem auf harte Kicks zum Körper gesetzt und damit Sobotta auf Distanz gehalten. Ein Tritt brach sogar den rechten Unterarm des Balinger "Gorillas". Zu selten kam er in Schlagdistanz, um seine Fäuste anzubringen. Alle drei Runden gingen schlussendlich an Oliveira.

Sobotta beendet Karriere

Sobotta stand vor dem Weg am Scheideweg in der UFC und war sich seiner Situation bewusst. Eine gute Leistung hätte zu einer Vertragsverlängerung führen können. Eine Niederlage und die Liga hätte sich von ihm trennen können.

Dann hätte Sobotta den Weg über kleinere Regionalligen gehen müssen, um sich noch einmal einen Vertrag mit dem Marktführer zu erkämpfen. Eine Situation, an der das Weltergewicht kein Interesse hatte. Daher war für ihn bereits vor dem Kampf klar, dass es eventuell die Abschiedsvorstellung werden könnte. Nach dem Duell machte Sobotta klaren Tisch.

"Ich muss erkennen, dass mein Weg als aktiver MMA Kämpfer nach 17 Jahren zu Ende geht", so Sobotta weiter. "Das habe ich heute im Ring gespürt. Ich liebe diesen Sport wirklich aus ganzem Herzen und diese Entscheidung schmerzt mehr als jeder Knochenbruch und Bänderriss. Aber ich habe einfach nicht mehr die nötige Härte, Robustheit und Risikobereitschaft um an der Spitze zu kämpfen."

Sobotta ist deutscher UFC-Pionier

Mit Sobotta verlässt ein wichtiger Vorreiter der deutschen MMA-Szene die aktive Bühne. Der Balinger gehörte 2009 zu den ersten Kämpfern aus Deutschland, die von der UFC verpflichtet wurden. Das erste Kapitel endete für den damals 22-Jährigen zwar in drei Niederlagen, doch sollte es den Grundstein einer erfolgreichen Karriere werden.

Denn Sobotta kämpfte sich mit sechs Siegen und einem Unentschieden zurück in die UFC, während er sein eigenes Planet-Eater-Team im schwäbischen Balingen um sich herum aufbaute. 2014 feierte er sein UFC-Comeback in Berlin mit seinem ersten Erfolg gegen Pawel Pawlak. Ein Jahr später sicherte sich der Schwarzgurt gegen den Australier Steven Kennedy vor zahlreichen Fans seine erste UFC-Submission.

2015 ging es dann auf Auswärtsfahrt nach Australien. Im Vorprogramm des großen Kampfs zwischen Ronda Rousey und Holly Holm vor der damaligen Rekordkulisse von über 56.000 Zuschauern unterlag er Lokalmatador Kyle Noke. Davon erholte er sich jedoch schnell und lieferte mit einem Punktsieg gegen Nicolas Dalby und einem Knockout gegen Ben Saunders in Stockholm seine besten UFC-Leistungen ab.

Privatleben geht vor

2018 hätte sich der Balinger dann zum ersten Mal in die Ranglisten vorkämpfen können, als er auf den heutigen Top-5-Kämpfer Leon Edwards traf. Nach einer guten ersten Runde verlor Sobotta den Faden, Edwards übernahm und konnte sogar eine Sekunde vor Ablauf durch technischen Knockout gewinnen.

In der Folge rückten Familie und das eigene Gym weiter in den Vordergrund, seine erste eigene Veranstaltung Nova FC raubte ihm Zeit und Nerven, eine hartnäckige Nackenverletzung machte ihm zudem das Sportlerleben schwer.

Nun hat Sobotta nach zehn Kämpfen in der UFC, von denen er vier gewinnen konnte, und 17 Siegen in 25 MMA-Kämpfen insgesamt Schluss gemacht. Als Trainer und Trainingspartner wird er der MMA-Community jedoch weiter erhalten bleiben und der nächsten Generation deutscher UFC-Kämpfer dabei helfen, in seine Fußstapfen zu treten.

"Es war ein verdammt wilder Ritt und ich bin unendlich dankbar für die Emotionen und Erfahrungen die ich erleben durfte. Danke an alle, die mich begleitet und unterstützt haben", so Sobotta abschließend.

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