Gewohntes Bild: Jon Jones als Sieger - Bildquelle: Getty ImagesGewohntes Bild: Jon Jones als Sieger © Getty Images

München – Nach dem Action-Kracher in Chicago im vergangenen Monat setzt die UFC für ihren Juli-PPV 239 wieder auf große Star-Power. Mit zwei Titelkämpfen und dem heißesten aktiven Trash Talker sowie einem Ex-Champion steht wieder einmal alles im Octagon, was Rang und Namen hat.

Jon Jones will Dominanz fortsetzen

Ein Glück für die UFC, dass Jon Jones in diesem Jahr da ist und sich selbst große Ziele gesetzt hat. Nachdem die Skandalnudel in den letzten fünf Jahren mit Verletzungen, Drogenproblemen und positiven Dopingtests mehr außerhalb als innerhalb des Octagons für Schlagzeilen sorgte, steht das Jahr 2019 ganz im Zeichen des Sports.

Vier Mal will Jones, der vom Sportlichen her schon zu den Legenden des Sports gehört, in diesem Jahr kämpfen, am Samstag steht dabei schon die zweite Titelverteidigung in diesem Jahr an. Jones hat sich vorgenommen, jeden Herausforderer auf seinen Titel klar in die Schranken zu weisen und der Welt zu zeigen, dass er die klare Nummer 1 im MMA ist.

Eine willkommene Abwechslung in der UFC, wo kaum ein Champion mehr als einen Kampf im Jahr bestreitet. Nurmagomedov ist gesperrt, Whittaker, Usman und Cejudo verletzt, Cormier kehrt im August nach neun Monaten Pause in den Käfig zurück. Bis Ende des Jahres werden möglicherweise nur Jones, Max Holloway und Valentina Shevchenko ihren Titel mehr als einmal verteidigen.

Gegen den Brasilianer Thiago Santos geht Jones auch als klarer Favorit in die Begegnung, doch der "Vorschlaghammer" hat seinen Spitznamen nicht umsonst und konnte sich mit brachialen Kämpfen und Knockouts für den Titelkampf qualifizieren. Ein Treffer des Brasilianers und der Kampf kann vorbei sein. Doch kann er ihn gegen Jones landen?

Nunes auf dem Weg in den Olymp

Im zweiten Titelkampf des Abends stehen sich Bantamgewichts-Titelträgerin Amanda Nunes und Holly Holm gegenüber. Die frühere Box-Weltmeisterin Holm konnte einst für eine große Überraschung sorgen, als sie der damals ungeschlagenen Ronda Rousey den Titel abnahm.

Eine lange Regentschaft gelang ihr nicht, schon gegen Miesha Tate gab sie den Titel wieder ab. Die wiederum vor zwei Jahren von Nunes entthront wurde. Die Brasilianerin wirkt seitdem nahezu unbesiegbar, schickte Rousey in 48 Sekunden in die Rente und verteidigte den Titel danach weitere zwei Mal.

Im Dezember sicherte sie sich zudem als erste Frau überhaupt einen zweiten UFC-Titel mit einem Knockout gegen die gefürchtetste Frau im MMA, Cris Cyborg. Nun kann sie sich gegen Holm weiter auf die Jagd nach Rouseys UFC-Rekord für Titelverteidigungen machen, der derzeit bei sechs steht.

Ringer gegen Boxer

Zuvor kommt es zum wohl kontroversesten Kampf des Abends. Seit Ben Askren von ONE zur UFC wechselte, übertrifft er sich mit Ansagen gegen andere Kämpfer seiner Gewichtsklasse, die wahlweise langweilig und uninteressant, einfach schlecht oder alles zusammen sind.

Die Aufmerksamkeit der Fans ist ihm schon seit längerem gewiss, nun will er mit Siegen im Octagon beweisen, dass er schon seit Jahren zur Weltspitze gehört und einfach ignoriert wurde, weil er nicht in der UFC gekämpft hat. Das UFC-Debüt gegen Robbie Lawler endete jedoch unbefriedigend mit einer kontroversen Submission, bei der der Ringrichter versehentlich ein Abklopfen sah und abbrach.

Gegen Jorge Masvidal will er nun einen klaren Sieg und das wird keine einfache Aufgabe. Der Amerikaner mit kubanischen Wurzeln hat wahrscheinlich nicht das Ringen Askrens, dafür aber deutlich mehr Dampf in den Fäusten, was zuletzt Darren Till schmerzhaft zu spüren bekam.

Nachdem er sich seit Monaten Spitzen von Askren anhören durfte, kann Masvidal nun mit den Fäusten zurückschlagen. Der frühere Straßenkämpfer hat schon angekündigt, Askren brutal ausknocken zu wollen. Auf die Frage, was der Unterschied zum Till-Kampf sei, antwortete er: "Till ist irgendwann wieder aufgewacht".

Ex-Champion Rockhold wechselt ins Halbschwergewicht

Könnte der nächste Herausforderer auf den Titel im Halbschwergewicht schon am Samstag feststehen? Möglich ist es, immerhin steht mit Luke Rockhold ein früherer UFC-Champion im Käfig. Der 34-Jährige war 2016 ein halbes Jahr Champion, bevor ihn Michael Bisping ausknockte.

Nach einer Niederlage im Kampf um den Interims-Titel gegen Yoel Romero lässt Rockhold nun das Mittelgewicht hinter sich und wechselt nach oben. Dabei bekommt er es direkt mit dem Polen Jan Blachowicz zu tun, der derzeitigen Nummer 6 der Rangliste.

Ein klarer Erfolg von Rockhold und ein Titelkampf ist bereits in greifbarer Nähe. Er selbst hat bereits die Fühler ausgestreckt.

Der UFC-Jedi feiert seinen Hall-Of-Fame-Platz

Das Programm eröffnet der frischgebackene Hall-of-Famer Diego Sanchez. Der 37-Jährige wird diese Woche für seinen Kampf gegen Clay Guida vor zehn Jahren in die Ruhmeshalle der UFC aufgenommen und feiert diesen Anlass mit seinem 30. UFC-Kampf.

Sanchez, der sich selbst als Jedi bezeichnet, steht seit seinem Gewinn der allerersten TUF-Staffel 2005 ununterbrochen im UFC-Kader und konnte seitdem Siege über Nick Diaz, Kenny Florian, Jim Miller und zuletzt Mickey Gall feiern.

Auch wenn sich in den letzten Jahren die Niederlagen häuften, ist Sanchez immer noch für einen spektakulären Kampf gut. Mit Michael Chiesa hat er dabei auch den passenden Tanzpartner, um im Eröffnungskampf gleich den Ton anzugeben.

Mehr zu Kampfsport rund um die Uhr findest du auf ranFIGHTING.de

Du willst die wichtigsten Kampfsport-News zum Boxen, der UFC und der WWE direkt auf dein Smartphone bekommen? Dann trage dich für unseren WhatsApp-Service ein unter http://tiny.cc/ran-whatsapp