Amanda Nunes will Doppel-Champion bleiben - Bildquelle: Getty ImagesAmanda Nunes will Doppel-Champion bleiben © Getty Images

Las Vegas - Amanda Nunes ist auf dem besten Weg zum inoffiziellen Titel der besten MMA-Kämpferin der Geschichte. Die Brasilianerin konnte bereits mehrfach UFC-Geschichte schreiben und will ihrer Bilanz in der Nacht zum Sonntag einen weiteren Erfolg hinzufügen, wenn sie zum ersten Mal ihren Titel im Federgewicht gegen Felicia Spencer verteidigt.

Wer kann Amanda Nunes besiegen? Diese Frage dürften sich nicht nur zahlreiche Kämpferinnen weltweit, sondern auch die UFC-Chefetage stellen. Seit fast sechs Jahren hat Nunes keinen Kampf mehr verloren, in der Zwischenzeit zehn Kämpfe und Titel in zwei Gewichtsklassen gewonnen. Doch nicht nur die nackten Zahlen beeindrucken, auch die Art und Weise ihrer Siege.

Denn Nunes, die zu Beginn ihrer Karriere viele Kämpfe über ihre gute Athletik gewann und technische Schwächen wettmachen konnte, wurde mit der Zeit immer effektiver und kämpfte intelligenter. Zeigte die Brasilianerin einst Konditionsschwächen, teilt sich die 32-Jährige ihre Kräfte nun deutlich besser ein.

Was aber nicht heißt, dass ihr Killer-Instinkt abhanden gekommen ist. Wenn Nunes eine Schwäche sieht, nutzt sie sie aus. Ronda Rousey, Cris Cyborg und Holly Holm ließ sie nicht den Hauch einer Chance und schickte sie früh auf die Bretter. Ringerinnen wie Miesha Tate und Sara McMann wurden zur Aufgabe gebracht und die zähe Raquel Pennington wurde rundenlang zermürbt.

Zuletzt nutzte sie im Rückkampf gegen Germaine de Randamie ihren Grappling-Vorteil und brachte die Thaiboxerin wiederholt auf die Matte. Der Kampf war zwar nicht sehr ansehnlich, verlief dafür umso glatter für Nunes, die klar nach Punkten gewann und zum fünften Mal den Gürtel im Bantamgewicht verteidigte.

Spencer will Sensation schaffen

Nun geht es wieder ins Federgewicht, denn in Felicia Spencer steht Nunes zum ersten Mal seit ihrem Titelgewinnen gegen Cris Cyborg im Dezember 2018 eine, zumindest körperlich, gleichstarke Kämpferin gegenüber, die bereits bei der Frauen-Liga Invicta FC den Titel erringen konnte und nun auch in der UFC gleiches vollbringen will.

Die gebürtige Kanadierin hat ihre Stärken auf der Matte. Dort konnte die 29-Jährige bisher sechs ihrer acht Siege vorzeitig unter Dach und Fach bringen. In ihrem letzten Duell attackierte sie Zarah Fairn mit Ellenbogen und Schlägen auf der Matte, noch gefährlicher sind jedoch ihre Aufgabeattacken, insbesondere der Rear-Naked Choke, in dem bereits vier Gegnerinnen aufgeben mussten.

In ihrer bisher einzigen Niederlage musste sich Spencer Cris Cyborg geschlagen geben, zeigte aber dabei Verbesserungen im Standkampf und Nehmerqualitäten, die von Amanda Nunes in jedem Fall auf die Probe gestellt werden. Fraglich ist, ob Spencer den Kampf überhaupt auf die Matte bringen kann, zumal auch Amanda Nunes einen schwarzen Gürtel im Brazilian Jiu-Jitsu ihr Eigen nennt.

Spencer muss darauf hoffen, die Anfangsoffensive der Titelträgerin zu überstehen und dann noch genug Kondition übrig zu haben, um Nunes im kräftezehrenden Clinch müde zu machen. Sollte ihr das nicht gelingen, kann Nunes eine neue Bestmarke aufstellen. Sie wäre der erste amtierende Doppel-Champion der UFC, der beide Titel verteidigen kann, bevor die UFC einen wieder .

Bantamgewichte bringen sich in Stellung

Eine Gewichtsklasse tiefer kommt es bei den Herren gleich zu drei wegweisenden Kämpfen im Bantamgewicht. Denn nach Henry Cejudos Abgang ist die Spitze verwaist und in keiner Gewichtsklasse gibt es wohl mehr aussichtsreiche Kandidaten, die Ansprüche anmelden könnten.

Allen voran Aljamain Sterling. Der New Yorker konnte sechs seiner letzten sieben Kämpfe gewinnen, die einzige Niederlage kam gegen den späteren Titelherausforderer Marlon Moraes zustande. Er trifft in einem Top-5-Duell auf Cory Sandhagen, der in der UFC in fünf Kämpfen noch ungeschlagen ist. Bodenspezialist Sterling konnte zuletzt immer öfter im Stand punkten, trifft im langen Kickboxer Sandhagen jedoch auf einen unangenehmen Gegner.

Im vorletzten Kampf des Abends feiert zudem Ex-Champion Cody Garbrandt sein Comeback. Einst als Zukunft der Gewichtsklasse gehandelt, hat der 28-Jährige seit 2016 keinen Kampf mehr gewonnen und ging zuletzt drei Mal K.o. Zu gern ließ er sich in einen offenen Schlagabtausch verwickeln, insbesondere, wenn er zuvor angeklingelt wurde. Gegen Edel-Techniker Raphael Assuncao könnte ihm das erneut zum Verhängnis werden.

Und der unbesiegte Publikumsliebling Sean O’Malley will auf seinen schnellen Sieg im März aufbauen, wenn er auf den zähen Veteranen Eddie Wineland trifft. O’Malley, erst 25 Jahre alt, musste sich wegen verunreinigten Nahrungsergänzungsmitteln mit der Anti-Doping-Behörde herumschlagen und daher zwei Jahre zusehen. Im März meldete er sich erfolgreich zurück, nun will er die Top Ten angreifen.

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