Kamaru Usman will den nächsten Herausforderer in die Schranken weisen - Bildquelle: Getty ImagesKamaru Usman will den nächsten Herausforderer in die Schranken weisen © Getty Images

München - Nach Wochen des Chaos kommt es in der Nacht auf Sonntag bei UFC 251 zum langerwarteten Duell zwischen Kamaru Usman und Jorge Masvidal.

Doch statt sich lange auf das Duell vorbereiten zu können, kam Masvidal nur kurzfristig zum Titelkampf. Kein Problem, sagt der "Street Jesus" und geht allen Hindernissen zum Trotz selbstbewusst ins Duell.

Denn Masvidal ist ein Kämpfer ganz alter Schule. Der Sohn kubanischer und peruanischer Einwanderer in die USA machte sich einen Namen in den Hinterhöfen Miamis, wo er sich immer wieder neuen Gegnern stellte und an der Seite von Kimbo Slice die ersten Schritte in Richtung Prominenz machte, bevor er ein ernstzunehmender Sportler wurde.

Bereits damals wusste Masvidal oft nicht, gegen wen er in den nächsten Stunden oder sogar Minuten in den Ring steigen würde, geschadet hat es ihm auch damals nicht. Sein Spitzname "Gamebred" kann nicht umsonst in allzeit bereit umgedeutet werden.

"Sechs Tage, wie bereit kann ich schon sein", sagte Masvidal, um aber gleich hinterher zu schieben: "Ich bin so vorbereitet, wie ich für Usman sein muss. Mein Fokus ist bereit, mein Herz ist bereit und meine Fähigkeiten sind an jedem Tag in der Woche besser als seine, ich muss nur rausgehen und es beweisen."

"Ich habe so etwas schon sehr oft in meiner Karriere gemacht, ich kenne die Situation", so Masvidal weiter. "Schlussendlich ist es ein Kampf, keine Mathe-Arbeit oder die SATs oder irgendwas anderes, in dem ich nicht gut bin. Es ist etwas, was ich liebe und was ich seit meiner Kindheit mache."

Die Vorzeichen stehen gegen Masvidal

Fast hätte sich Masvidal selbst noch um die Titelchance gebracht. Der 35-Jährige haderte in den letzten Wochen mit der UFC über seine Bezahlung, bis es der Organisation zu viel wurde und sie kurzerhand Gilbert Burns für den Kampf nominierte. Ein positiver Test auf Corona beim Brasilianer brachte die Parteien zurück an den Tisch und Masvidal in den Titelkampf.

Ein Glücksfall für die UFC, denn Masvidal war der heißeste Kämpfer im Jahr 2019. Dabei tat er der UFC zumindest auf dem Papier bereits mehrere Gefallen. Erst wagte er sich für einen Kampf gegen Darren Till nach England und schlug den Lokalmatador K.o. Anschließend nahm er einen Kampf gegen den zuvor unbesiegten Ringer Ben Askren an und machte nach fünf Sekunden kurzen Prozess mit einem Flying Knee.

Und als die UFC im November händeringend einen Hauptkampf für ihren PPV im Madison Square Garden suchte, einigte man sich schnell mit Masvidal und Nate Diaz auf einen Kampf um den Titel als "Baddest Motherf**ker", den Masvidal gewann.

Nun geht Masvidal erneut freiwillig eine Situation ein, in der die Vorzeichen gegen ihn stehen. Denn die kurze Vorbereitung ist nicht die einzige Hürde: Auch Masvidals Chef-Trainer Mike Brown steckte sich im Vorfeld mit Corona an und durfte seinen Schützling nicht nach Abu Dhabi begleiten.

Usman will eigene Ära prägen

Für Champion Usman dürften diese Details keine Rolle spielen. Der Nigerianer musste sich in den letzten Monaten schließlich schon genug von Masvidal anhören und freut sich nun auf die Chance, die Worte mit Taten zurückzuzahlen. Der 33-Jährige plant zudem, sich in den Kreis der Legenden vorzukämpfen.

Seit Usman vor fünf Jahren die UFC betrat, war ihm kein Gegner gewachsen. Ob Kickboxer, Bodenspezialisten oder Allrounder, der Ausnahmeathlet fand stets das richtige Mittel und gewann fast jede Runde auf dem Weg zu elf UFC-Siegen in Serie. Nur noch einer fehlt ihm, um mit Georges St. Pierre gleichzuziehen, der mit zwölf Erfolgen am Stück den Rekord im UFC-Weltergewicht hält.

Dabei ist Usman bisher mehr Athlet als Kämpfer. Risikominimierung steht oft weit oben auf der Prioritätenliste. Einen offenen Schlagabtausch wird der Ringer nur ungern gegen Masvidal eingehen. Usman dürfte sich, auch aufgrund der kurzfristigen Umstellung, auf seine Stärken besinnen: Physische Überlegenheit, Ringen und Kondition.

Nachdem Usman im Dezember seine erste Titelverteidigung mit einem späten Knockout gegen den Erzrivalen Colby Covington verbuchen konnte, will er nun auch Publikumsliebling Masvidal in die Schranken weisen und endgültig klarstellen, dass er die Nummer Eins der Gewichtsklasse ist.

Holloways zweifelhafte Revanche

Zuvor bekommt Ex-Champion Max Holloway seine Revanche im Federgewicht gegen den neuen Champion Alexander Volkanovski. Der frühere Rugbyspieler entthronte Holloway im Dezember mit seiner abgeklärten Leistung im Käfig und muss das nun in Abu Dhabi wiederholen. Volkanovski kündigte bereits einen Knockout an, um der Gewichtsklasse endgültig seinen Stempel aufzudrücken.

Der Australier ist Favorit, war er doch nicht nur im ersten Duell klar besser, sondern musste auch im Vorfeld des Kampfes mit weniger Hindernissen umgehen. Denn Holloway befand sich aufgrund der Corona-Beschränkungen erst am Flughafen auf dem Weg nach Abu Dhabi wieder mit seinem Trainer im gleichen Raum und bestritt die Vorbereitung komplett ohne Trainingspartner.

Der Hawaiianer hat in Abu Dhabi etwas zu beweisen. Denn die Zweifel mehren sich nach seinen jüngsten Kämpfen, in denen der frühere Killerinstinkt und die Aggressivität vermisst wurden. Im Rückkampf kann er beweisen, dass er mit gerade einmal 28 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen im Federgewicht gehört.

Aldo will zurück auf den Thron

Eine Gewichtsklasse tiefer hofft auch Holloways alter Bekannter José Aldo auf eine Rückkehr auf den UFC-Thron. Der Brasilianer war jahrelang nicht nur das beste Federgewicht der Welt, sondern konnte auch Ansprüche anmelden, der beste MMA-Kämpfer der Welt zu sein, bis seine Regentschaft von Conor McGregor unsanft beendet wurde.

Seitdem geht es mit dem 33-Jährigen, vereinzelte Siege zum Trotz, bergab. Aldo forderte zwei Mal Holloway um den Federgewichtstitel und wurde zwei Mal klar besiegt. Nach einer Niederlage gegen Volkanovski verzog er sich aus der Gewichtsklasse und wechselte nach unten, wo er auch haarscharf gegen Marlon Moraes unterlag.

Der Titelkampf gegen den hungrigen Russen Petr Yan ist also vor allem seinem Legendenstatus zu verdanken. Damit kennt sich Yan aus, der 27-Jährige verprügelte erst im Dezember in Urijah Faber eine MMA-Legende und will den siebten Sieg im siebten UFC-Kampf, gleichbedeutend mit dem UFC-Titel im Bantamgewicht.

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