Ben Askren beendet seine Karriere - Bildquelle: Getty ImagesBen Askren beendet seine Karriere © Getty Images

München – Nur sieben Monate dauerte die aktive UFC-Karriere von Ben Askren. Im März hatte er sein langerwartetes UFC-Debüt gegen Robbie Lawler gegeben, am Montag hat der 35-Jährige nun seine Karriere beendet.

Der Ringer klagt seit Längerem über Hüftprobleme und benötigt nun sogar eine künstliche Hüfte. Daher hängt "Funky" Ben Askren seine Faustschützer an den Nagel.

Askren benötigt eine künstliche Hüfte

"Ich hatte schon länger Hüftprobleme. Nach einem Gespräch mit meinen Ärzten steht nun fest, dass ich eine künstliche Hüfte brauche", erklärte Askren in einem Interview mit ESPN. "Das war es also für mich."

Askren beendet seine MMA-Karriere mit einer Bilanz von 19 Siegen und zwei Niederlagen, beide kamen in der UFC zustande. Nachdem er im März noch einen umstrittenen Sieg über Robbie Lawler feiern konnte, hatte er anschließend zwei Mal das Nachsehen.

Jorge Masvidal landete im Juli den Knockout des Jahres mit einem Flying Knee nach fünf Sekunden. Im Oktober wurde er dann von der Grappling-Ikone Demian Maia zur Aufgabe gebracht.

"Ich habe die letzten Tage darüber nachgedacht, was ich sagen werde", so Askren weiter. "Ich bin voller Dankbarkeit für die großartige Karriere, die mir ermöglicht wurde, auch wenn das Ende offensichtlich nicht so verlief, wie ich es mir gewünscht habe. Die Hüfte ist keine Ausrede für die Niederlagen, ich war einfach nicht gut genug."

Askren polarisierte schon vor der UFC

Mit Askren verlässt ein lautstarker und polarisierender Kämpfer die UFC. Der Ringer hatte im Laufe der Jahre eine große Anhängerschaft hinter sich vereint. Dabei half ihm sein Hintergrund als erfolgreicher College-Athlet und Olympiaringer genauso, wie seine perfekte Bilanz außerhalb der UFC und sein großes Mundwerk.

Denn Askren hielt noch nie mit seiner Meinung hinterm Berg und legte sich, als er 2013 das erste Mal mit der UFC verhandelte, schon mit UFC-Präsident Dana White an. Immer wieder versuchte er, einen Kampf gegen Georges St. Pierre anzusetzen, um das beste Weltergewicht der Welt zu ermitteln.

Während der Kanadier zu der Zeit die Gewichtsklasse in der UFC dominierte, tat es ihm Askren außerhalb der Liga gleich und gewann erst bei Bellator, dann bei ONE den Gürtel bis 170 Pfund.

2017 verabschiedete sich Askren zum ersten Mal vom Kampfsport. Die Aussicht auf die UFC holte ihn zurück. Vor einem Jahr wechselte er im Tausch für den entthronten Fliegengewichts-Champion Demetrious Johnson von ONE in die UFC.

Askren ist nicht wehmütig

Bevor sich Askren ins MMA vorwagte, dominierte er an der Universität von Missouri mit seinem unkonventionellen Folkstyle das Freistilringen. Askren gewann zwei Mal die College-Meisterschaften und war in den anderen beiden Jahren an der Uni jeweils im Finale.

Für seine Leistungen, Askren gewann 153 seiner 161 Ringkämpfe und hält bis heute den NCAA-Rekord für Schultersiege in einer Saison, wurde er vier Jahre in Folge als All-American ausgezeichnet.

Nach Goldmedaillen bei den Pan-Amerikanischen Spielen 2005 und der US-Meisterschaft 2008 qualifizierte sich Askren für die Olympischen Sommerspiele in Beijing, schied dort jedoch schon in der zweiten Runde aus. Eine große Kampfsport-Karriere, auf die Askren zufrieden zurückblickt.

"Ich war in den letzten Tagen sehr emotional", so Askren weiter. "Ich habe über die tollen Erfahrungen, die ich machen konnte, nachgedacht und darüber, wie glücklich ich bin, all diese Erfolge gehabt zu haben."

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