Nick Hein hat seinen Rücktritt verkündet - Bildquelle: imago sportfotoNick Hein hat seinen Rücktritt verkündet © imago sportfoto

München - Kurz und bündig, mit nur wenigen Worten kündigte Nick Hein, Deutschlands Vorzeige-MMA-Sportler, am Sonntag das Ende seiner Karriere als aktiver Kämpfer in den sozialen Netzwerken an.

"20 Jahre Judoleistungssport (600 Kämpfe), davon zehn in der Nationalmannschaft. Eine Dekade MMA, fünf Jahre in der UFC. Ich bin bereit für das nächste Kapitel. Danke an alle. Ich freue mich auf die Zukunft", schrieb Hein seinen Fans.

Hein hatte am Samstag gegen Frank Camacho aus Guam eine harte Niederlage durch technischen Knockout in der zweiten Runde einstecken müssen, in deren Verlauf er sich auch seine Hand gebrochen hatte. Ein letztes Souvenir, wie er danach scherzte.

Hein war das deutsche UFC-Aushängeschild

Mit Nick Hein verlässt eines der deutschen Aushängeschilder in der UFC den Käfig. Der Kölner wurde vor dem großen UFC-Comeback 2014 vom Marktführer verpflichtet und feierte damals in Berlin einen viel umjubelten Sieg über Drew Dober, der später Heins Schwester heiratete und heute sein Schwager ist.

Als einer der wenigen Kämpfer hielt er sprichwörtlich die deutsche Fahne im UFC-Käfig hoch und half als früherer Judoka und Polizist als gefragter TV-Gast abseits des Käfigs mit, das Schmuddel-Image des Sports in Deutschland abzulegen. Die UFC schickte den "Sergeant" sogar gemeinsam mit Dan Hardy auf eine internationale Werbe-Tour durch Europa.

Auch im Käfig stimmten die Ergebnisse. Nach seinem Debüt-Erfolg unterlag er Monate später nur äußerst knapp und nicht unumstritten dem Top-20-Leichtgewicht James Vick nach Punkten. Im Anschluss holte Hein drei Siege in Folge gegen Lukasz Sajewski, in Japan gegen Yusuke Kasuya und dann 2016 in Hamburg gegen den Koreaner Tae Hyun Bang.

Nach acht UFC-Kämpfen ist Schluss für den "Sergeant"

Bereits zuvor hatte Hein immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, die ihn gleich zwei geplante Auftritte für die UFC in Rotterdam und sein angedachtes Debüt im Federgewicht kosteten. Die Zielgerade wurde dann im vergangenen Jahr eingeläutet.

In Brasilien musste er gegen BJJ-Schwarzgurt Davi Ramos in der ersten Runde in einem Rear-Naked Choke aufgeben. Hein machte sofort weiter, um bei UFC Hamburg vor seinen Fans zu kämpfen, unterlag jedoch knapp dem Bosnier Damir Hadzovic.

Nun endet mit der Niederlage gegen Frank Camacho die MMA-Karriere von Hein, in der er 14 seiner 20 Kämpfe gewinnen konnte und die UFC mit einer ausgeglichenen Bilanz von vier Siegen aus acht Kämpfen verlässt.

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