Georges St-Pierre gilt als der beste Weltergewichtler aller Zeiten - Bildquelle: imago/ZUMA PressGeorges St-Pierre gilt als der beste Weltergewichtler aller Zeiten © imago/ZUMA Press

München - Obwohl Georges St-Pierre im Februar dieses Jahres offiziell seinen Rücktritt ankündigte, wurden die Rufe nach einem Superfight gegen den unbesiegten Khabib Nurmagomedov nicht leiser. Nurmagomedov wollte sich dieser Herausforderung unbedingt stellen und auch der Cheftrainer von "GSP" deutete an, dass von ihrer Seite aus Interesse bestünde.

In einem Interview mit dem kanadischen Fernsehsender "TSN" erklärte der 38 Jahre alte Kanadier, er habe seine Lust auf Wettkämpfe auf dem höchsten Level verloren und wolle sich künftig auf seine Familie konzentrieren, die für ihn nun an oberster Stelle stünde.

"Ich hatte diesen Kampf im Kopf, als ich zurückgetreten bin", sagte St-Pierre.

"Ich wollte diesen Kampf wirklich, aber, um ehrlich zu sein, hat die UFC mir klargemacht, sie hätte andere Pläne für Khabib. Ich kann nicht hier herumsitzen, Däumchen drehen und auf den Kampf warten. Ich habe auch noch andere Pläne in meinem Leben. Der beste Kämpfer der Welt zu sein, ist nicht mehr meine oberste Priorität. Das war mal so, aber jetzt nicht mehr. Ich habe Familie und Freunde und ich habe wichtigere Dinge zu tun. Mir schweben andere Projekte vor. Meine Familie ist meine oberste Priorität. Die ist sehr wichtig. Familie und Gesundheit sind sehr wichtig."

Mangel an Motivation

St-Pierre ist zweifacher Weltmeister im Weltergewicht und hält in dieser Klasse den UFC-Rekord für die meisten Titelverteidigungen. Außerdem hält er die UFC-Rekorde für die meisten Takedowns in der UFC-Geschichte und die meisten Siege in Titelkämpfen. Im November 2017 feiert er nach vier Jahren Auszeit ein großes Comeback. Bei UFC 217 in New York City entthronte er den Briten Michael Bisping und wurde auch noch Weltmeister im Mittelgewicht.

Den Gürtel gab St-Pierre jedoch wieder ab, da er an Colitis ulcerosa litt, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Im Dezember 2018 erklärte er in einem Interview, er sei vollständig geheilt, habe sich aber noch nicht entschieden, ob er jemals wieder kämpfen würde. Zwei Monate später kündigte er offiziell seinen Rücktritt an. Im Interview mit "TSN" betonte er, körperlich fühle er sich in der Lage, ein Comeback zu wagen, aber er seit mit dem Herzen nicht mehr bei der Sache.

"Es liegt nicht daran, dass ich es nicht kann, sondern dass ich es nicht will", sagte St-Pierre.

"Es ist es nicht wert, all meine Energie und Konzentration darauf zu verwenden, wenn ich nicht den Kampf bekomme, den ich will. Ich könnte zurückkehren und wieder kämpfen, aber ich bin nicht mehr mit dem Herzen dabei. Wenn ich trainiere, fühle ich mich sehr selbstsicher. Wenn ich mit einem jungen Typen trainiere, bekomme ich wieder Lust, zu kämpfen, aber dann gehe ich nach Hause und manchmal wache ich morgens auf und denke mir nur: ‚Autsch, lass mal lieber.‘ Ich habe diesbezüglich also gemischte Gefühle."

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