Cris Cyborg (li.) macht jetzt das Federgewicht von Bellator unsicher - Bildquelle: imago sportfotoCris Cyborg (li.) macht jetzt das Federgewicht von Bellator unsicher © imago sportfoto

München – Die Zweckehe zwischen Cristiane Justino aka "Cris Cyborg" und der UFC ist vorbei. Nachdem der Vertrag der Brasilianerin nach ihrem letzten Kampf, einem Sieg gegen die Kanadierin Felicia Spender, auslief, ließ die UFC sie ziehen und verzichtete schon im Vorfeld darauf, mit Angeboten von Konkurrenten gleichzuziehen.

Wie Bellator MMA am Dienstag in einer Pressemitteilung bekannt gab, unterschrieb die Brasilianerin einen langfristigen Vertrag, laut Präsident Scott Coker sogar den größten Vertrag in der Geschichte des Frauen-MMA. Justino und Coker hatten bereits vor ihrer UFC-Zeit zusammengearbeitet.

Justino war die gefährlichste Frau der Welt

Denn Coker erkannte lange vor der UFC das Potenzial von Frauen im MMA-Sport und hatte bei seiner Promotion Strikeforce in Gina Carano den ersten Star des Frauen-MMA. Die Kickboxerin stand im Jahr 2009 der Brasilianerin im ersten großen Frauen-Titelkampf Nordamerikas gegenüber und unterlag durch Knockout.

Danach beendete sie ihre MMA-Karriere und wechselte nach Hollywood, wo sie nun nur noch die Gegner auf der Leinwand verprügelt. Gleichzeitig ging der Stern von "Cris Cyborg" im MMA richtig auf. Die Brasilianerin schickte im Anschluss eine Gegnerin nach der anderen schlafen und verdiente sich den Ruf als gefährlichste Frau der Welt

Von ihren 17 Kämpfen außerhalb der UFC gewann sie 16 und schlug dabei 14 Gegnerinnen K.o. Ein Sieg wurde ihr nachträglich wegen eines positiven Dopingtests aberkannt. Nach einem Zwischenstopp bei Invicta, wo "Cyborg" ebenfalls schnell Champion wurde, wechselte sie 2016 zur UFC.

Schwierige Beziehung zu UFC-Präsident Dana White

Und auch in der UFC war im Käfig kein Kraut gegen sie gewachsen. Schon im dritten Kampf holte sich Justino den Titel im Federgewicht, verteidigte ihn in der Folge zwei Mal gegen Holly Holm und Yana Kunitskaya.

Die Probleme entstanden vor allem außerhalb des Käfigs. Noch vor der UFC-Unterschrift hatte Justino einen Kampf gegen Rousey gefordert. Dana White hatte sich damals voll auf die Seite seines großen Zugpferds geschlagen und auch nicht mit Kommentaren unterhalb der Gürtellinie gegeizt.

In der UFC gerieten die beiden dann vor allem deswegen aneinander, weil sich die UFC keine Mühe gab, eine echte Gewichtsklasse um Justino herum aufzubauen und stattdessen immer wieder Bantamgewichte gegen sie stellte.

Nachdem Justino dann im vergangenen Jahr auch noch den Titel an Amanda Nunes und damit zum ersten Mal seit ihrem Debüt 2005 wieder einen Kampf verlor, hatte die Brasilianerin auch ihren Trumpf als Champion verloren.

Neustart bei Bellator

Denn die UFC zeigte im Anschluss kein Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit mit der lautstarken Brasilianerin und ließ sie kampflos ziehen. Normalerweise kann die UFC mit Konkurrenz-Angeboten innerhalb der ersten 90 Tage nach Vertragsende gleichziehen und ihre Kämpfer so behalten, bei Cyborg verzichtete man von vornherein darauf.

Nun kann die 34-Jährige bei Bellator einen Neustart wagen. Anders als in der UFC gibt es bei der Konkurrenz eine funktionierende Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm mit einer aktiven Titelträgerin Julia Budd, die ein bis zwei Mal im Jahr ihren Gürtel verteidigen muss. Sie ist auch das Ziel für Justino.

"Ich will die erste und einzige Frau werden, die vier große Titel meiner Gewichtsklasse gewinnt", sagte Cyborg nach Bekanntgabe ihres Wechsels. "Es gibt bei Bellator viele Frauen, gegen die ich antreten will und das heißt, ich werde oft kämpfen. Das macht mich sehr glücklich."

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