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München – Baker Mayfield wartet. Und das seit Monaten.

Mehr kann der einstige Nummer-1-Pick im Moment nicht machen. Ein Ende des Ausharrens ist aber erst einmal nicht in Sicht, denn die Lage ist kompliziert. Immerhin steht seit März fest, dass Deshaun Watson für die Browns spielt und Mayfield damit überflüssig ist. 

Genauso lange wartet er nun aber auch auf einen neuen Arbeitgeber. Viele Interessenten gab es offenbar sowieso nicht. Immer wieder fühlten die Carolina Panthers vor, auch die Seattle Seahawks wurden als mögliche Option genannt.  

Gerüchteküche brodelt vor sich hin

Passiert ist jedoch bis heute nichts.

Die Gerüchteküche brodelt hier und da, doch kühlt danach auch relativ schnell wieder ab. "CBS"-Reporterin Josina Anderson twitterte jüngst, dass "die Seahawks immer noch ein hohes Interesse daran haben, Mayfield zu holen". Sie wisse zudem, "dass der Prozess des Sammelns von Informationen und Erkenntnissen über Mayfield noch nicht abgeschlossen ist". 

Tatsächlich scheinen die Seahawks nun in der Pole Position zu sein, auch weil Mayfield selbst einen Wechsel nach Seattle favorisiert. 

Trainer Pete Carroll lässt sich als alter Hase aber natürlich nicht in die Karten schauen.

Die Seahawks beobachten den Quarterback-Markt und schauen sich um, erklärt er seit Wochen. Denn nach dem Weggang von Russell Wilson ist die Position mit Drew Lock, Geno Smith und Jacob Eason nicht sehr prominent besetzt. Smith und Lock kämpfen dabei um den Starter-Job. Jemand wie Mayfield würde ohne Frage Qualität auf die Position bringen. Hinzu kommt: Nach seiner Schulter-OP ist er wieder fit und wäre bereit für das Training Camp. Bei welchem Team auch immer.

Der Knackpunkt bei Mayfield ist das Geld.

Er bekommt 2022 komplett garantierte 18,8 Millionen Dollar. Die Seahawks haben 16,7 Millionen Dollar an Cap Space, müssten also an anderer Stelle Geld einsparen, um sich Mayfield leisten zu können.

Die Browns wollen Mayfield nicht entlassen, sind den Panthers und den Seahawks dem Vernehmen nach bei der Frage, einen Teil des Gehalts zu übernehmen, aber auch noch nicht entscheidend entgegengekommen. Laut "Sports Illustrated" sollen die Browns bereit gewesen sein, bis zu zehn Millionen Dollar von Mayfields Gehalt weiter zu zahlen. Nicht genug offenbar.

Patt-Situation bei den Verhandlungen

Die Folge: Eine Patt-Situation. 

In der aktuell nicht viel passiert, wie Aaron Wilson vom "ProFootballNetwork" betont. "Es gab in letzter Zeit keine nennenswerte Bewegung, und es steht kein Trade bevor", schrieb er. Gleichzeitig bestätigte aber auch er ein verstärktes Seahawks-Interesse.

Dass die Browns Mayfield in einer Art Warteschleife halten, weil unklar ist, ob und wie lange Watson von der NFL gesperrt wird, ist aber laut diverser Berichte nicht der Fall. 

Das Verhältnis zwischen der Franchise und dem Quarterback ist demnach so beschädigt, dass selbst eine lange Sperre nicht dazu führen wird, dass Mayfield zurückkehrt, eine Versöhnung scheint ausgeschlossen. Für den Fall der Fälle hatten die Browns Jacoby Brissett verpflichtet.

Keine Eile

Sein Einsatz wird immer wahrscheinlicher, denn befürchtet wird, dass die NFL Watson für eine ganze Saison sperren könnte. Was die Planungen der Browns empfindlich treffen würde. Der Fall Watson, in dem am Dienstag die Anhörung durch die NFL beginnt und in dem bis zum Start des Training Camps Ende Juli ein Urteil erwartet wird, zeigt: Die Browns haben im Moment andere Sorgen.

Heißt: Mayfield muss vorerst weiter warten.

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